Nach unserem Artikel am Sonntag

Jäger gegen Katzenfreunde: User-Diskussion

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Landkreis - In Bayern töten Jäger Tausende Katzen - ganz legal. Darunter auch viele streunende Hauskatzen. Nachdem wir darüber berichteten, entbrannte eine große User-Diskussion.

Am Sonntag berichteten wir über eine geplante Reform des Jagdgesetzes in NRW - und blickten dabei auch auf den Freistaat. Auch in Bayern ist es Jägern erlaubt, auf wildernde Katzen zu schießen. Anhand der Vergleichszahlen aus Nordrhein-Westfalen (rund 9000-11.000 erschossene Katzen im Jahr), ist davon auszugehen, dass dies auch in Bayern tausendfach jährlich vorkommt. Der Bayerische Jagdverband veröffentlicht dazu keine Zahlen, hält diese Praxis jedoch für notwendig, um die Population von bodenbrütenden Vogelarten und Singvögeln zu schützen.

Unter unseren Usern entbrannte auf Facebook und im Kommentarbereich auf den Portalen eine große Diskussion. Einige Meinungen wollen wir hier gegenüberstellen.

Betroffene melden sich zu Wort

123-freak teilte im Kommentarbereich mit, dass schon mehrere seiner Katzen an Jäger verloren hat: „Als bei uns die mittlerweile 3. Katze vom Jäger erschossen wurde und andere Katzen angeschossen nach Hause kamen, hatte unser Jäger nur noch schlaflose Nächte!"

Auch Facebook-Nutzer Huttl M. verlor bereits Haustiere: "Von uns mussten a scho 2 Katzen dran glauben, da wir am Waldrand wohnen!"

Das sagen zwei Jäger

AR1980 kommentierte als "Grünrock" auf einem unserer Portale: "Ich bin selbst Jäger und habe bisher noch nie auf eine Katze geschossen und habe das auch nicht vor. Aber die Vermehrungsrate der Tiere und ihr damit einhergehendes Schadpotenzial an der Vogel- und Kleinsäugerpopulation ist nicht wegzureden. Eine Kastrationspflicht wäre sicher die Lösung und würde nebenbei viele Tierheime entlasten. Ob allerdings wir Jäger wirklich für den Tod von so vielen Katzen verantwortlich zeichnen, wage ich zu bezweifeln. (...) Im Kern geht es wohl darum, die Rechte von Jägern weiter einzuschränken, da viele Normalbürger aufgrund ihres naturfremden Lebens keinerlei Einblick und daher auch kein Verständnis für Jagd und Jäger haben."

Ein weiterer Jäger, der sich im Kommentarbereich "Raublinger" nennt, wünscht sich, dass er die Katzenpopulation nicht mehr regulieren müsste: "Ich, und sicher eine Menge meiner Kollegen, haben null Lust uns bei Tag und schon gar nicht abends bei dem Wetter auf die Kanzel zu setzen, 1,50 Euro pro Patrone für eine Katze zu opfern um sich danach noch um die Beseitigung eines Kadavers kümmern zu müssen. (...) Außerdem ist jeder Jäger froh wenn Ruhe im Revier herrscht, und das Wild nicht durch Schüsse auf Katzenviecher unnötig aufgeschreckt wird. Ich wäre sehr froh wenn sich die Kommunen um den Mist kümmern würden, dann hätten die das Problem, bzw. könnten die Kosten dafür über die Steuer wieder eintreiben. Dann erwischt es wenigstens die ach so armen Tierbesitzer direkt, und zwar am Geldbeutel."

Damit wehrte sich der "Raublinger" auch gegen die Vorwürfe, dass die Jäger Lusttöter seien, was ihnen auf Facebook und im Kommentarbereich mehrfach vorgeworfen wurde. Die geforderte Kastrationspflicht fand viele Befürworter. So wusste doro zu berichten: "In Österreich muss jeder freilaufende Kater schon länger kastriert sein."

Sind 300 Meter nur ein "Katzensprung"? 

Diskutiert wurde auch, ob die Entfernung von 300 Meter zum nächsten bewohnten Gebäude ausreichend ist, um zu gewährleisten, dass lediglich Wildkatzen erschossen werden.

So schrieb Annemarie B. auf Facebook:  "Bei uns auf dem Land steht halt ned alle 5 Meter ein bewohntes Haus. Da gibt es noch große Wiesen und nen Wald. (…) Aber leider wohnt bei uns in der Nachbarschaft auch so ein Jäger der schon gedroht hat, dass er jede Katze die 300 Meter vom Haus weg is einfach mal so beseitigt."

Auch für "Seppl" sind 300 Meter zu wenig: "Wir wohnen auf einem Bauernhof am Waldrand. 300 Meter vom Haus bis zum Waldrand werden sehr knapp. Hier sind immer wieder Katzen verschwunden, deren Kadaver, oder auch nur Reste, nie aufgefunden wurden, obwohl das halbe Dorf mobilisiert wurde."

Auto als wahres Risiko für Katzen? 

MaxeHuber glaubt nicht, dass die Jäger das wahre Problem für die Miezen sind: "Katzen dürfen erst in 300 Meter Abstand zu bewohntem Gebiet geschossen werden. Denke nicht, dass sich normale Katzen so weit von zu Hause entfernen (...) Liebe 'Naturschützer', ich glaube, ihr müsst schon das Autofahren verbieten, wenn's wirklich einen 'Feind' bekämpfen wollt...“

Ähnlich sieht es Andreas: "Den ganzen Aufschrei hier verstehe ich nicht - die Zahl der Katzen, die von Autos überfahren werden, weil sie von ihren ach so tierlieben Herrchen und Frauchen in Städten gehalten werden, gehen doch täglich(!) bundesweit in die Tausende!“

Alternativen zum Schutz der Vogelpopulation:

Ein "Gast" im Kommentarbereich stellte die Frage, inwiefern man die Katzen überhaupt für den Rückgang der Vogelpopulation verantwortlich machen kann: "Die Vogelarten sind aber auch durch Flächenschwund und Landwirtschaft gefährdet. Vor allem die Bodenbrüter haben durch Gewerbegebiete und Maisanbau kaum noch naturnahe Wiesen zum Brüten!"

Gerade weil Vögel jedoch Schutzräume brauchen, antwortete Doro: "Das gehört für mich auch zur Landschaftspflege, dass es mehr naturnahe Wiesen und Auen gibt, wo Insekten und somit auch Vögel einen Platz finden. Und da haben dann weder Katzen, noch Hunde, noch Menschen was verloren."

Andere User wiederum meinten, dass Katzen daheim bleiben sollten - wie Florian Z. auf Facebook: "Die Stubentiger in freier Wildbahn töten mehr geschützte Tiere als Fuchs, Marder und Co. Die gehören da nicht hin!"

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mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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