Kurzfristige Unterbringung von Asylbewerbern

Der Winternotfallplan in der Region steht

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Der Kingdom Parc in Mühldorf dient aktuell als Notunterkunft für 161 Asylbewerber. Diese Menschen werden bald deutschlandweit auf Unterkünfte verteilt, im Rahmen des Winternotfallplans bleibt der Kingdom Parc aber eine Unterkunft auf Abruf.
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Altötting/Mühldorf - Die Landkreise Mühldorf und Altötting sind vorbereitet, der Winternotfallplan Asyl steht. Warum man trotzdem nicht so optimistisch ist wie in Traunstein:

In Bayern soll es künftig wieder in jedem Regierungsbezirk eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber geben. Weil man solche Einrichtungen nicht "aus dem Boden stampfen" kann, wie Sozialministerin Emilia Müller es vor knapp zwei Wochen bei ihrem Besuch in Mühldorf formulierte, bedarf es einer Übergangslösung - gerade in den kalten Monaten. Alle Landkreise in Bayern müssen deshalb einen "Winternotfallplan Asyl" aufstellen. Sie müssen der Regierung kurzfristig verfügbare, provisorische und vor allem winterfeste Unterkünfte für zwei- bis dreihundert Menschen melden. Sind die Erstaufnahmeeinrichtungen überfüllt, würden einige Asylbewerber auf die Landkreise verteilt und von dort aus - nach Registrierung und Gesundheitsuntersuchung - deutschlandweit weiterverteilt.

Die Landkreise Mühldorf und Altötting haben bereits einen Winternotfallplan. Im Landkreis Altötting könnten in der Dreifachturnhalle am Neuöttinger Kreishallenbad und der leerstehenden Halle der Herrenmühle insgesamt bis zu 200 Menschen kurzfristig untergebracht werden. Im Nachbarlandkreis wird der Kingdom Parc als Notunterkunft fungieren. Seit 17. Oktober sind dort bereits Asylbewerber untergebracht, 161 Menschen sind es aktuell. Sobald diese Asylbewerber weiterverteilt wurden, steht der Kingdom Parc zwar wieder leer - bleibt aber im Rahmen des Winternotfallplans als potentielle Unterkunft für zwei- bis dreihundert Menschen erhalten.

"Wir haben kaum Einflussmöglichkeiten"

Grundsätzlich sind damit beide Landkreise gerüstet, ganz so optimistisch wie in Traunstein ist man allerdings nicht. Bei der Präsentation des Traunsteiner Winternotfallplans hatte Landrat Siegfried Walch erklärt, dass die Regierung von Oberbayern die im Rahmen des Notfallplans geschaffenen Kapazitäten wahrscheinlich gar nicht abrufen wird. Falls doch, würden die Asylbewerber rasch wieder weiterverteilt. Die wichtige Gesundheitsuntersuchung könne man bei den dann in der AKG-Turnhalle untergebrachten 50 Asylbewerbern in ein bis maximal zwei Tagen durchführen.

Klaus Zielinski, Sprecher des Landratsamts Altötting, erklärte gegenüber unserer Redaktion, man wisse nicht, ob die Regierung die Kapazitäten abrufe und wie schnell die Asylbewerber dann weiterverteilt würden. "Unsere Aufgabe ist es, Sorge zu tragen, dass wir zwei- bis dreihundert Menschen unterbringen. Das konnten wir am 3. November melden. Alles andere ist Kaffeesatzleserei", so Zielinski, der darauf verwies, dass die Organisation letztlich bei der Regierung von Schwaben liegt. Diese regle das gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern. "Wir sind diejenigen, die es umzusetzen haben nach diesem Notfallplan, haben allerdings kaum Einflussmöglichkeiten."

Asylbewerber im Schnitt vier bis sechs Wochen in Erstaufnahme

Auch das Landratsamt Mühldorf wagt keine Einschätzung, wie schnell die Asylbewerber, die im Rahmen des Notfallplans nach Mühldorf kommen könnten, wieder weiterverteilt würden. Aufgrund der guten Erfahrungen, die man mit der kurzfristigen Unterbringung von 161 Menschen ab dem 17. Oktober gemacht hat, sieht man sich in Mühldorf jedoch gut vorbereitet. Damals hatten Behörden und ehrenamtliche Helfer die Asylbewerber ganz ohne Vorbereitung kurzfristig im Kingdom Parc untergebracht.

Wie lange die 161 Asylbewerber noch im Kingdom Parc bleiben, steht nicht genau fest. Wie bereits berichtet, ist ein Asylbewerber nach Angaben der Regierung von Oberbayern in einer Erstaufnahmeeinrichtung im Durchschnitt vier bis sechs Wochen untergebracht.

Quelle: innsalzach24.de

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