Zahlreiche Verbrechen aufgedeckt

Drogen, Falschgeld und Hehlerei - Jahresbilanz der Schleierfahnder Rosenheim

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Rosenheim - „Wir bieten auf allen Feldern der grenzüberschreitenden Kriminalität Paroli. Besonders stolz sind wir auf unsere Erfolge im Bereich der Geldabschöpfung und Täteridentifizierung bei schweren Straftaten. Polizeidirektor Herbert Baumann blickt stolz auf die teils spektakulären Fahndungserfolge im Jahr 2017 zurück.

Herbert Baumann ist Dienststellenleiter der PI Fahndung Rosenheim, er betont: „Trotz weiter zunehmendem Straßenverkehrs gelingt es meiner Mannschaft nach wie vor, die Richtigen herauszufischen.“ Das Rezept sei, so Baumann, einfach: „Wir konzentrieren uns zu 100 % auf unser Klientel, analysieren die neuesten Entwicklungen und passen unser Fahndungsraster sofort an.“

Erfolge in der Rauschgiftfahndung

Seit Jahren führend in Bayern ist die Rosenheimer Schleierfahndung mit ihren Aufgriffen im Gebiet der Rauschgiftfahndung. So konnte im Dezember ein 48jähriger Serbe auf der Autobahn A8 gestoppt werden, der angeblich nur seine Mutter besuchen wollte. Tatsächlich versteckten sich im doppelten Wagenboden seines Autos 20 Kilo Marihuana und 1 Kilo Kokain, aufwendig eingebaut und verschweißt.

Elf Kilo Kokain fanden die Fahndungsspezialisten bei einem 58jährigen Rumänen, der mit einem Skoda, unterwegs war. Auch hier entging den Schleierfahndern nicht, dass im Kofferraum ein Geheimfach, gefüllt mit 11 Rauschgiftpaketen, eingebaut war. Dienststellenleiter Baumann: „Schmuggelverstecke von solcher Professionalität lassen sich nur mit gut motiviertem Personal und durch viel Fachwissen erkennen.“

Auch Falschgeld entgeht den Beamten nicht

Falschgeld entdeckten die Schleierfahnder bei einem 20-jährigen Italiener, den sie im Nachtzug von Rom nach München kontrollierten. Der junge Mann befand sich auf der Zugfahrt von Neapel zu seinem Wohnort in Amberg. Verborgen in seinem Rucksack fand sich ein Geldbündel, bestehend aus 20 €- und 50€-Scheinen. Von den über 100 Geldscheinen war kein einziger echt. Er wollte sie mutmaßlich in Deutschland unter die Leute bringen.Einer von mehreren Falschgeldaufgriffen im Berichtsjahr wie Baumann bestätigte: „Bei allen Personen, die wir kontrollieren, prüfen wir auch das mitgeführte Geld auf Echtheit und werden immer wieder fündig.“

Bargeld in Millionenhöhe fanden die Polizisten in speziellen Autoverstecken und beschlagnahmten es zur Vermögensabschöpfung, denn „Verbrechen darf sich nicht lohnen“.

Bekämpfung des internationalen Handels mit gestohlenen Autos

Ein besonderes Steckenpferd der Rosenheimer Schleierfahnder ist seit jeher die Bekämpfung der internationalen Kfz-Verschiebung. So kaufte ein 30-jähriger österreichischer Kfz-Händler auf einer Internetplattform ein Schnäppchen. Für einen Range Rover Vogue zahlte er statt rund 70.000 € nur 45.000 €. Dafür musste er jedoch die Nobelkarosse in Hamburg abholen -- und letztendlich in Rosenheim bei der Polizei wieder abgeben. Tatsächlich wurde der Wagen in Marbella/Spanien gestohlen, mit gefälschten Dokumenten und Fahrgestellnummer in Hamburg zugelassen. Ihr Spezialwissen setzen die Schleierfahnder auch bei „virtuellen Streifenfahrten“ ein. 

Bei Durchsicht entsprechender Internetportale recherchieren sie nach Unfallfahrzeugen, die nur noch Schrottwert haben, aber teuer angeboten werden. So

wurde in einem solchen Portal ein Hyundai ix35 angeboten, der bei einem Unfall in Großkarolinenfeld völlig zerstört wurde. Kurz danach ließ man exakt dieses Auto in neuwertigem (!) Zustand in Polen zu. Auf Hinweis der Schleierfahnder stellte die polnische Kriminalpolizei das Fahrzeug sicher. Baumann: „Tatsächlich handelte es sich um ein in Deutschland gestohlenes Auto, das auf die Daten des Schrottfahrzeuges umfrisiert worden war.“

Erfolge im Bereich der Hehlerei: Einbrecher verhaftet

Ein besonderer Erfolg gelang den Rosenheimer Schleierfahndern bei der Bekämpfung von Wohnungs- und Geschäftseinbruchdiebstählen. Am Irschenberg stoppten sie nachts um 3 Uhr ein Auto, besetzt mit vier Rumänen. Die intensive Durchsuchung des Gepäcks brachtegroße Mengen an Goldschmuck, teure Zigarren und ein elektronisches Gerät zum Vorschein. Wegen Verdachts der Hehlerei wurden bei allen ED-Behandlungen (Abnahme von Fingerabdrücken und DNA-Proben) vorgenommen. Aufgrund dessen konnten den Männern mehrere Wohnungseinbruchserien in mehreren deutschen Bundesländern, der Schweiz und Österreich zugeordnet werden. 

Einen kleinen Goldschatz konnten die Rosenheimer Schleierfahnder bei vier Rumänen sicherstellen. Nach der DNA-Abnahme gelang der Nachweis einer Beteiligung an mehreren Einbruchserien.

In einem anderen Fall ließen sich bei zwei Serben mit totalgefälschten kroatischen Ausweisdokumenten mittels ED-Behandlungen mehrere bewaffnete Raubüberfälle klären.

Neue Möglichkeiten: über eine Million Euro Bargeld gefunden

Gemäß dem Leitsatz „Verbrechen dürfen sich nicht lohnen“ nutzen die Rosenheimer Schleierfahnder die Neuregelungen des Rechtsbereichs „Vermögensabschöpfung“ und die damit verbesserten Beschlagnahmemöglichkeiten von inkriminierten Bargeldbeträgen. So fanden die Beamten in einem Hohlraum in einem Auto versteckt 760.000 € Bargeld sowie in einem anderen Aufgriff 520.000 € in einem Versteck im Dachhimmel. In beiden Fällen machten die Fahrer fadenscheinige Angaben zur Herkunft des Vermögens. Beschlagnahme erfolgte. 

Baumann: „Solche Aufgriffe sind häufig der Beginn umfangreicher kriminalpolizeilicher Ermittlungen im grenzüberschreitenden Bereich des Rauschgifthandels, der Geldwäsche und organisieren Kriminalität.“

Polizeidirektor Herbert Baumann ist auch für das neue Jahr optimistisch: „Bereits in den ersten Wochen 2018 konnten wir schöne Aufgriffe leisten.“

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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