"Mit dem Ausbau hätte vor 75 Jahren begonnen werden müssen"

Brückensanierung an der A8: Notwendige Geldverschwendung?

  • schließen

Landkreis - Im Grunde haben alle Brücken auf der A8, die inzwischen nicht erneuert wurden, das Ende ihrer Lebensdauer längst erreicht. Deshalb müssen viele der Bauten unabhängig vom geplanten A8-Ausbau saniert werden.

Die Brücken an der A8 sind marode, ihre Lebensdauer von 70 Jahren haben viele der in der 1930er Jahren errichteten Bauwerke längst überschritten. In den vergangen 80 Jahren wurden auf der gesamten A8 zwischen München und Landesgrenze über 400 Millionen Euro in die Sanierung und Erneuerung der Autobahnbrücken investiert. Große Summern wurden dabei kürzlich beispielsweise in den Tunnel Neubiberg, die Mangfallbrücke oder den Bau des Inntaldreiecks investiert.

Themenseite:

Facebook-Seite:

Das Groß aller Maßnahmen sind Kleinmaßnahmen wie die Erneuerung von Übergangskonstruktionen, Kappensanierungen, Lagerauswechslungen, aber auch Betonsanierungen.

"Mit dem Ausbau der Autobahn hätte vor 75 Jahren begonnen werden müssen, wenn keinerlei Sanierungskosten vor einem Ausbau anfallen hätten sollen.",  äußert Josef Seebacher, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern gegenüber rosenheim24.de. Auch viele Kriegsschäden oder provisorische Ausbesserungen nach dem Krieg hatten ständige Sanierungsarbeiten zur Folge gehabt.

Viele Brücken wurden bereits saniert

An der A8 wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Brücken instandgesetzt, erneuert oder teilerneuert. Über 1.000 Maßnahmen wurden auf Anordnung der Regierung von Oberbayern durchgeführt. "Im östlichen Bereich der A8, wo der Ausbau noch weiter in der Zukunft liegt, haben wir daher in den letzten Jahren bei zahlreichen Brücken Sanierungen oder provisorische Erneuerungen vorgenommen, um eine sichere Befahrbarkeit der Autobahn auch weiterhin zu gewährleisten.", so Seebacher. Beispiele sind folgende Brücken:

  • Schwarzenberggraben bei Neukirchen/Teisendorf
  • Pidinger Ache in Piding
  • Atzlbachtal-Brücke bei Teisendorf
  • Anschlussstelle Traunstein/Rote Traun

In diesem Jahr sind geplant: Kappenverstärkungen bei mehreren Bauwerken und der Ersatzneubau der Brücke an der AS Bad Reichenhall. Im Jahr 2018 soll die Brücke an der AS Neukirchen saniert werden.

Für die Talbrücke Bergen bei Vachendorf wurde ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt, sodass die neue Brücke bereits in den neuen Dimensionen mit sechs Fahrstreifen errichtet werden konnte. Für die zukünftigen Planungen sei damit die Talbrücke ein Zwangspunkt, der berücksichtigt werden müsse.

An der Anschlussstelle Piding wird die neue Brücke knapp neben der alten gebaut, damit die Kosten für eine Behelfsbrücke eingespart werden können.

Beim Ausbau der A8 müssen auch die Brücken wieder angepasst werden

Die Instandsetzung der Brücken vor dem Ausbau hat den Vorteil, dass damit eine Sperrung der Autobahn aus Sicherheitsgründen verhindert wird. "Um die Verkehrssicherheit auf der Autobahn aufrecht zu erhalten, mussten und müssen Brücken saniert oder provisorisch erneuert werden. Eine Sperrung der Autobahn wäre keine Alternative.", so Seebacher weiter.

 "Da es aber keine rechtliche Absicherung über den späteren Ausbauzustand gibt, können die Ersatzneubauten nur in den alten Dimensionen und an der alten Stelle errichtet werden." Wenn es also zu einem Ausbau der A8 auf sechs Spuren plus zwei Standstreifen kommen wird, müssen auch die Brücken wieder an die neuen Dimensionen der Autobahn angepasst werden. Das heißt, bis auf die Talbrücke Bergen müssen alle Brücken für den Ausbau abgerissen und neu gebaut werden

Es werde nie ein Zeitpunkt eintreten, an dem alle Brücken saniert sind, sodass keine weiteren Arbeiten mehr notwendig sind, da die Brücken einem ständigen Verschleiß unterworfen sind. Der Bauwerkzustand verändere sich nämlich durch Alterung und äußere Einflüsse wie Regen, Frost, Verkehrsbelastung oder Taumitteleinwirkung ständig. 

"Nach einem kompletten Neubau der A8 wird es für einige Jahre keine Sanierungen mehr geben. Wenn die Brücken aber in die Jahre kommen, werden auch dort wieder Sanierungen beginnen müssen.", erklärt Seebacher.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Andreas Arnol

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser