Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Das sagen Politiker - Teil 10

Knoblauch: "Einfluss der Staatsregierung nutzen"

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Günther Knoblauch (68) ist seit 2013 Mitglied des Landtages für den Wahlkreis Oberbayern.

Landkreis - Wie wichtig ist mobiles Internet im Zug an Pendlerstrecken wie der von München nach Salzburg? Wir haben Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region nach ihrer Meinung dazu gefragt. Heute: MdL Günther Knoblauch (SPD).

Wer auf Bahnstrecken der Region im Zug unterwegs ist, fährt oft netzlos. Auf dem Handy Neuigkeiten checken, die Zeit zum Arbeiten nutzen oder in der Firma Bescheid geben, dass der Zug verspätet ist? Kaum möglich. Bahnbetreiber nervt das Problem, den Service nur unter erschwerten Bedingungen anbieten zu können. Mobilfunkanbieter halten die Netzabdeckung entlang der Bahnstrecken allerdings für gut.

Die Situation ist verworren. Doch wie wichtig ist funktionierendes WLAN im Zug heutzutage? Und was können die Politiker der Region dabei bewegen? Wir haben nachgefragt.

Heute: Der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch:

Herr Knoblauch, wie wichtig ist Ihnen mobiles Internet beim Zugfahren, um zum Beispiel während der Fahrt arbeiten zu können?

Knoblauch: Ich fahre regelmäßig mit dem Zug. Zur Vorbereitung auf Sitzungen und natürlich, um für die übliche Büroarbeit die Fahrzeit zu nutzen, wäre mobiles Internet durchgehend notwendig. Dies gilt aber für alle Pendler.

Wer ist aus Ihrer Sicht für die Versorgung mit mobilem Internet in Zügen zuständig?

Weitere Informationen:

Knoblauch: Hier sind mehrfache Zuständigkeiten gegeben. Erstens muss natürlich der Fuhrpark des Verkehrsbetriebes entsprechend ausgerüstet sein. Zweitens muss der Netzbetreiber sein Netz internetnutzbar machen. Allerdings ist auch festzustellen, dass über Jahre von der Staatsregierung auf den Wettbewerb gesetzt wurde. Die Privatwirtschaft investiert nur dort, wo Rendite zu erzielen ist. Es bleibt das flache Land auf der Strecke. Hier ist der Staat gefordert, um die Eckpunkte zu setzen.

Welche Einflussmöglichkeiten haben Sie als Landtagsabgeordneter und die Landesregierung generell, um für mobiles Internet in Zügen zu sorgen?

Knoblauch: Als Abgeordnete steht uns natürlich das Antrags- und Initiativrecht zu. Leider akzeptiert die Staatsregierung die Oppositionsanträge nicht und lehnte bisher die Anträge ab. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft als Tochter des Freistaates könnte bei der Ausschreibung der Verkehrstranchen bei der Zugausstattung das Thema Internet als gefordert aufnehmen. Auch der Einfluss der Staatsregierung auf den Verkehrsminister sollte genutzt werden. Sowohl das Eisenbahnbundesamt als auch die Deutsche Bahn AG als Netzbetreiber stehen in diesem Einfluss.

Sollten Bahn- und Netzbetreiber durch entsprechende Regelungen "gezwungen" werden, für mobiles Internet in den Zügen und entlang der Bahnstrecken zu sorgen?

Knoblauch: Zu beachten ist, dass dann auch andere Verkehrsunternehmer wie Fernbusse sich an den Kosten beteiligen müssten und nicht nur die "staatlichen".

Sollten WLAN-Angebote in Zügen kostenlos sein? Oder ist es berechtigt, dass Bahn- und Netzbetreiber einen Obolus dafür von Fahrgästen verlangen?

Knoblauch: In der Tram von Edinburgh ist es selbstverständlich. Da immer wieder gesagt wird, dass Bayern spitze ist, ist alles gesagt.

Stellt funktionierender Mobilfunk Ihrer Meinung nach einen Vorteil für Züge als Transportmittel dar? Zum Beispiel gegenüber Flugzeugen?

Knoblauch: Bis auf weiteres ja. Aber auch in Flugzeugen wird immer mehr freigegeben.

Interview: Katja Schlenker

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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