Ein Netz für Bahnpendler: Funkwellen gelangen durch Scheiben

Erster Zug bekommt Superfenster, die mobiles Surfen ermöglichen

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Prototyp des Rhein-Ruhr-Express vorgestellt.
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Landkreis - Oft liegt es an der Metallbeschichtung der Scheiben, dass Funkwellen nicht in die Waggons gelangen. Diese wirkt wie ein Faradayscher Käfig. Nun gibt es eine Lösung für das Problem.

Es gibt sie - die Superfenster, die relativ problemlos Mobilfunkwellen in die Waggons lassen. Die Siemens AG baut diese Fenster und stattet als erstes Fahrzeug den Rhein-Ruhr-Express mit diesen Scheiben aus, wie Sprecherin Ellen Schramke auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. "Prinzipiell kann jeder Betreiber Züge damit ausrüsten", erklärt sie. "Auch nachrüsten." Wie viel das dann kostet, hängt vom Zugmodell und der Anzahl ab.

Ab dem Ende des kommenden Jahres soll der Rhein-Ruhr-Express die stetig wachsenden Verkehrsprobleme an den beiden Flüssen lindern. Siemens soll dafür 82 Elektrotriebzüge vom Typ Desiro HC und die Wartung über einen Zeitraum von 32 Jahren übernehmen. Mehr als 1,7 Milliarden Euro umfasst das Gesamtvolumen des Auftrags.

Metallbeschichtung behindert Funkwellen

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Als weltweit erster Serien-Zug wird der Rhein-Ruhr-Express dann mit einer neuen Hochfrequenz-Scheibenlösung von Siemens ausgestattet, die den Mobilfunkempfang in Zügen massiv verbessert. Bis zu 500-mal besser sollen die neuen Fenster die Funkwellen durchlassen als es die herkömmliche Wärmeschutzverglasung tut.

Folglich können Nutzer im Internet surfen und telefonieren, ohne dass Bahnunternehmen eine zusätzliche Technik wie einen Repeater oder eine spezielle Antenne einbauen müssen, welche die Funksignale bündelt und verstärkt. "Bei Neufahrzeugen ist die Scheibenlösung wesentlich kostengünstiger als die Ausstattung mit Intrain-Repeatern", heißt es zudem vonseiten der Siemens AG.

Bisher kommen meist Repeater oder bündelnde Antennen zum Einsatz - aber oft auch nur mit unbefriedigendem Ergebnis. Das Problem: Die metallische Beschichtung der Fensterscheiben in Zügen schirmt vor den Funkwellen ab. Diese Beschichtung ist jedoch notwendig, um Wärme- und Sonnenstrahlen zu reflektieren - somit aber halt auch elektromagnetische Wellen. Hochgeschwindigkeitszüge sind zum Teil bis zu 99,9 Prozent abgeschirmt.

Feines Muster wird per Laser eingearbeitet

Siemens-Forscher aus Wien haben die spezielle Scheibenbeschichtung entwickelt. Diese lassen die Funkwellen aufgrund eines feinen Musters durch, das die Wissenschaftler per Laser in die elektrisch leitende, transparente Schicht der Scheiben einbringen. "Der Empfangspegel für mobile Endgeräte im Zug verbessert sich damit massiv", sagt Lukas W. Mayer, Projektleiter bei der zentralen Siemens-Forschung.

"Mit unserer Lösung erreichen wir in Hochgeschwindigkeitszügen mindestens eine 50-fach stärkere Signalleistung bei den Mobilfunkbändern", erklärt er weiter. Zudem lassen die Scheiben sämtliche Frequenzen passieren, die für eine mobile Kommunikation sinnvoll sind – auch künftige Mobilfunkstandards wie 5G sind ohne zusätzliche Investitionen sofort verfügbar."

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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