Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Das sagen Politiker - Teil 3

Rauscher: "Lücken im Netz müssen dringend geschlossen werden"

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Doris Rauscher (49) ist seit 2013 Mitglied des Landtages für den Wahlkreis Oberbayern.

Landkreis - Wie wichtig ist mobiles Internet im Zug an Pendlerstrecken wie der von München nach Salzburg? Wir haben Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region nach ihrer Meinung dazu gefragt. Heute: MdL Doris Rauscher (SPD).

Wer auf Bahnstrecken der Region im Zug unterwegs ist, fährt oft netzlos. Auf dem Handy Neuigkeiten checken, die Zeit zum Arbeiten nutzen oder in der Firma Bescheid geben, dass der Zug verspätet ist? Kaum möglich. Bahnbetreiber nervt das Problem, den Service nur unter erschwerten Bedingungen anbieten zu können. Mobilfunkanbieter halten die Netzabdeckung entlang der Bahnstrecken allerdings für gut.

Die Situation ist verworren. Doch wie wichtig ist funktionierendes WLAN im Zug heutzutage? Und was können die Politiker der Region dabei bewegen? Wir haben nachgefragt.

Heute: Die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher:

"Eine zunehmende Digitalisierung in Zügen oder auch in Fernbussen spielt eine immer wichtigere Rolle für mich und alle anderen Passagiere, sei es für berufliche Zwecke oder aus privaten Anlässen. Entsprechend ist es in meinen Augen dringend notwendig, den öffentlichen Nahverkehr mit der entsprechenden Technik auszurüsten – nicht zuletzt auch, um die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel für alle Passagiere und insbesondere Pendler zu steigern, neue Mobilität zu fördern und so einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Weitere Informationen:

Für den Regionalverkehr und die entsprechende Ausrüstung der Züge ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft zuständig – ein Tochterunternehmen des Freistaates. Um mobiles Internet im Zug anzubieten, ist es nötig, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft zum einen bei Neuausschreibungen den Faktor WLAN/ Internetfähigkeit der Züge mit in den Forderungskatalog für interessierte Betreiber aufnimmt, zum anderen bei bestehenden Verträgen nachverhandelt. Als Mitglied des Aufsichtsrates der Bayerischen Eisenbahngesellschaft setzt sich meine Kollegin Annette Karl als Vertreterin der SPD-Landtagsfraktion beispielsweise dafür ein, bei neuen Ausschreibungen grundsätzlich eine Ausstattung der Züge mit der nötigen Technologie vorauszusetzen.

Darüber hinaus müssen die Lücken in der Netzabdeckung dringend geschlossen werden, um durchgehend auf mobile Daten zugreifen zu können. Hierfür hat die SPD-Landtagsfraktion Anfang 2016 in einem Antrag die Staatsregierung aufgefordert, ein Förderprogramm aufzulegen, um in den bislang unterversorgten Gebieten Bayerns endlich eine flächendeckende Mobilfunkversorgung sicherzustellen. Es ist sehr erfreulich, dass die Staatsregierung im August 2016 offenbar aufgrund des großen Drucks der Bevölkerung und der SPD-Initiative ein entsprechendes Förderprogramm des Freistaates zum flächendeckenden Ausbau der Mobilfunknetze vorgelegt hat.

Die Nutzung der Angebote wie WLAN in Zügen sollten dabei in meinen Augen kostenfrei sein. Zum einen ist die Nutzung von drahtlosem Internet beispielsweise in Fernbussen bereits heute im Fahrpreis mit inbegriffen. Aufgrund der ohnehin großen Konkurrenz zwischen Bahn und Bus erscheint es mir daher sinnvoll, auch in Zügen auf kostenfreie Angebote zu setzen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie der bürokratische Aufwand für die personenbezogenen Abrechnungen für einen großen Personenkreis praktikabel zu gestalten wäre und inwiefern dieser insbesondere auf kurzen Strecken im Nahverkehr tatsächlich in Relation zur Nutzung der Angebote steht."

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Katja Schlenker

Quelle: rosenheim24.de

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