Kälteeinbruch und glatte Straßen nach Ostern

Schneechaos in Bayern: Lkw stehen auf Autobahn quer

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Schnee am Feldberg im Taunus an Ostern
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Landkreis - Es hatte sich angedeutet: Am frühen Morgen nach den Feiertagen stecken viele Pendler im Stau. Der Grund: Glatte Straßen durch heftige Schneefälle in ganz Bayern - 30 Zentimeter Neuschnee in Garmisch-Partenkirchen, 15 Zentimeter in Rottach-Egern, in den Bergen bis zu einem halben Meter.

Schnee und Dauerregen haben das Osterfest im Freistaat buchstäblich ins Wasser fallen lassen. Vor allem im Allgäu, aber auch in Oberfranken und der Oberpfalz sorgten Schneefälle am langen Osterwochenende eher für weihnachtliche Gefühle. In den Hochlagen der bayerischen Alpen stieg nach ergiebigen Schneefällen die Lawinengefahr mächtig an. Und in den kommenden Tagen geht es trüb und sehr frisch weiter: Schneefälle bis in die Niederungen sind möglich, nachts soll es bei Tiefstwerten von verbreitet bis minus Grad kalt werden. Winter mitten im Frühling!

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Schon am Ostersonntag hatte Dauerregen die Ostereier-Suche im Freien fast überall im Freistaat nahezu unmöglich gemacht. Am Montag kamen dann vor allem am Alpenrand sowie in der Oberpfalz und in Oberfranken Schneefälle bis ins Flachland dazu. So waren etwa Straßen in Bamberg schneebedeckt. In Balderschwang im Allgäu fielen 25 Zentimeter Neuschnee. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München übte sich angesichts des wenig erfreulichen Osterwetters in Galgenhumor: „Man könnte ja fast frohe Weihnachten wünschen.“

Schneechaos in Bayern am Dienstagmorgen

Auch nach Ostern kommt der Winter zurück nach Bayern. Nach dem verlängerten Wochenende mussten sich viele Pendler auf Schnee einstellen. Das Problem: Einige Autofahrer haben schon auf Sommerreifen gewechselt. Laut B5 aktuell standen auf der A9 zwischen Nürnberg und Berlin einige Lastwagen quer. Es staute sich in beide Richtungen auf bis zu 20 Kilometer. Der Radiosender warnte davor auf die umliegenden Straßen auszuweichen, da es dort ebenfalls sehr glatt sei.

Die schneebedeckten und teils spiegelglatten Straßen erforderten eine erhöhte Aufmerksamkeit in den Morgenstunden. In den Bergen herrscht erhöhte Lawinengefahr. Für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst weitere Schneefälle und eine Kaltfront voraus. Ungewöhnlich sei dies aber für Mitte April nicht, sagte ein Experte zur dpa. Leichte Besserung ist frühestens zum Ende der Woche in Sicht, dann soll es nach und nach auch mit den Temperaturen wieder aufwärts gehen.

Wer schon auf Sommerreifen gewechselt hat, sollte besonders vorsichtig sein. Schon am Montagnachmittag kam es in der Oberpfalz zu einer ganzen Reihe von Unfällen. Allein auf einem kleinen Abschnitt auf der A93 zwischen Wernberg und Weiden verzeichnete die Polizei sieben Unfälle innerhalb von zwei Stunden. Eine 42-jährige Autofahrerin kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus.

Schnee-Schock in Bayern - Wetter-Chaos an Ostern

Erhebliche Lawinengefahr in den Alpen

Seit gestern fielen in den Allgäuer Alpen in mittleren Lagen 20 bis 40cm, in den Hochlagen bis zu 50cm Neuschnee. Im übrigen bayerischen Alpenraum schneite es verbreitet 20 bis 30cm. Fast überall in den Hochlagen der bayerischen Alpen herrscht nach Angaben des Lawinenwarndienstes Bayern mit Warnstufe drei wieder erhebliche Lawinengefahr, in den mittleren Lagen ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, befinden sich in den Hochlagen im kammnahen, nord- über ost- bis südexponierten Steilgelände sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. In diesen Bereichen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung, z.B. durch einen einzelnen Skifahrer, die Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Zeitraum bis Mittwochabend vor Glätte und Schneefall oberhalb von 800 Metern vor Neuschnee zwischen 15 und 30 Zentimetern und über 1000 Metern vor Neuschnee zwischen 25 und 40 Zentimetern. Überfrierende Nässe kann Autofahrern laut DWD bis Dienstag um 10 Uhr.

Miese Aussichten für die kommenden Tage

Die starken Schneefälle ließen nicht nur in den Allgäuer Alpen die Lawinengefahr kräftig steigen. Fast überall in den Hochlagen der bayerischen Alpen herrscht nach Angaben des Lawinenwarndienstes Bayern wieder erhebliche Lawinengefahr - und damit die dritthöchste der insgesamt fünf Warnstufen. Schon einzelne Skifahrer könnten oberhalb von 2000 Metern Schneebrettlawinen auslösen, warnten die Experten. Unterhalb von 2000 Metern wurde die Gefahr als mäßig bewertet, auch dort sei in den kommenden Tagen aber angesichts neuer Schneefälle eine weitere Zunahme der Lawinengefahr möglich.

In der neuen Arbeitswoche müssten Autofahrer vielerorts mit glatten Straßen rechnen, warnte der Meteorologe. Verbreitet seien Schnee bis ins Flachland sowie Schneeregen und Graupel möglich. „Einige haben ja vielleicht schon Sommerreifen auf ihren Autos drauf.“

Zwar sei die Kaltfront der nächsten Tage durchaus massiv, betonte der Wetter-Experte. Ungewöhnlich sei dies aber für Mitte April nicht. Leichte Besserung ist frühestens zum Ende der Woche in Sicht, dann soll es nach und nach auch mit den Temperaturen wieder aufwärts gehen.

mh mit Material der dpa

Quelle: rosenheim24.de

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