Krisenmanagement bei MERIDIAN

Däßler: "Prozesse an die Grenzen gekommen"

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Rosenheim/Holzkirchen - "Niklas" sorgte bei den Pendlern in der Region für Unmut. Wie der MERIDIAN den Problemen Herr werden will, aber trotzdem auf die Mithilfe anderer angewiesen ist:

"Wir haben überwiegend positive Resonanz auf unser Krisenmanagement im Zuge des Sturms in der vergangenen Woche erhalten", erklärt der Pressesprecher des MERIDIAN, Jens Däßler im Gespräch mit rosenheim24.de. Dass es dabei trotz des Lobes von anderen Fahrgästen auch kritische Töne zu hören gab, verschweigt er nicht: "Wir hatten an manchen Stellen auch riesige Probleme, besonders beim Schienenersatzverkehr", berichtet Däßler weiter. Die Schuld dafür komplett auf sich nehmen, will das Verkehrsunternehmen dennoch nicht.

Die aktuelle Lage nach Sturmtief "Niklas"

Sturmtief "Niklas" stürzte in der vergangenen Woche die Züge in der Region in eine ernste Krise. Bereits am 31. März musste die Bayerische Oberlandbahn ihren Verkehr auf den Strecken komplett einstellen. Selbst knapp eine Woche später sind noch nicht alle Trassen von den umgestürzten Bäumen befreit, zahlreiche Oberleitungen sind immer noch defekt. "Die Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen ist nach wie vor gesperrt, dort stehen noch zwei Züge von uns auf der Strecke", so Pressesprecher Däßler.

Engpass Schienenersatzverkehr?

Dort wo die eigenen Züge die Gleise nicht mehr befahren konnten, setzte das Unternehmen frühzeitig Busse im Schienenersatzverkehr ein. "Für solche Fälle haben wir bestimmte Abläufe und Listen, die dann herangezogen werden. Diese Prozesse kamen jedoch in der vergangenen Woche an ihre Grenzen", bestätigt Jens Däßler.

Insgesamt 13 Busse habe das Unternehmen als Ersatz für seine Züge organisieren können: "Hier gibt es spezielle Nofall-Vereinbarungen mit den Busunternehmern. Details wie die Bezahlung und auch die Einsatzzeiten wurden also bereits im Vorfeld geklärt." Der Pressesprecher des Meridian bestätigt jedoch auch, dass es im Fall von Sturmtief "Niklas" zu einem Zusammentreffen mehrerer unglücklicher Umstände kam. Neben der BOB waren auch der DB-Fernverkehr, Güterzüge und die Münchner S-Bahn von den Störungen auf den Strecken betroffen.

Busse des Meridian mit genutzt

Einen eigenen Schienenersatzverkehr stellten S-Bahn und DB aber nur in sehr geringem Umfang, beziehungsweise gar nicht zur Verfügung: "Das hat große Probleme verursacht, die Fahrgäste von S-Bahn und DB kamen so bei uns noch dazu", erklärt Däßler weiter. Insgesamt nur vier Busse habe DB-Fernverkehr für seine ausgefallenen Verbindungen zur Verfügung gestellt. Einen speziellen Ersatzverkehr für die Münchner S-Bahn gab es nicht.

Auch die Osterferien hätten die Beschaffung von Bussen und den dazugehörigen Fahrern deutlich erschwert. Bei den Busunternehmen, die sich an den Urlaubszeiten an den bayerischen Schulferien orientierten, hätten insgesamt weniger einsatzbereite Fahrer zur Verfügung gestanden. 

Keine Informationen am Bahnhof?

Viele Pendler beklagten zudem ein Informationsdefizit an den betroffenen Bahnhöfen: " Auch die Lautsprecherdurchsagen fallen in die Zuständigkeit der DB Station und Service", so Däßler. Spezielle Mitarbeiter des Meridian hätten die Kunden zusätzlich auf die Abfahrtszeiten der Busse aufmerksam gemacht. Aufgrund der chaotischen Verkehrslage, auch auf den Straßen, seien minutengenaue Ansagen aber schlicht nicht möglich gewesen, so der Pressesprecher. Kontinuierliche Lage-Updates über die lokalen Medien wurden in die Wege geleitet. In Zusammenarbeit mit dem THW habe man sich um die gestrandeten Fahrgäste gekümmert.

Instandsetzung der Gleise in vollem Gang

"Wir haben der Bahn angeboten, mit Personal und Material zu unterstützen", so Däßler zu den im Moment noch stattfindenden Aufräum-Arbeiten auf den heimischen Strecken. "Kräftige Männer mit Kettensägen", die auf den eigenen Strecken zum Einsatz kommen, habe die DB jedoch abgelehnt. "Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir alleine keine Arbeiten am Netz der DB vornehmen", erklärt Däßler.

Die DB arbeite die angefallenen Störungen streng nach einer Prioritätenliste ab. Strecken mit einer hohen Fahrgastzahl, wie zum Beispiel das Teilstück zwischen Grafing und Aßling, würden so bevorzugt behandelt. Wann genau die Züge auf der Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen wieder rollen, konnte Däßler nicht prognostizieren. Umfangreiche Oberleitungsschäden im Bereich könnten die Arbeiten bei kalten Außentemperaturen noch zusätzlich verzögern.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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