Der aktuelle Stand zwischen Rosenheim und Bernauer Berg

A8-Ausbau: "Zunächst müssen wir eventuelle Klagen abwarten"

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Landkreis - Der A8-Ausbau beschäftigt die Menschen der Region bereits seit Jahren. Nun scheint es einen entscheidenden Schritt vorwärts zu gehen. Doch es gibt auch noch eine wichtige Frage, die derzeit offen ist.

Der A8-Ausbau spaltet Oberbayern. Im März sind die Einwendungen zu dem Projekt erörtert worden. Und zwar für den Abschnitt von Rosenheim bis Achenmühe. Bereits im vergangenen Jahr sind die zahlreichen Einwendungen für den Bereich zwischen Achenmühle und Bernauer Berg diskutiert worden.

Diese beiden Abschnitte sollen als erste von vier auf sechs Spuren plus Standstreifen ausgebaut werden. Da dort auch die Autobahn A93 abzweigt und es wegen des vielen Verkehrs regelmäßig Stau gibt, sind diese beiden Bereiche ein absolutes Nadelöhr auf dem Weg nach Salzburg und dringender auszubauen als die folgenden in Richtung österreichische Grenze.

Momentan arbeiten die Experten bei der Autobahndirektion Südbayern daran, das Projekt weiter voran zu bringen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse nach den Erörterungsterminen:

Was passiert aktuell?

Weitere Informationen

Für die beiden Ausbauabschnitte der A8 ist die sogenannte Planfeststellung bereits im Jahr 2014 bei der Regierung von Oberbayern beantragt worden. Darin wird alles festgelegt, was und wie am Ende ausgebaut wird. Im Sommer 2016 und im Frühjahr 2017 sind Anregungen, Bedenken und Hinweise zu den beiden Teilprojekten vor Ort diskutiert worden. "Derzeit erarbeiten wir eine Tekturplanung, um die Anregungen und Wünsche von Betroffenen soweit es möglich ist in die Planung einzuarbeiten", erklärt Sprecher Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern.

Wann wird gebaut?

"Eine seriöse Aussage zum Baubeginn ist für uns nicht möglich", sagt Josef Seebacher. "Zunächst müssen wir einen Planfeststellungsbeschluss und eventuelle Klagen abwarten." Vor einem Jahr hieß es noch, dass die Arbeiten im Abschnitt Achenmühle-Bernauer Berg im kommenden Jahr beginnen sollen und im Bereich Rosenheim-Achenmühle 2019.

Erst wenn rechtsgültiges Baurecht vorliegt, können die Arbieten starten. Und selbst dann muss zum Beispiel noch ein sogenannter Bauwerksentwurf für den Tunnel Frasdorf mit allen betriebstechnischen Einrichtungen erstellt und dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden. Die Behörde muss den Plan dann noch genehmigen.

Anschließend muss der Bauentwurf erstellt werden. Die Bauleistungen müssen zudem europaweit ausgeschrieben werden, bevor der Bau vor Ort sichtbar beginnen kann.

Welches Fazit zieht die Autobahndirektion Südbayern zu den Einwendungen?

"Es gab keine überraschenden Einwendungen", teilt Josef Seebacher mit. "Wir sind derzeit im Gespräch mit Gemeinden und Grundstücksbetroffenen, um im Einvernehmen mit den Betroffenen Optimierungen an den Planungen vorzunehmen."

Wie werden die Einwände verarbeitet?

Die Hinweise der Betroffenen werden im Detail geprüft und in die Pläne für das Projekt eingearbeitet. Ziel ist es, die Baupläne zu optimieren. "Dazu werden wir Anfang 2018 eine Tektur vorlegen, die Anregungen und Wünsche aufgreift, welche aus unserer Sicht umsetzbar und möglich sind", sagt Josef Seebacher. Eine Tektur ist eine Änderungsplanung, quasi wie eine Art zweite Auflage der Ursprungsplanung.

Kann sich das Projekt noch signifikant verändern?

Auf diese Frage kann mit einem klaren Nein geantwortet werden. Dass die A8 von derzeit vier Spuren meist ohne Standstreifen auf durchgehend sechs Spuren plus Standstreifen ausgebaut werden soll, ist beschlossene Sache. "Signifikante Änderungen sind nicht zu erwarten", teilt Josef Seebacher auf Nachfrage von rosenheim24.de mit. "Im Detail nehmen wir noch Optimierungen vor."

Wie sehen die Einwände aus?

Worin die Probleme der Betroffenen mit dem Projekt liegen, ist zum Teil schwer vorstellbar. Daher anbei drei Beispiele:

  1. Im ersten Abschnitt wird auf Wunsch mehrerer Grundstücksbetroffener eine Gemeindeverbindungsstraße bei Geiging verschoben.
  2. Im zweiten Abschnitt wird ein zusätzlicher Geh- und Radweg auf dem Tunnel Frasdorf errichtet.
  3. Die Anschlussstelle Frasdorf wird durch das Verschieben des Kreisverkehrs optimiert.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/Matthias Balk

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