10 Millionen Euro Sofortgeld!

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+++ Aktuelle Lage in Freilassing +++ Zahlreiche Rad- und Wanderwege im BGL gesperrt +++ Rosenheimer Rathaus verlängert Öffnungszeiten +++ Hotline für Hilfevermittlung in Rosenheim +++ Malteser-Bilanz in Kolbermoor +++

Brennpunkt Hochwasser: Berichte, Fotos und Videos

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Am Mittwochabend war es soweit: Auch im letzten Landkreis (Rosenheim) wurde der Katastrophenfall aufgehoben. Das große Aufräumen geht indes weiter. Denn das Hochwasser hinterließ seine Spuren - ob in der Landschaft, bei Betroffenen und Helfern oder in der Wirtschaft.

Überregional/Alle Gebiete:

10 Millionen Euro Sofortgeld bei Hochwasserschäden in Oberbayern

Das Bayerische Kabinett hat am 5. Juni 2013 ein 150-Millionen-Euro- Sofortpaket für die Opfer des Hochwassers von Mai/Juni 2013 beschlossen. Der Regierungsbezirk Oberbayern hat davon 10 Millionen Euro für sofortige Notgelder erhalten. Erstmittel hat die Regierung von Oberbayern inzwischen auf alle 20 Landkreise und 3 kreisfreien Städte weiterverteilt. Die Landratsämter entscheiden jeweils selbst, wer letztlich für die Antragsbearbeitung und Auszahlung der Soforthilfe zuständig ist, also ob das Landratsamt selbst oder die Städte und Gemeinden; das ist umgehend regional in geeigneter Weise bekanntzumachen. Dieses ortsnahe Vorgehen lässt die jeweils bürgerfreundlichste und flexibelste Auszahlungsweise im Vertrauen auf die organisatorische Leistungsfähigkeit der kommunalen Familie zu. Die Anträge, die entsprechend dieser Regelung zu adressieren sind, können ab heute gestellt werden. Diese Informationen und die Antragsformulare sind zudem ab sofort abrufbar unter www.regierung.oberbayern.bayern.de.

Das Sofortgeld beläuft sich jeweils auf 1.500 Euro an geschädigte private Haushalte und auf jeweils bis zu 5.000 Euro an Unternehmer mit bis zu 50 Mitarbeitern sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe; in besonderen Härtefällen können auch höhere Beträge ausgezahlt werden. Es wird für Ersatzbeschaffungen von durch das Hochwasser zerstörtem Hausrat oder Betriebsvermögen ausbezahlt. Dass Ersatzbeschaffungen vorgesehen sind, muss der Antragsteller mit seiner Unterschrift bestätigen.

Die mit am stärksten in Oberbayern betroffene Stadt Rosenheim ist eine der ersten Kommunen, die Sofortgelder bereits seit heute, 6.30 Uhr, auszahlt. Für diese Fälle ist das Rathaus auch am Freitagnachmittag bis 17:00 Uhr und am Samstag von 08:00 bis 13:00 Uhr geöffnet! Weitere Informationen dazu unter www.rosenheim.de.

Pressemitteilung Regierung von Oberbayern

Bahnstrecke Übersee/Traunstein bis Montag dicht:

Nach dem Sinken der Pegelstände der Bäche und Flüsse in Oberbayern kommt es im Bahnverkehr noch zu Behinderungen auf zwei Hauptstrecken.

Die Deutsche Bahn bietet in beiden Fällen Umleitungsverkehre an. München – Salzburg Die Strecke zwischen Übersee und Traunstein, hier wurden die Widerlager einen Brücke vom Hochwasser hinterspült, bleibt mindestens noch bis kommenden Montag, 10. Juni, für den Bahnverkehr gesperrt.

Ein Busnotverkehr ist in diesem gesperrten Abschnitt eingerichtet. Die Railjet-Züge zwischen München und Wien werden weiterhin über Passau umgeleitet. Die übrigen Fernverkehrszüge enden in München bzw. Salzburg. Die Deutsche Bahn lässt zwei EuroCity-Zugpaare als Umleitungszüge täglich von München über Mühldorf nach Salzburg und zurück verkehren.

Region Rosenheim:

„Sofortgeld“ für Hochwasseropfer – Rathaus verlängert Öffnungszeiten

Erst gestern hat der Freistaat Bayern mit dem „Sofortgeld“ schnelle und unbürokratische Hilfe für alle Geschädigten des Hochwassers beschlossen. Heute konnten die betroffenen Privatpersonen 1.500 EUR und die Gewerbetreibenden bis zu 5.000 EUR beantragen. Ab 6.30 Uhr empfingen Mitarbeiter der Stadt die Bürgerinnen und Bürger, gaben die Anträge aus, halfen beim Ausfüllen und standen für Rückfragen zur Verfügung. Bis zum Nachmittag herrschte großer Andrang. „Geht der Antrag bis zum frühen Nachmittag bei uns ein, ist das Geld in der Regel am nächsten Tag auf dem Konto der Betroffenen“, versprach Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Um allen Betroffenen Gelegenheit zu geben „Sofortgeld“ zu beantragen, verlängert die Stadtverwaltung Ihre Öffnungszeiten. Betroffene können auch morgen, Freitag, 7. Juni von 7 bis 17 Uhr und am Samstag, 8. Juni von 8 – 13 Uhr Anträge ausfüllen und abgeben.

Oberbürgermeisterin Bauer und Stadtbrandrat Meyrl machten sich heute in Oberwöhr und Schwaig ein Bild von den Aufräumarbeiten. „Die Schäden sind enorm und die Menschen arbeiten unermüdlich, um ihre Häuser wieder bewohnbar zu machen. Da ist das „Sofortgeld“ eine unbürokratische, schnelle und wirksame Hilfe“, so die Oberbürgermeisterin.

Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Nachbarschaftliche Unterstützung für Hochwasseropfer

Das Hochwasser hat viele Menschen geschädigt, vor allem im Rosenheimer Westen. Das Mitgefühl und die Einsatzbereitschaft der Bevölkerung in Stadt und Umland sind groß, sodass viel Unterstützung für die Betroffenen zur Verfügung steht.

Im Auftrag der Stadt Rosenheim nimmt die Freiwilligenagentur Rosenheim West unter der Telefonnummer 08031/237272 sowie der Handynummer 0160/3786278 sowohl Hilfsangebote als auch Hilfsgesuche entgegen und vermittelt freiwillige Helfer an mögliche Einsatzorte. Judith Klinger, Leiterin der Freiwilligenagentur West: „Bewohner, die den Betroffenen gerne unter die Arme greifen und vor Ort anpacken möchten, werden weiterhin gebraucht!“ Auch können Sachspenden und Angebote für vorübergehende Wohnmöglichkeiten (z. B. Ferienwohnungen) gemeldet werden, um den Betroffenen zu helfen.

Das Büro der Freiwilligenagentur im Bürgerhaus E-Werkstüberl ist nur zeitweise besetzt. Die Handynummer ist unter der Woche bis 17 Uhr gut zu erreichen. Einsatzbereite, die sich am Wochenende spontan engagieren möchten, können sich bei Thomas Niclas, Koordinator einer Bürgerinitiative vor Ort, unter der Telefonnummer 0173/6706254 melden.

Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Das Wasser ist weg – das Ausmaß der Schäden sichtbar

Erzdiözese München und Freising: Man sollte meinen, wenn das Wasser weg ist, wird alles gut. Dass dem aber nicht so ist, weiß Hans Kerschbaumer, Beauftragter der Malteser in Rosenheim und beim Hochwasser im Landkreis Rosenheim in der Einsatzleitung aktiv. Mit der Rückkehr der Betroffenen in ihre teils zerstörten Häuser endet für die Menschen aus der Hochwasserregion die Katastrophe noch lange nicht. „Die Menschen, darunter viele Rentner, müssen nun ihre Wohnungen renovieren sowie Lebensmittel oder dem Hochwasser zum Opfer gefallenes Hab und Gut entsorgen. Viele wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Es herrschen teils Zustände wie im Krieg. Die Menschen kehren in ihre Häuser zurück, wo sie teils ohne Strom oder Heißwasser auskommen müssen“, berichtet Kerschbaumer. Er zieht aus dem Einsatz eine wichtige Erkenntnis: „Für den Katastrophenfall sind und waren wir relativ gut vorbereitet, die Katastrophenachsorge muss verbessert werden“, fordert Kerschbaumer.

Ministerpräsident Horst Seehofer machte sich vor Ort ein Bild von der Betreuung der Evakuierten durch die Malteser und sprach mit Hans Kerschbaumer (re.) aus Rosenheim und Thomas Auerbach aus Taufkirchen (li.).

Zwei Tage lang standen über 60 Helferinnen und Helfer der Malteser den Menschen bei. In einer Betreuungsstelle versorgten die Helfer in Spitzenzeiten bis knapp 200 Menschen, darunter auch kranke Personen, wie einen Dialysepatienten. „Wir haben ein ähnliches Szenario ja letzten Sommer bei der Bombenentschärfung in Schwabing erlebt. Aber dieser Einsatz hat uns alle an unsere Grenzen gebracht“, erklärt Kerschbaumer. Was die Helfer geleistet haben, war enorm und jeder war gerne und voller Engagement im Einsatz. „Unser Ziel war es, den Menschen zu helfen und moralisch, psychisch und wo nötig medizinisch, zur Seite zu stehen. Wir hoffen, dass es allen Betroffenen gut geht und sie baldmöglichst in ihren Alltag übergehen können.“

Pressemitteilung der Malteser

Wertstoffhöfe nehmen Hochwasser-Sperrmüll kostenlos an

Der Landkreis Rosenheim wird die Sperrmüllsammlung für Hausrat, der durch das Hochwasser unbrauchbar wurde, ausweiten. Ergänzend zur Sperrmüllabfuhr in Kolbermoor wollte Landrat Josef Neiderhell auch für andere Gemeinden eine schnelle und unbürokratische Lösung. Aus diesem Grund werden die gemeindlichen Wertstoffhöfe den durch Wasser und Schlamm verunreinigten Sperrmüll bis einschließlich 15. Juni kostenlos annehmen.

Einige Gemeinden wie Stephanskirchen, Eggstätt, Kiefersfelden, Neubeuern oder Feldkirchen-Westerham hatten sich beim Sachgebiet Abfallwirtschaft im Landratsamt Rosenheim gemeldet und mitgeteilt, dass auch dort Hausrat durch Hochwasser unbrauchbar wurde. Um Missbrauch vorzubeugen, werden die an den Wertstoffhöfen angelieferten Gegenstände dokumentiert. Unterdessen ist die Sperrmüllsammelaktion in Kolbermoor voll im Gange. Allein heute (06.06.13) sind sechs Fahrzeuge im Einsatz um von Haus zu Haus einzusammeln. Um größere Gegenstände zu verladen ist ein Bagger vor Ort.

In der Lagebesprechung heute Vormittag kam noch einmal der herausragende Einsatz der vielen tausenden Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen zur Sprache. Landrat Neiderhell dankte in diesem Zusammenhang auch den Arbeitgebern, die durch die Freistellung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die umfangreiche Hilfe in diesem Katastropheneinsatz erst ermöglichten.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim 

Trinkwasserqualität in Rosenheim einwandfrei:

Auch nach den starken Regenfällen und den Überschwemmungen ist die Trinkwasserqualität in Rosenheim 5 einwandfrei. „Bei aktuellen Wasserproben vom Dienstag konnten wir keinerlei Keime im Rosenheimer Trinkwasser messen“, berichtet Martin Winkler, zuständiger Wassermeister bei den Stadtwerken. Die 10 Wasserproben seien aus den Brunnenanlagen bei Willing entnommen und im Labor der Stadtwerke auf mehrere Keimgruppen, darunter Coli-Bakterien, untersucht worden, so Winkler.

INFO ZUR SPERRMÜLLENTSORGUNG:

Bis Freitag, 14. Juni, kann der durch das Hochwasser entstandene Sperrmüll an folgenden Containern entsorgt werden: Schwaiger Weg 21, Krainstraße 32, Wertstoffinsel am Turnerweg, Parkplatz Sparkasse Aisingerwies, Parkplatz Farben Hoegner und am Schwaiger Kreisel.

Sandsäcke schleppen, Häuser evakuieren, Keller auspumpen – die Retter waren in den letzten Tagen in allen Hochwasser-Gebieten im Dauereinsatz. Allein in Stadt und Landkreis Rosenheim stemmten sich 5500 Helfer gegen die Flut. Wie das OVB in seiner Donnerstagsausgabe schreibt, waren rund 3500 Feuerwehrler aus 117 Landkreis-Feuerwehren und sechs Stadtfeuerwehren sowie rund 100 Berufsfeuerwehrler aus München im Einsatz. Außerdem kamen noch 150 Floriansjünger aus Tirol dazu. Hinzu kommen rund 610 Kräfte der Sanitätsdienste, 412 Wasserwachtler, über 200 THW-ler und fast 200 Männer und Frauen der Bergwacht. Die Polizei war mit rund 100 Kräften im Einsatz, außerdem war auch noch ein Trupp von 60 Soldaten aus Mittenwald in der Region im Einsatz. Dass diese Anzahl an Kräften schlicht auch nötig war, zeigt z.B. die Tatsache, dass die Integrierte Leitstelle in Hochzeiten über 2000 Notrufe in drei Stunden bewältigen musste.

Auch in Kolbermoor nähert man sich einem "normalen" Zustand langsam an. Die Keller wurden im Laufe des Mittwochs geleert und auch die Stromversorgung ist größtenteils wieder hergestellt. Gesperrt sind hingegen derzeit noch die Von-Bippen-Straße und das Karree östlich der Car-Jordan-Straße. In diesem Gebiet ist der Ausnahmezustand auch noch deutlich zu spüren. Hilfe für die erschöpften Rettungskräfte kam aus dem benachbarten Österreich: Einsatzkräfte aus Tirol rückten an und griffen den Teams vor Ort kräftig unter die Arme. Die Aufräumarbeiten, so bilanziert der Kommandant Richard Schrank im Mangfall-Boten, werden sich aber noch zum Wochenende hinziehen. Erst dann könne auch eine abschließende Schlussrechnung angestellt werden.

Mit den Folgen des Hochwassers kämpfen derzeit nicht nur die Betroffenen - auch die Geschäftsleute in der Innenstadt haben derzeit mit einem Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent zu kämpfen, wie das Oberbayerische Volksblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet. Seit der Meldung, alle Zufahrtsstraßen in die Stadt seien dicht, die vom Krisenstab in der Sonntagnacht herausgegeben wurde, kämen kaum noch Kunden in die Stadt. Dabei lebt das Rosenheimer Geschäftsleben zur Hälfte von Kunden, die von außerhalb in die Stadt kommen. Da Straßen, Bus- und Bahnverkehr teilweise zum Erliegen kamen, fehlte diese Kundschaft.

Auf Grund der wegen des Hochwassers eingeschränkten Verkehrssituation in der Chiemseeregion wird die Chiemseeringlinie ihren Betrieb erst am Dienstag, 11. Juni, wieder aufnehmen.

Auch die Chiemseeschiffahrt in Stock hat mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Unternehmen habe die Hochwasser-Katstrophe zwar glimpflich überstanden, was Sachschäden angeht. Die Einnahmebußen hinterließen jedoch ein größeres Loch, wie Ludwig Feßler, Seniorchef des Unternehmens, gegenüber der Chiemgau-Zeitung sagte. Teilweise stehen Anlagen und Gebäude am Chiemsee noch unter Wasser.

Zu folgenden Zeiten ist das Telefon der "Zivilen Notfallhilfe" besetzt:

Donnerstag und Freitag (6. und 7. Juni) von 15 bis 18 Uhr.

Samstag (8. Juni) von 9 bis 12 Uhr.

Montag bis Freitag (10. bis 14. Juni) von 15 bis 18 Uhr.

In Bad Aibling startet indes eine Bürger-Aktion, die sich die Koordination von Helfern und Hochwasser-Opfern widmet. In Absprache mit der Feuerwehr nimmt die "Zivile Notfallhilfe" ab heute die Arbeit auf. Melden können sich dort Betroffene, die Hilfe benötigen, sowie Helfer, die stundenweise anpacken können. Erreichbar ist die Bürger-Aktion unter der Telefonnummer 08061 / 34978271.

Region Mühldorf/Altötting:

Die Lage in Stadt und Landkreis Mühldorf normalisiert sich weiter. Wie der Mühldorfer Anzeiger heute berichtet, hat der Inn dort bald wieder seinen normalen Pegel erreicht. Und besonders erfreut zeigten sich die Verantwortlichen, dass die (Bau-)Maßnahmen, die nach dem letzten Hochwasser 2005 ergriffen wurden, erfolgreich gewesen seien. „Ich bin sehr froh, dass wir diese Erhöhung durchgeführt haben“, sagte Bürgermeister Günther Knoblauch dem Mühldorfer Anzeiger. Dass das Wasser allerdings eine gewaltige Wucht hatte, zeigt sich an den Sandmassen, die am Inn-Ufer abgelagert wurden.

Während die Behörden nun dabei sind, die Schäden genauer zu beziffern, haben viele Rettungskräfte immer noch keine Ruhe. Wie bereits berichtet, sind zahlreiche THW- und Feuerwehr-Kräfte bereits am Dienstagmittag nach Regensburg bzw. Niederbayern weitergereist, um dort die Flut zu bekämpfen.

Am Marktler Badesee im Landkreis Altötting herrscht derzeit Badeverbot. Nicht nur der See, sondern auch die Liegewiesen waren vom Hochwasser des Inns überflutet worden. Das Landratsamt Altötting hat wegen möglichen bakteriellen Verunreinigungen das Baden im See vorsorglich verboten.

Region Traunstein:

Bahnstrecke Traunstein - Ruhpolding ab Freitag wieder frei:

Nach der Sperrung wegen Hochwassers verkehren ab Freitag früh wieder Züge zwischen Traunstein und Ruhpolding. Das hat die Südostbayernbahn mitgeteilt.

Erste grobe Schadenschätzung:

Rund 1000 Wohngebäude wurden durch das Hochwasser im Landkreis Traunstein in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadensumme allein in diesem Bereich liegt bei fast drei Millionen Euro. Das ist das Ergebnis einer ersten groben Schätzung, so dass diese Zahl nur eine Zwischenbilanz sein kann. Das teilte das Büro des Landrats mit.

Luftkompressor verliert Öl in der Traun: Am Mittwochnachmittag wurde von einer Zivilperson ein durch das Unwetter angeschwemmter Luftkompressor an der Traun festgestellt. Aus diesem lief Diesel aus und in den angrenzenden Bach. Die herbeigerufene Feuerwehr der Stadt Traunstein konnte diese Maschine mit Hilfe einer Seilwinde vom Ufer wegziehen. Ein herbeigerufener Bagger hob das Fahrzeug in sicheres Gelände. Die Behörden gehen davon aus, dass rund 50 Liter Diesel in den Fluss gelaufen sind.

Am Dienstagmorgen meldet der Landkreis noch folgende Straßensperren: B305 Gmundberg – Stangenwald westl. Berchtesgaden (Fahrbahn unterspült; Böschung zerstört; Verkehrsfreigabe am Nachmittag); St2096 Grabenstätt – Übersee (Straße auf ca. 150 m Länge komplett weggerissen; langfristig); St 2106 Grenzübergang Tittmoning (Straßensperre auf österreichischem Staatsgebiet; bis Wochenende).

Der am letzten Sonntag ausgefallene Festtag der Musikkapelle Schleching wird übrigens am kommenden Sonntag nachgeholt.

Region Berchtesgadener Land:

Aktuelle Informationen zur Hochwassersituation in Freilassing

  • Straßen: Alle Straßensperren in Freilassing sind ab sofort aufgehoben.
  • Essensversorgung: Die Versorgung mit Essen für die vom Hochwasser Betroffenen findet noch am Freitag, 7. Juni, von 12-14 Uhr im Rathaussaal statt. Herzlichen Dank an die BRK-Bereitschaft!
  • Das Bürgertelefon der Stadt Freilassing ist über das Wochenende unter der Nummer 08654/6309-123 erreichbar.
  • Stromversorgung: Die E.ON hat in den betroffenen Gebieten Baustromkästen eingerichtet, von denen sich die Haushalte vorerst mit Strom für das Nötigste versorgen können. Diese Stromkästen ersetzen nicht die reguläre Stromversorgung! Die Häuser werden erst dann ans Stromnetz angeschlossen, wenn ein vom Hauseigentümer beauftragter Elektriker die Unbedenklichkeit des hausinternen Stromnetzes bestätigt. Im Heideweg sind einige Anwesen schon wieder an das Stromnetz angeschlossen. Die Mühlbachstraße ist auch schon überwiegend am Netz.
  • Die Straßenbeleuchtung funktioniert generell wieder.
  • Die Bundeswehrsoldaten sind auch am Freitag unterwegs und helfen den Betroffenen, ihren Sperrmüll zu entsorgen.

1.500 € Soforthilfe für Hochwasseropfer!

Betroffene des Hochwassers können ab sofort auf der Homepage des Landratsamtes ein Formular runterladen, um eine Soforthilfe in Höhe von 1.500 Euro pro Haushalt zu beantragen. Die Formulare können auch im Rathaus abgeholt werden! Die Formulare sowie weitere Infos finden Sie hier: www.lra-bgl.de

Pressemitteilung Stadt Freilassing

BRK-BGL leisten Nachbarschaftshilfe

Das BRK ist noch immer mit 1.300 Rettern in den Hochwasser-Katastrophengebieten vor Ort. Schwerpunkte sind aktuell die Landkreise Deggendorf und Straubing, wo nach wie vor auch Berg- und Wasserretter aus dem Berchtesgadener Land Nachbarschaftshilfe leisten. Am Samstag und Sonntag müssen die Rotkreuzler aus dem Berchtesgadener Land auch den Rettungsdienst in Passau unterstützen, da die dortigen Einsatzkräfte tagelang gefordert waren und nun abgelöst werden müssen.

Im Landkreis Deggendorf sind 660 Kräfte des BRK vor Ort, darunter 100 Männer und Frauen von der Wasserwacht, die mit ihren Booten auch in der Nacht Mensch und vereinzelt auch Vieh evakuiert haben. Unterstützt werden die Helfer durch Einheiten der Bergwacht, die mit ihren geländegängigen Fahrzeugen selbst schwer zugängliche Straßen noch passieren können. Außerdem betreut und versorgt das BRK im Landkreis Deggendorf in sechs Unterkünften mit insgesamt 1.400 Betten Menschen, die ihre Wohnungen und Häuser verlassen mussten.

Die Wasserwachten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing-Ainring und Laufen-Leobendorf sind am Dienstagmittag mit zwei Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) als Teil des Wasserrettungszugs Oberbayern zum Hochwassereinsatz nach Deggendorf ausgerückt. Die erste Mannschaft wurde am Mittwochabend durch weitere Kräfte aus dem Berchtesgadener Land abgelöst. Der Einsatz für den Wasserrettungszug Oberbayern hat sich aktuell bis voraussichtlich zum 9. Juni verlängert, wobei die heimischen Einsatzkräfte im Schichtbetrieb arbeiten und mit zusätzlichen Fahrzeugen nach Niederbayern gefahren und von dort wieder abgeholt werden. Es sind immer zwölf Wasserretter aus dem Berchtesgadener Land in der Nähe von Deggendorf eingesetzt.

Auch im Landkreis Straubing ist das BRK mit 140 Helfern präsent: Neben Wasserrettungs- und Evakuierungsmaßnahmen kümmern sich die Helfer in fünf Betreuungsstellen um evakuierte Bürger, die diese Hilfe dankbar annehmen.

Während die Pegel in Passau zurück gehen, sind die Einsatzkräfte des BRK dort weiterhin mit 250 Helfern vor Ort und betreuen und versorgen ca. 600 Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Ferner sind rund 100 Wasserretter mit ihren Booten an allen Schnittpunkten im Einsatz. Die Wasserwacht hat im Einsatz in Passau am frühen Mittwochmorgen ein zweites Rettungsboot verloren, es sind jedoch keine Menschen zu Schaden gekommen.

Für die besonders kritische Situation in Niederbayern hat das BRK die Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierungen (ILS) in Straubing bereits in der Dienstagnacht personell verstärkt mit sechs und am Mittwoch mit weiteren vier zusätzlichen Disponenten aus der ILS Oberland in Weilheim und der ILS Donau-Iller in Krumbach. Damit bewährt sich nicht nur das komplexe Hilfeleistungssystem des BRK aus eng verzahnten ehren- und hauptamtlichen Einheiten von Rettungs- und Betreuungsdiensten; es wird vielmehr auch klar erkennbar, dass das Netz der vom BRK betriebenen Integrierten Leitstellen sich in kritischen Situationen gegenseitig unterstützen kann. „Damit wird für den Bürger ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet, denn trotz der Hochwasserkatastrophe geht der ganz normale Rettungsdienstbetrieb weiter“, sagt der für den Rettungsdienst zuständige BRK-Landesgeschäftsführer Dieter Deinert.

Das Bayerische Rote Kreuz hat für die Hochwasseropfer auch ein Spendenkonto eingerichtet:

Speziell für die Hochwasseropfer im Berchtesgadener Land

Spendenkonto:4226
Sparkasse BGL
Bankleitzahl: 71050000
Verwendungszweck: Hochwasser BGL

Allgemein für alle Hochwasseropfer in Bayern

Spendenkonto: 22222
Bayerische Landesbank
Bankleitzahl: 70050000
Verwendungszweck: Hochwasserkatastrophe 2013

Pressemitteilung BRK-BGL

Zahlreiche Rad- und Wanderwege gesperrt

Auf Grund des Hochwassers der vergangenen Tage sind zahlreiche Rad- und Wanderwege im Landkreis erheblich beschädigt worden und müssen gesperrt werden. Aktuelle Hinweise und Sperrungen finden Sie auch auf der Internetseite der jeweiligen Gemeinde. Die Bevölkerung wird gebeten, die Absperrungen nicht zu missachten. Es besteht Lebensgefahr! Die steigenden Temperaturen und das schönere Wetter locken in den kommenden Tagen wieder zahlreiche Freizeitsportler, Wanderer und Urlaubsgäste ins Freie.

Gerade die Uferwege entlang der Saalach und Salzach sind ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Jedoch wurden auch diese von dem Hochwasser der letzten Tage in Mitleidenschaft gezogen. Viele Abschnitte sind unpassierbar und mussten komplett gesperrt werden. Wie lange die einzelnen Sperrungen andauern werden ist derzeit nicht absehbar. Wir bitten die Bevölkerung, sich zur eigenen Sicherheit an diese zu halten und die gesperrten Wege und Brücken nicht zu betreten! Im Gemeindegebiet Ainring ist die Radwegunterführung an der B304 zwischen Mitterfelden und Perach gesperrt.

Im Bereich Freilassing ist der gesamte Saalach-Uferweg ab der Gemeindegrenze Ainring weder begeh- noch befahrbar. Auch im Bereich Saaldorf-Surheim sind die Wege in den Auwäldern nicht benutzbar, da hier auch Brücken beschädigt wurden. In Teisendorf ist derzeit der Wanderweg rund um den Surspeicher nicht begehbar. In Piding ist der Fuß- und Radweg in der Saalachau von Bichlbruck bis zum Marzoller Steg für mehrere Wochen unpassierbar.

Eine Umfahrung durch Piding ist vorhanden. Im Bereich Bad Reichenhall sind zahlreiche Wege im Großraum Saalachsee und Thumsee aufgrund von Muren und Unterspülungen gesperrt. Die beiden entlang des Saalachsees (sowohl am nördlichen als auch am südlichen Ufer) führenden Rad- und Wanderwege zwischen Bad Reichenhall und Unterjettenberg sind bereits ab der Luitpoldbrücke gesperrt. Im  Müllnerhorngebiet und im Bereich Thumsee sind zahlreiche Wege noch unpassierbar. In Bayerisch Gmain sind alle Rad- und Wanderwege wieder benutzbar, hier wurden gefährliche Passagen bereits instand gesetzt. In Schönau am Königssee ist der Wanderweg zwischen Sulzberg und dem Bergfriedhof Schönau am Königssee aufgrund eines Murenabgangs gesperrt. Die Rodelbahn Vorderbrand ist nur mit gutem Schuhwerk begehbar. In Ramsau sind Teile des Rundwegs um den Hintersee gesperrt. Ebenso der sogenannte Schattseitweg oberhalb der Wimmbachklamm und der Weg Preisen – Roßhof.

Die Triftanlage Seeklause bis zum Kiosk im Zauberwald ist derzeit noch gesperrt, sollte jedoch bis zum Wochenende wieder begehbar sein. In Berchtesgaden ist der Fuß- und Radweg Gartenau Richtung Kugelmühle gesperrt. Die Wanderer und Radfahrer werden gebeten, die Sperrungen zu beachten und sich nicht durch Missachtung dieser in Gefahr zu bringen. Insbesondere in den vorgenannten Bereichen und entlang von Gewässern sowie in Hangbereichen wird auch auf nicht gesperrten Wegen um äußerste Vorsicht gebeten, da Schäden nicht auszuschließen sind. Die Aufräumungsarbeiten werden aufgrund der Schadenshäufungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Unter Berücksichtigung der außergewöhnlichen Schadenslage bitten wir hierfür um Verständnis.
Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

Neue Bilder aus Piding

Das Ausmaß des Hochwassers wird vielerorts erst jetzt deutlich. Hier neue Bilder aus Piding:

Bichlbruck während und nach dem Hochwasser

Die Lage in Freilassing

Damit die Einsatzkräfte zügig vorankommen und die Aufräumarbeiten der Bundeswehr nicht behindert werden, ist der Bereich Heideweg/Freimannstraße vollständig gesperrt, auch für bereits beauftragte Handwerker. Erst ab ca. 20 Uhr wird der Bereich für den Verkehr frei gegeben.

Ebenfalls wegen den Aufräumarbeiten/Transporten sind die Reichenhaller Straße ab Bahnhof zur Bahnunterführung, die Mühlbachstraße, der Eisenpointweg sowie die Rupertusstraße und Westendstraße gesperrt. Die Unterführung an der Haller Straße (Peracher Unterführung) wird tagsüber freigepumpt und für den Verkehr freigegeben. Während der Nacht ist die Straße gesperrt.

Ainring hilft Freilassinger Flutopfern: Unter dem Motto „Ainring hilft Freilassing" soll auf Anregung des prominenten Musikers und Liedermacher Hans Söllner in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ainring eine Solidaritätsaktion für die am härtesten betroffenen Freilassinger Flutopfern der jüngsten Hochwasserkatastrophe stattfinden. Hans Söllner, der mit seiner gemeinnützigen Idee und angebotenen Hilfe natürlich im Rathaus bei Bürgermeister Hans Eschlberger sofort Zustimmung fand, möchte Anfang August – angedacht ist der 4. August ab 20 Uhr, in der Ainringer Freilichtbühne - mit seiner Band „Bayaman Sissdem" ein etwa zwei- bis dreistündiges Benefizkonzert veranstalten.

Schäden in der Almbach-Klamm

„Wir werden jeden Euro, jeden Cent aus dem Erlös dieser Veranstaltung den vom Hochwasser am meisten geschädigten Familien zur Verfügung stellen," verdeutlicht Hans Söllner, der dafür bekannt ist, dass er in Deutschland und Österreich jedes Jahr drei bis vier Wohltätigkeitsveranstaltungen und zusätzlich mehrere Soloauftritte für soziale Zwecke gibt.

Massive Hochwasserschäden gab es auch in der Almbachklamm in der Gemeinde Marktschellenberg. Hier haben die Wassermassen des Almbachs Wege unterspült sowie Stege und Brücken weggerissen.

rr/mw/OVB-Heimatzeitungen/diverse Pressemeldungen

Quelle: rosenheim24.de

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