Die Hochwasser-Lage am Sonntagabend

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In Kolbermoor war die Lage den ganzen Sonntag über kritisch.
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  • Marcel Görmann
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+++ Damm in Oberwöhr gebrochen  +++ Häuser in Kolbermoor evakuiert +++ Dammbruch in Tittmoning +++ Meterhohe Überschwemmung in Freilassing +++ Sperrungen auf der A8 +++ Orte von Außenwelt abgeschnitten +++

Wir informieren Sie wieder ab Montagmorgen über die Entwicklung des Hochwassers.

Aktueller Stand um 22.55 Uhr

Bereits am Nachmittag traten die schlimmsten Befürchtungen ein. Nach einem Dammbruch stand Tittmoning (Lkrs. Traunstein) unter Wasser. Auch die Stadt Freilassing (BGL) war den Wassermassen nicht gewachsen. Hier stand das Wasser in einigen Häusern bis in den ersten Stock! Das Landratsamt Traunstein meldete, dass die Gemeinden Reit im Winkl und Schleching von der Außenwelt abgeschnitten sind.

In Rosenheim wurde bereits am Nachmittag der Stadtteil Schwaig teilweise evakuiert. Ebenso mussten mehrere hundert Menschen in Kolbermoor vor den Fluten der Mangfall flüchten. Gegen 22 Uhr brach schließlich der Damm, der die Mangfall in Oberwöhr aufhalten sollte. Das Wasser brach daraufhin in den Stadtteil ein. Wie schwer die Überschwemmung ist, wird sich erst am Montag zeigen.

Die Landkreise Mühldorf und Altötting kamen noch relativ glipflich davon. Allerdings wird es am Inn frühestens um 1 Uhr früh Entwarnung geben.

Am Vormittag hatten die Behörden bereits in den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen - ebenso im benachbarten Tirol. Am Nachmittag folgten dann die Landkreise Mühldorf und Traunstein.

Unwetterwarnung bleibt bestehen

Die Unwetterwarnungen vor ergiebigem Dauerregen bleiben noch bis Montag 12 Uhr bestehen. Der Deutsche Wetterdienst geht für die Landkreise in der Region von einer Niederschlagsmenge von nochmals 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter bis Montagmittag aus.

LKW-Fahrverbot in der Region

Durch die starken Regenfälle und den dadurch ausgelösten Katastrophen-Alarm in den Landkreisen Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Mühldorf, sowie der Stadt Rosenheim, wurde durch die Regierung von Oberbayern ein Lkw-Fahrverbot von Sonntag, 02.06.2013, 22.00 Uhr, zunächst bis Montag, 03.06.2013, 22.00 Uhr, angeordnet. In Absprache mit der Regierung von Oberbayern gilt dieses Fahrverbot für alle Fahrzeuge ab 12 t, wobei Fahrzeuge, die im Rahmen des Katastropheneinsatzes tätig sind, von dieser Regelung ausgenommen werden. Weiterhin ausgenommen ist der Verkehr auf der BAB A 8, der A 93 zwischen Kufstein und München und der A94 in beiden Fahrtrichtungen.

Hier können Sie die Entwicklungen von 7 bis 13 Uhr verfolgen.

Hier können Sie die Entwicklungen von 13 bis 18 Uhr verfolgen.

Stadt und Landkreis Rosenheim:

Damm in Oberwöhr gebrochen

Am Auerbach im Bereich von Oberwöhr ist ein Damm gebrochen. Aus Sicherheitsgründen lässt die Rosenheimer Feuerwehr wie in der Schwaig eine Evakuierung des Ortsteils anlaufen. Ein Bustransfer wird eingerichtet. Notunterkunft ist neuerlich die Turnhalle der Volksschule Fürstätt.

Nach den aktuellsten Prognosen des Wasserwirtschaftsamtes dürfte in Rosenheim am Montag, 03. Juni 2013 um 1 Uhr morgens mit 4,60 Metern der höchste Pegelstand der Mangfall erreicht werden. „Nach den letzten Informationen unserer Einsatzkräfte sind die Dämme im Stadtgebiet nach wie vor stabil und die Freiborde an den städtischen Mangfallbrücken noch ausreichend. Verklausungen, also Sperrbarrieren an den Brückenpfeilern durch Treibholz, sind bisher nicht in größerem Umfang aufgetreten“, diagnostizierte Stadtbrandrat Hans Meyrl die derzeitige Hochwasserlage für Rosenheim.

In der Schwaig nehmen die Überschwemmungen nach wie vor noch zu. Die Situation in Oberwöhr wird von der Feuerwehr vor Ort laufend überwacht. Der Zugverkehr am Bahnhof Rosenheim ist bis auf Weiteres komplett eingestellt. Das an der Eisenbahnüberführung in der Kufsteiner Straße austretende Wasser ist ein natürliches Phänomen aufgrund des hohen Grundwasserstands.

Nach den letzten Wetterprognosen nimmt die Intensität der Niederschläge während der Nacht ab. „Das könnte helfen, die Situation zu stabilisieren. Dennoch sollte vorsichtshalber niemand in Souterrainwohnungen oder Kellern übernachten. Sollte sich die Lage während der Nacht verändern, werden wir die Rosenheimer Bevölkerung über die örtlichen Medien informieren“, so Meyrl.

Kein Strom in Aisingerwies

Nachdem zuvor bereits in Teilen von Kolbermoor der Strom abgeschaltet wurde, war gegen 22 Uhr am Abend auch in Aisingerwies der Strom abgestellt.

Wegen Hochwasser geschlossen

Der katholische Kindergarten St. Josef der Arbeiter in Rosenheim-Oberwöhr bleibt am Montag geschlossen. Auch die Wendelsteinwerkstätten bleiben geschlossen.

A8 - weitere Sperrungen Richtung Salzburg

Nach der Sperrung der A 8 bei Grabenstätt (Lkr. Traunstein) am Sonntagvormittag, ist diese nun auch zwischen den Anschlussstellen Rosenheim und Rohrdorf, in Fahrtrichtung Salzburg, für den Verkehr geschlossen worden. Der Grund ist angeschwemmtes Holz an der dortigen Innbrücke. Da die Gegenfahrbahn auf einem eigenen Brückenbauwerk verläuft, ist diese Richtung derzeit noch freigegeben.

Ebenfalls in Richtung Salzburg ist die Fahrbahn Höhe Anschlussstelle Bad Aibling (bei Wasserwiesen) überflutet. Auch dort wird eine Sperrung mit Ausleitung des Richtung Süden fließenden Verkehrs bei Irschenberg vorbereitet.

Warnungen in Oberwöhr:

Nachdem in der Schwaig/Alte Landstraße bereits 30 Personen wegen der eingetretenen Überschwemmungen in einer Notunterkunft in der Turnhalle der Volksschule Fürstätt untergebracht wurden, steigt das Hochwasser in diesem Ortsteil weiter an. Deshalb werden jetzt auch die Bürgerinnen und Bürger in Oberwöhr mit Lautsprecherdurchsagen gebeten, sicherheitshalber ihre Fahrzeuge und sonstige Gegenstände aus Tiefgaragen und möglichst auch dem öffentlichen Straßenraum zu entfernen.

Überflutungsflächen in Feldolling:

Der Scheitelpunkt des Mangfall-Hochwassers wird im Laufe der Nacht erwartet. In Feldolling wurden zur Entlastung der Mangfall 1 Mio. Kubikmeter Wasser in Retentionsflächen abgeleitet. „Der Erfolg dieser Maßnahme ist bereits spürbar. Der Pegel der Mangfall steigt inzwischen deutlich langsamer als noch in den letzten Stunden. Im Stadtgebiet von Rosenheim halten die Dämme bisher und auch die noch verfügbare Kapazität dürfte für die zu erwartenden Pegelstände ausreichen“, zeigte sich Stadtbrandrat Meyrl vorsichtig optimistisch.

Hubschraubereinsatz in Kolbermoor beschlossen:

Um den stellenweise durchweichten Deich in Kolbermoor zu retten, entschied die Führungsgruppe Katastrophenschutz den Einsatz eines Hubschraubers. Der Hubschrauber der Bundespolizei wird so genannte Big Packs absetzen.

Das sind übergroße „Plastiktüten“, in denen etwa ein Kubikmeter Sand Platz hat. Damit soll der in Fließrichtung links liegende Damm zwischen der Brückenstraße und der Carl-Jordan-Straße in Kolbermoor stabilisiert werden.

In Kolbermoor-Süd soll außerdem der Strom abgestellt werden, wie Radio Charivari vermeldet.

Abiturprüfungen fallen aus:

Der Ausfall des Unterrichts an den Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim betrifft auch die für morgen angesetzten Abiturprüfungen. Der Ministerialbeauftragte für die Berufliche Oberschule in Ostbayern, Dr. Friedrich Heyder, stellte am Abend klar, dass alle Fachabitur- und Abiturprüfungen ausfallen. Dies gilt sowohl für die schriftlichen Fachabitur- und Abiturprüfungen an Fach- und Berufsoberschulen als auch für die mündlichen Prüfungen an den Gymnasien. Informationen zum Verfahren bezüglich der weiteren Prüfungen in der Prüfungswoche will der Ministerialbeauftragte zeitnah veröffentlichen.

Dramatik in Kolbermoor nimmt zu:

Update 21:35 Uhr:

Der Strom wird am Sonntagabend entlang der Staatstraße abgestellt. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme, aufgrund des Wassers in den Kanalschächten. Die Anwohner sollen nicht in den Keller gehen und an den Sicherungskästen nachschauen. Stattdessen sollen sie in den Wohnungen bleiben. Sofern sie eine Versorgung benötigen, können sie zur Pauline-Thoma-Schule gehen, wo das BRK Essen und Trinken ausgibt.

Der Damm ist noch nicht gebrochen. Es wird ein zweiter Sicherungsdamm errichtet, um ein Abfließen des Wassers linksseitig nach Rosenheim zu verhindern.

Vorherige Meldung:

Den drohenden Deichbruch in Kolbermoor wollen die Einsatzkräfte nach Möglichkeit verhindern. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz ordnete am Nachmittag an, sämtlich verfügbare Sandsäcke an den Einsatzort zu bringen. Zudem wird auf einer der beiden Deichseiten, von der Ludwigsstraße flussabwärts, ein mit Sand gefüllter Schlauch ausgebracht. Wie berichtet, wurde aufgrund der Deichsituation der Bereich Kolbermoor Süd evakuiert.

Dramatisches Hochwasser in Kolbermoor

Die Bürgerinnen und Bürger waren mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert worden, Bekannte oder Verwandte aufzusuchen oder alternativ zur Pauline-Thoma-Schule zu kommen. Kolbermoor ist in diesem Bereich mit dem Auto nicht erreichbar. Eine großräumige Umleitung ist eingerichtet.

Krones-Werke bleiben geschlossen:

"Auf Grund der akuten Hochwasserlage bleiben das Krones Werk Rosenheim, Äußere Münchener Str. 104, sowie das Krones Werk Raubling morgen, Montag, den 03.Juni 2013, geschlossen. Bitte informieren Sie auch Ihnen bekannte Krones Mitarbeiter, falls diese die Meldung nicht gehört haben sollten. Informationen zur Wiederaufnahme des Betriebs erhalten Sie auf der Krones Homepage unter www.krones.com.

Keine Schule am Montag in Stadt und Landkreis:

In Stadt und Landkreis Rosenheim fällt am Montag die Schule aus. WICHTIGE EINSCHRÄNKUNG: Es ist noch nicht bekannt, ob auch die Abschlussprüfungen ausfallen, die an vielen Schulen für morgen angesetzt sind. Für nähere Informationen fragen Sie bitte direkt bei den Gymnasien/FOS/BOS nach.

Deich bei Feldolling geöffnet:

Als Notfallmaßnahme wurde im Bereich Feldolling der Deich geöffnet. Damit will man erreichen, dass nicht nur die Pegelspitzen sondern auch der Druck auf die Dämme reduziert werden. Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte aus Tirol. Das dortige Rote Kreuz will 500 Feldbetten und Decken liefern. Vom Bezirksverband des Bayerischen Roten Kreuzes kommen mehrere Fahrzeuge zur Versorgung der Einsatzkräfte.

Einsatz wohl durchgehend bis morgen früh:

Aufgrund der Berichte des Deutschen Wetterdienstes wird in der Führungsgruppe Katastrophenschutz davon ausgegangen, dass sich der Einsatz bis zumindest Morgen hinziehen wird.

Im Übrigen werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich von den Einsatzstellen fernzuhalten, um sich nicht selbst zu gefährden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

"Land unter" am Rosenheimer Bahnhof:

Gegen 17.30 Uhr ging auch am Rosenheimer Bahnhof nichts mehr: Wie die Bahn auf ihrer Homepage schrieb, ist wegen Überflutung der Bahnhof von der Polizei komplett gesperrt worden. Derzeit sind keine Zugfahrten von ,nach und durch Rosenheim möglich. Die Dauer der Sperrung ist nicht bekannt.

Mehrere Straßen unpassierbar:

Wegen eines überspülten Damms der Mangfall im Bereich zwischen Kolbermoor und Rosenheim haben sich in der Schwaig größere Überschwemmungsflächen gebildet. Folgende Straßenverbindungen sind bis auf Weiteres nicht passierbar: Staatsstraße 2078 ab Ecke Brückenstraße bis Schwaiger Kreisel, Georg-Aicher-Straße bis Äußere Münchener Straße, Miesbacher Straße Ecke Mangfallstraße bis Schwaiger Kreisel und Panger Straße bis Hohenofener Straße.

Unterstützung durch die Bundeswehr:

„Insgesamt sind derzeit (Stand: 18.10 Uhr) rund 360 Kräfte von Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten im Einsatz. Zur Sicherung des Damms im Bereich des Firmengeländes der Krones AG und für die Befüllung von Sandsäcken haben wir zusätzlich Bundeswehr-Kräfte angefordert. Zwei Sattelzüge mit weiteren Sandsäcken sind auf dem Weg nach Rosenheim“, so Meyrl.

Höchststand von 20 Uhr bis morgen Mittag:

An der Mangfall sind die Pegelhöchststände in Sicht. Nach Aussagen des Rosenheimer Landratsamtes wird auf Höhe Feldolling um 20 Uhr mit 3,40 Meter der Höchststand der Mangfall erreicht. In Rosenheim wird der Pegelhöchststand für 24 Uhr erwartet. Eine konkrete Angabe zur Höhe des Wasserstandes gibt es hier nicht.

Dieser Höchststand dürfte bis Montag, 03.06.2013, mittags erhalten bleiben. „Die positive Nachricht für Rosenheim ist: Die Dämme im Stadtgebiet halten bisher. Die Kapazität der Deiche müsste ausreichen, um auch den Spitzenpegel zu bewältigen“, zeigte sich Stadtbrandrat Meyrl hoffnungsvoll.

Bürger sollen Bürgertelefon nützen:

Die Stadt weist darauf hin, dass die Bürger angehalten sind, bei Fragen zum Hochwasser das extra eingerichtete Bürgertelefon (08031 / 365-8365) zu nutzen und nicht die Leitungen der Rettungsdienste zu blockieren. Für Fragen zu gesperrten Straßen können sich Bürger an die Internetseite bayerninfo.de wenden.

Umweltminister in Bad Aibling:

Hochwasser in Wasserburg

Hochwasser in Wasserburg

Landkreise Mühldorf und Altötting:

Weiter Ungewissheit am Inn

Der Hochwasserscheitel der Rott scheint überschritten, beim Inn wird es voraussichtlich bis 1 Uhr keine Entwarnung geben. Die aktuellen Pegelstände um 21 Uhr sind in Mühldorf (Inn) 6,73 Meter, in Kraiburg (Inn) 6,97 Meter, in Engfurt (Isen) 3,46 Meter und in Neumarkt-Sankt Veit (Rott) 3,03 Meter.

Die Kläranlagen in Neumarkt-St. Veit und Mühldorf mussten wegen des Hochwassers abgeschaltet werden.

Im Einsatz waren laut Auskunft des Landratsamtes Mühldorf bisher rund 700 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technische Hilfswerks (THW), des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Bisher kamen im Landkreis, insbesondere in Aschau, Waldkraiburg, Neumarkt-Sankt Veit, Mühldorf und Kraiburg, rund 34.000 Sandsäcke zum Einsatz.

Unterricht findet statt

Das Landratsamt Mühldorf geht davon aus, dass der Schulunterricht am Montag regulär stattfinden kann.

Erste Entwarnung in Burghausen

Der Hochwassernachrichtendienst meldet, dass der Pegel in Burghausen sinkt. Er soll bald unter die Marke von 800 cm fallen.

Lage in Jettenbach dramatisch verschärft:

In Jettenbach hat sich die Lage am späten Nachmittag dramatisch zugespitzt, denn der Inn ist aus dem Flussbett getreten. Drei Hausbesitzer mussten mit ihren Familien mit einem Feuerwehrschlauchboot evakuiert werden. Das letzte Haus wurde gegen 16.30 Uhr endgültig geräumt - doch die große Welle des Hochwassers wird nun eigentlich erst gegen Mitternacht erwartet. Dann soll der Pegel nochmals drastisch ansteigen. Die örtliche Feuerwehr hat sich bereits mit Wasserpumpen für den Einsatz gerüstet. Auch große Mengen an Sandsäcken sind schon mit Traktoren herangefahren worden.

Schlauchboot-Rettung in Jettenbach

Hochwasser in Burgkirchen:

Über Facebook melden derzeit zwei User von innsalzach24.de, dass die Alz in Burgkirchen langsam über die Ufer tritt.

Hochwasser in Burghausen:

Stadt und Landkreis Traunstein:

Dammbruch in Tittmoning:

Den ganzen Tag hatten Feuerwehren aus der ganzen Region mit Unterstützung der Wasserwacht Obing versucht den Damm der Salzach bei Tittmoning mit Sandsäcken zu erhöhen. Gegen 17.30 Uhr hat man dann den Kampf gegen das Wasser aufgegeben und den Gefahrenbereich in der unteren Stadt geräumt. Die Salzach hatte bereits die Höhe der höchstgelegenen Sandsäcke erreicht und ist zum Teil schon gebrochen. Teile der unteren Stadt sind am Sonntagabend überschwemmt. Die Tittmoninger haben sich bereits auf das Schlimmste vorbereitet und Türen und Fenster mit Bretter und Sandsäcken gesichert.

Tittmoning: Damm der Salzach gibt nach

Pegelstand in Traunstein zurückgegangen:

Die Hochwassersituation entlang der Traun im Stadtgebiet bleibt angespannt. Nach einem Pegelhöchststand an der Traun/Hochberg am Sonntag früh von 3,16 Metern ist der Pegel inzwischen auf 2,35 Meter zurückgegangen. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden.

Wegen fünf kleiner Murenabgänge im Bereich der Unterforsthuber-Kneippanlage musste der Fußweg ober- und unterhalb der Kneippanlage aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Ebenfalls gesperrt wurde inzwischen der komplette Traundamm zwischen der Kammerer und Empfinger Brücke. Im Ortsteil Kammer wurden am Rettenbach Sandsackbarrieren errichtet, um zu verhindern, dass der Bach aus seinem Bett tritt.

Seit Samstag Abend hat die Stadt Traunstein ein Hochwassermeldezentrum im Rathaus eingerichtet. Rund zwanzig Mitarbeiter der Stadtverwaltung bilden einen Krisenstab und sind seither im Schichtdienst als Dammwachen unterwegs, um die Situation entlang des Flusses zu beobachten. Weitere 20 Bauhof-Mitarbeiter sind im Einsatz, um Verkehrssperrungen einzurichten und Sandsäcke zu verteilen und aufzurichten. Unterstützt wird die Stadtverwaltung von über 100 Einsatzkräften der Feuerwehren Traunstein, Kammer, Haslach, Wolkersdorf und Hochberg, die bis Sonntag Abend rund 70 Mal ausrücken mussten.

Aufgrund des Hochwassers sind weiterhin zahlreiche Straßen und Wege in Traunnähe gesperrt. In Folge eines Murenabgangs am Morgen war die Bundesstraße 306 zwischen der Salinenbrücke bis zur Einmündung Sparzer Straße nicht mehr befahrbar. Die Sperrung konnte inzwischen aufgehoben werden. Eine Entwarnung kann aufgrund der Wettervorhersage noch nicht gegeben werden, da laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes bis zum frühen Montagmorgen weitere, teils starke Niederschläge in Traunstein zu erwarten sind.

HiRock-Festival am Sonntag fiel aus:

Das HiRock-Festival in Inzell musste am zweiten Tag aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Die Veranstalter haben in den letzten Stunden alles versucht, um die Bands nach Inzell zu holen und das Festival durchzuführen. Leider konnten die vorgesehenen Bands aber aufgrund der zahlreichen Straßensperrungen nicht mehr anreisen, so die Veranstalter.

Rundfahrt durch Übersee

Fotos aus der Region Traunwalchen:

Hochwasser in Traunwalchen

Fotos aus der Region Traunreut:

Hochwasser am Schloss Pertenstei​n

Fotos von Mühltal an der Traun:

Hochwasser in Mühltal an der Traun

Fotos von Seebruck:

Überschwemmung in Seebruck

Landkreis Berchtesgadener Land:

Unterrichtsausfall in allen Schulen:

Auf Grund der Hochwasser-Katastrophe und der weiterhin anhaltenden Regenfälle fällt im Landkreis Berchtesgadener Land am Montag, den 03.06.2013, der Unterricht an allen öffentlichen und privaten Schulen, d.h. Grundschulen, Mittelschulen, Gymnasien, Berufsschule im Landkreis Berchtesgadener Land aus. An den jeweiligen Schulen wird eine Betreuung für Schüler, die dennoch zur Schule kommen, sichergestellt. Über den weiteren Verlauf wird am morgigen Montag informiert!

Landratsamt gibt PK zur aktuellen Lage:

Seit der Nacht waren bislang rund 1.000 Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr, BRK, Polizei, THW, Bundeswehr, Bergwacht und Wasserwacht im Einsatz. Bislang gibt es im Berchtesgadener Land keine Personenschäden, wie das Landratsamt in einer Pressekonferenz am späten Nachmittag mitteilte. Die Höhe der Sachschäden, die beträchtlich ausfallen werden, kann noch nicht beziffert werden. Florian Kosatschek informierte im Namen von Landrat Georg Grabner die Öffentlichkeit. Grabner befindet sich auf der Rückreise eines Italien-Urlaubs und steht auf der Autobahn im Stau.

Die Lage ist nach wie vor ernst, von einer Entwarnung kann noch lange nicht gesprochen werden, wenngleich die Pegelstände leicht zurückgehen. Zwei Hubschrauber kontrollierten am Sonntag-Nachmittag immer wieder die Lage. Besonders kritisch sind die Bereiche Ramsau, Hintersee, Freilassing sowie Laufen und Triebenbach. Zur Verstärkung der Einsatzkräfte der Feuerwehren sowie BRK und THW wurden zusätzliche Kräfte der Bundeswehr und des Hochwasserkontingents des Landkreises Starnberg angefordert.

Auf der B20 bei Freilassing musste ein Pkw-Lenker aus seinem Fahrzeug gerettet werden. Das Auto mussten die Einsatzkräfte vorerst in den Fluten zurücklassen. Das Gerücht, das eine Person vermisst werde, bestätigte sich indessen nicht.

Schneizlreuth ist nach wie vor nicht von deutscher Seite durch Murenabgänge in den Bereichen Antonibergtunnel und Baumgarten erreichbar, sondern lediglich noch über Unken auf der österreichischen Seite.

Die Schwerpunkte in Freilassing sind die Bereiche Heideweg, Badylon, Klärwerk, sowie der Damm an der Saalach und der Bereich am Freilassinger Freibad. Die B 20 ist im Bereich Freilassing Nord bis Süd komplett gesperrt.

Ein Gefahrenpunkt ist derzeit noch die Seeklause am Hintersee. Wegen des gestiegenen Pegelstandes ist die Standsicherheit der Seeklause in Frage gestellt. Die Einsatzkräfte vor Ort bemühen sich um die Sicherung des Bauwerks.

Wasser steht meterhoch in Freilassing:

Besonders dramatisch hat sich die Lage in Freilassing entwickelt. Dort sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion, dass in einigen Häusern das Wasser sogar im ersten Stock steht! Rund 165 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Dammbruch an Bergsee:

Ein Fernsehsender berichtete am frühen Abend, dass im Landkreis der Damm eines Bergsees dem Druck nicht mehr standhalten konnte und gebrochen sei. Danach sei das Wasser unkontrolliert die Saalach hinuntergeflossen und hätte große Flächen überschwemmt.

Fotos aus Bad Reichenhall/Karlstein:

BGL: Weiter prekäre Hochwasserlage

BGL: Dramatische Hochwasserlage

BGL-Bürgertelefon für Hilfesuchende:

Das Bürgertelefon im Landratsamt BGL ist am 02.06. bis 22 Uhr und am 03.06. ab 06.00 Uhr besetzt. Die Nummer: 08651/773-153 und -154.

Bilder unserer User:

Userbilder vom Hochwasser

User-Bilder II: Hochwasser in unserer Region

User-Bilder III: Hochwasser in unserer Region

User-Videos (über YouTube):

Innstraße Rosenheim:

Kajakfahrer auf dem Inn in Rosenheim:

Hochwasser in Prien:

Bayerns Umweltminister zur Hochwasserlage:

Haben Sie auch dramatische Eindrücke festgehalten? Dann schicken Sie unsere ihre Fotos an redaktion@ovb.24.de.

redro24/mw/kmr/rm/mg/diverse Pressemeldungen

Quelle: rosenheim24.de

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