KAMPAGNE "EIN NETZ FÜR BAHNPENDLER": DAS SAGEN POLITIKER - TEIL 14

Mayer: "Seit 2015 bereits über 4.300 Zugangspunkte für WLAN realisiert"

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Stephan Mayer (44) ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Sprecher der Arbeitsgruppe Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und gehört dem Fraktionsvorstand an.
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Landkreis - Wie wichtig ist mobiles Internet im Zug an Pendlerstrecken wie der von München nach Salzburg? Wir haben Bundestagsabgeordnete der Region nach ihrer Meinung dazu gefragt. Heute: MdB Stephan Mayer (CSU).

Wer auf Bahnstrecken der Region im Zug unterwegs ist, fährt oft netzlos. Auf dem Handy Neuigkeiten checken, die Zeit zum Arbeiten nutzen oder in der Firma Bescheid geben, dass der Zug verspätet ist? Kaum möglich. Bahnbetreiber nervt das Problem, den Service nur unter erschwerten Bedingungen anbieten zu können. Mobilfunkanbieter halten die Netzabdeckung entlang der Bahnstrecken allerdings für gut.

Die Situation ist verworren. Doch wie wichtig ist funktionierendes WLAN im Zug heutzutage? Und was können die Politiker der Region dabei bewegen? Wir haben nachgefragt.

Heute: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer:

Wie wichtig ist Ihnen mobiles Internet beim Zugfahren, um zum Beispiel während der Fahrt arbeiten zu können?

Mayer: Die Digitalisierung ist in der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen längst angekommen. Dazu gehört auch das Arbeiten mit mobilen Endgeräten wie Smartphones auf der Reise. Mobiles Internet halte ich daher von allergrößter Bedeutung für eine Mobilität der Zukunft, insbesondere auch beim Zugfahren.

Wer ist aus Ihrer Sicht für die Versorgung mit mobilem Internet in Zügen zuständig?

Mayer: Verschiedene Transportmittel und Bereiche gilt es hier zu unterscheiden. Innerhalb eines Zuges im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn AG die unternehmerische Verantwortung, eine Internetverbindung zu gewährleisten. Das betrifft beispielsweise ICE- oder IC-Züge. Für den Nah- und Regionalverkehr sind die Bundesländer zuständig und können hierüber auch die Internetversorgung beeinflussen. Entlang von Eisenbahnstrecken sind die Mobilfunkbetreiber verantwortlich für die Versorgung mit Mobilfunk.

Welche Einflussmöglichkeiten haben Sie als Bundestagsabgeordneter und die Bundesregierung generell, um für mobiles Internet in Zügen zu sorgen?

Weitere Informationen

Mayer: Als Bundestagsabgeordneter werde ich mich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass in jeglichen Zügen eine leistungsstarke und sichere Internetverbindung vorhanden ist. Hierfür hat sich auch der ehemalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt in den vergangenen Jahren immer wieder gegenüber der Deutschen Bahn und in Zusammenarbeit mit den Ländern stark gemacht. In Bayern ist die Staatsregierung die treibende Kraft für den Ausbau des Internets sowohl in der Fläche als auch im Nah- und Regionalverkehr, beispielsweise durch das kostenfreie BayernWLAN. Die Staatsregierung investiert alleine hierfür aktuell rund zehn Millionen Euro, um allen Bürgerinnen und Bürgern ein offenes und kostenfreies WLAN-Angebot zu ermöglichen. Seit des Projektstarts Anfang 2015 wurden bereits über 4.300 Zugangspunkte realisiert. Das betrifft auch den öffentlichen Nahverkehr, in dem diverse Pilotprojekte angestoßen wurden, durch die der mobile Internetzugang getestet und gefördert werden soll. Teilnehmende Pilot-Städte konnten beispielsweise wählen, ob sie das BayernWLAN in allen Straßenbahnen oder an allen Straßenbahnhaltestellen haben wollen. Bis 2020 soll der Freistaat mit einem engmaschigen Netz von kostenfreien Hotspots überzogen werden.

Sollten WLAN-Angebote in Zügen kostenlos sein? Oder ist es berechtigt, dass Bahn- und Netzbetreiber einen Obolus dafür von Fahrgästen verlangen?

Mayer: Meiner Überzeugung nach sollte das WLAN-Angebot kostenfrei sein, nicht nur in der 1. Klasse der ICE-Züge, sondern in allen Klassen, im Regionalverkehr und in den Bahnhöfen.

Bisher gibt es WLAN meist nur im Fernverkehr, also zum Beispiel in ICE-Zügen. Wie wichtig wäre funktionierender Mobilfunk in Regional- und S-Bahnen, in denen die meisten Pendler unterwegs sind?

Mayer: Sowohl beim Fern- als auch beim Nahverkehr halte ich einen lückenlosen und möglichst störungsfreien Mobilfunk- und Internetempfang für sehr wichtig.

Stellt funktionierender Mobilfunk Ihrer Meinung nach einen Vorteil für Züge als Transportmittel dar? Zum Beispiel gegenüber Flugzeugen?

Mayer: Die Bahn soll ein attraktives Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters sein – dafür ist eine stabile Mobilfunk- und Internetverbindung eine Grundvoraussetzung. Nur so kann insbesondere die Bahn im Wettbewerb mit dem Auto, Fernbussen oder Flugzeugen eine starke Rolle einnehmen. Nicht vergessen werden darf dabei, dass die Konkurrenz nicht schläft und mittlerweile auch diverse Airlines WLAN-Angebote testen.

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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