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Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

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Artikelserie Wildunfälle - Teil 1

Immer mehr Wildunfälle in der Region - was helfen kann

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Landkreis - Wildunfälle stellen eine permanente Gefahr in der Dämmerung dar. Doch wie groß ist die Gefährdung in unserer Region wirklich?

Die Polizei-Statistiken zeigen: Die Anzahl der Wildunfälle in unserer Region steigt seit vier Jahren tendenziell an.

So wurden im Jahr 2012 noch 4.257 Wildunfälle in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf verzeichnet. In den vergangenen Jahren ist die Zahl jedoch auf 4.458 angestiegen.

Die beiden Extreme stellen die Landkreise Berchtesgadener Land und Rosenheim dar. Während das Berchtesgadener Land 2016 seinen persönlichen Tiefstwert von 218 Wildunfällen vorzuweisen hat, schlagen im Rosenheimer Raum im gleichen Jahr 1.255 Unfälle zu Buche. Die großen Unterschiede sind laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums auch mit dem Straßenverlauf erklärbar.

Die häufigsten Präventionsmaßnahmen

Es gibt einige Maßnahmen, die vor den Kollisionen schützen sollen. Tagtäglich fahren wir an ihnen vorbei - doch nehmen wir sie überhaupt noch wahr? 

Die Präventionsmaßnahmen bestehen hauptsächlich in vielfältigen Einschränkung der Tiere.

  • Am effektivsten erscheint dabei, laut ADAC, der Wildschutzzaun, der jedoch nur an Straßen ohne Einmündungen angebracht werden kann. Wenn der Zaun Lücken aufweist, kann dies die Gefahr zusätzlich erhöhen, weil ein Tier auf der Straße gefangen werden könnte.
  • Eine weitere Möglichkeit, die das Wild allerdings nicht vollständig am Überqueren der Straße hindert, ist die passive Lichtbrücke. Diese erscheint nur, wenn Reflektoren von den Scheinwerfern angestrahlt werden und so das Wild irritieren.
  • Häufig werden auch Duftbarrieren eingesetzt, die in die natürliche Umgebung integriert werden können. Die Tiere werden dabei durch künstlich erzeugte Feindgerüche in Straßennähe zur Vorsicht gezwungen.
Dreibein markiert eine Unfallstelle

Während die Einschränkungen der Tiere durchaus Erfolge aufweisen kann, sind Warnschilder eher eine abstrakte Warnung, meint der ADAC. Zwar gibt es Warnschilder in fast allen Waldgebieten mit einem erhöhten Risiko, doch häufig erzielen sie nicht die gewünschte Wirkung. In einigen Bundesländern wurde dieses Problem bereits durch sogenannte "Dreibeine" gelöst, die an Unfallstellen aufgebaut werden, um so das Risiko bildlicher vor Augen zu führen.

Welche Rolle das Tempo spielt

Sobald ein Wildtier auf die Fahrbahn springt, ist die Chance rechtzeitig zu handeln sehr gering. Vom ersten Sichtkontakt bis zur Kollision dauert es oftmals weniger als eine Sekunde. 

Ein Wildunfall kann bei jeder Geschwindigkeit geschehen. Doch durch vorausschauendes Fahren und Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung in den Risikogebieten kann ein Unfall noch glimpflich ausgehen oder sogar verhindert werden. Bei hohen Geschwindigkeiten vervielfacht sich sowohl der Anhalteweg, als auch die Aufprallwucht des Tieres. Ein Rothirsch kollidiert bereits bei 60 km/h dann mit dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten, wie ein Schaubild des ADAC zeigt:

Situation: Reh grast am Straßenrand

Ein Reh grast ruhig am Straßenrand und scheint sich nicht durch den Verkehr beeinflussen zu lassen. Das Bild kann täuschen: Tiere können die Gefahr, die ein fahrendes Auto für sie darstellt, nicht erkennen, weshalb sie auch in letzter Sekunde noch auf die Fahrbahn laufen können. 

Hier kann man präventiv eingreifen: In diesen Situationen ist es wichtig, deutlich abzubremsen, abzublenden und das Tier durch Hupen zu vertreiben.

Die "Wuidi"-App soll helfen 

Mittlerweile werden für Autofahrer auch immer mehr moderne Präventionsmaßnahmen angeboten. So etwa die Smartphone-App "Wuidi", ein Wildwechsel-Radar. Der Fahrer muss dafür lediglich sein Handy mit dem Auto verbinden und erhält dann, wenn im gerade befahrenen Gebiet ein Risiko besteht, eine Echtzeit-Gefahrenmeldung über die Radioanlage.

Die App bietet zusätzliche Features, die den Autofahrer ebenfalls schützen sollen. Denn die zuständigen Revierjäger haben die Möglichkeit, besonders gefährdete Gebiete in das System einzutragen und erhalten im Gegenzug die genauen Unfallstellen.

Wenn ein Wildunfall dennoch nicht verhindert werden kann, leitet "Wuidi" den Fahrer durch die notwendigen Schritte. 

Wie man sich richtig verhält, wenn es zum Unfall kommt, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Artikelserie am Mittwoch.

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Quelle: rosenheim24.de

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