Hofhund hat ein neues Zuhause gefunden

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So war der Hofhund zuletzt untergebracht: vier Meter lange Kette an acht Meter langem Laufseil, vorschriftsmäßige Hütte. 

Landkreis - Der von Tierschützern kritisierte Hundehalter aus dem nördlichen Landkreis hat seinen Vierbeiner einer jungen Frau überlassen, wie gestern bekannt wurde.

Gleichzeitig wies das Landratsamt darauf hin, dass der Mann die Auflagen zwischenzeitlich weitestgehend erfüllt habe.

Die Geschichte des schwarzen Mischlings, der an einer Laufkette gehalten wird, sorgte für große Resonanz. Zumeist wurde Mitleid mit dem Hund geäußert. Bilder des Veterinär- und des Landratsamtes zeigen nun, dass sich der Tierhalter mittlerweile weitgehend an die Auflagen der Hundeverordnung hielt.

Andreas Egger, ein Tierschützer, hatte den im Schnee liegenden Hund entdeckt. Er habe den Besitzer gebeten, den Hund doch bei der herrschenden Eiseskälte ins Haus zu holen oder ihm eine Decke hinaus zu legen, berichtete er. Beides sei nicht geschehen. Er habe daraufhin Polizei und Veterinäramt eingeschaltet.

Was Egger nicht wusste: Das Amt war zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach vor Ort gewesen. Die daraus resultierenden Auflagen hatte der Hundehalter laut Veterinäramt im Februar weitgehend erfüllt. Die Hütte ist isoliert, eine dicke Matte schützt gegen Kälte von unten. Die alte, dünnere Matte liegt nun hinter der Hundehütte. "Der Hundehalter war sehr einsichtig, setzte die Anweisungen des Veterinäramtes zügig um", so Oliver Winter, Sprecher des Landratsamtes.

Die Kette, an der der schwarze Schäferhund-Labrador-Mischling hing, gab ihm einen Spielraum von 32 Quadratmetern, die Hundeverordnung fordert 30. "Muss man sich streiten, ob es fünf auf sechs oder vier auf acht Meter sind? Das fände ich überzogen", sagt Winter.

Ruhe kommt in die Angelegenheit nicht. Immer wieder gibt es in der Folgezeit von verschiedenen Personen Meldungen zu dem schwarzen Vierbeiner, mehrfach fährt die Amtstierärztin zur Kontrolle hinaus. "Im Juli kam ein Anruf, dass der Hund kein Wasser habe", berichtet Winter. "Als die Amtstierärztin kurz darauf unangemeldet nachschaute, standen da zwei gefüllte Wassernäpfe - hinter der Hütte. Was soll man da tun, was sagen?" Das Wohnhaus und die Hütte spenden zwar Schatten, die Amtstierärztin mahnt aber einen größeren Sonnenschutz und eine isolierte Liegefläche an. Beides ist bei der Nachkontrolle ein paar Tage später vorhanden.

Dass die Haltung des freundlichen Hundes nicht dem Ideal entspricht, so aber "noch zu dulden" sei, erklärt der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Werner Hamp, auf Nachfrage der Redaktion. Zumal es eine gute Herr-Hund-Beziehung gebe.

Die Amtstierärztin betont, dass sie den von Egger kritisierten Brief, in dem sie seine Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen und den Hundehalter vor "verwunderlichen Aktionen" von Tierschützern gewarnt hatte, heute so nicht mehr schreiben, sondern die Juristin des Hauses einschalten würde. Sie weist allerdings daraufhin, dass damals Informationen vorlagen, wonach Tierschützer (nicht Egger) den Hund entführen wollten.

Das Ende vom Lied? Egger fühlt sich nach wie vor von der Amtstierärztin beleidigt. Das Veterinäramt wird per Brief und E-Mail anonym bedroht und beleidigt; es erstattete jetzt Anzeigen gegen Unbekannt. Und der Hundehalter hat den Mischling mittlerweile abgegeben.

syl/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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