Am 7. April ist "Tag des Bibers"

So lebt und wirkt der pelzige Nager in unserer Region

+
Der Biber ist in der Region wieder heimisch. Eine Typologie zum Tag des Bibers am 7. April. 
  • schließen

Landkreis - Der Biber ist zurück und in den vergangenen Jahren in Bayern wieder heimisch geworden. Alles rund um den pelzigen Gesellen zum "Tag des Bibers" am 7. April:

Angenagte Bäume an Flussufern, mächtige Dämme aus Stämmen und grobem Astwerk, aufgestaute Flussbetten - der Biber hat es sich im Landkreis bequem gemacht und eine wild-romantische Landschaft geschaffen, in der er fleißig werkelt. In der gesamten Region sind die Tiere mittlerweile heimisch und fühlen sich augenscheinlich pudelwohl. In Rosenheim beispielsweise finden sich seit geraumer Zeit eindeutige Spuren. Und auch am Samerberg hat sich vor rund einem Jahr ein fleißiger Biber niedergelassen. 

Ein Biber hat es sich hier in der Samerberger Filze bequem gemacht - in der gesamten Region sind Biberbauten zu finden.

Daten und Fakten zu dem pelzigen Freund

  • Ein ausgewachsener Biber ist mit Kelle bis zu 1,20 Meter lang und wiegt bis zu 40 Kilogramm.
  • Bibersichtungen erfolgen nur selten, da die Tiere nachtaktiv und scheu sind. Wittern sie Gefahr tauchen sie mit einem lauten Platscher mit der Kelle in die Gewässer ab. 
  • Der Biber kann bis zu 20 Minuten lang unter Wasser tauchen.
  • Junge Biber sind anfangs wasserscheu, werden aber von der Mutter einfach hinein geworfen um sich an das Leben im Wasser zu gewöhnen.
  • Der Biber ist streng geschützt, eine "Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung" ermöglicht in bestimmten Fällen aber die Entnahme.
  • Heftige Revierkämpfe können durchaus tödlich enden - so reguliert der Biber seinen Bestand selbst.
  • Natürliche Feinde: Luchs, Bär, VielfraßKojote, Fuchs, Wolf, Seeadler, Uhu, Hecht, Wels - überwiegend die Jungtiere fallen den Fressfeinden zum Opfer, ausgewachsenen Nagetiere verteidigen sich bei Bedrohung mit Bissen.
  • Tötungen infolge eines Verkehrsunfalles kommen vereinzelt vor.
  • Die Biberburgen bestehen aus Wohnbauten und Biberdamm - das Tier baut im Damm Fressröhren, Fluchtröhren und Spielröhren. 
Auch der Biber-Nachwuchs ernährt sich schon vegetarisch. 

So viele Tiere gibt es in der Region

  • Landkreis Rosenheim: ca. 170 Biber-Reviere, gut 600 Biber
  • Landkreis Traunstein: ca. 100 bis 120 Biber-Reviere und 400 bis 450 Biber
  • Landkreis Altötting: geschätzt etwa 100 Reviere mit rund 400 Tieren
  • Landkreis Mühldorf am Inn: keine genauen Zahlen zu den Revieren, etwa 75 Biber
  • Landkreis Berchtesgadener Land: keine genauen Zahlen zu den Revieren, etwa 200 bis 250 Biber

Ein Grund, warum das Säugetier sich so schnell in Bayern verbreiten konnte, ist seine Anpassungsfähigkeit an die Umgebung: "Der Biber ist sehr anspruchslos, was sein Revier angeht. Sobald er von Gewässer umgeben ist, fühlt er sich wohl und baut dort seinen Damm", erklärt Markus Sichler, Biberbeauftragter des Landratsamtes Rosenheim." 

Der Biber fühlt sich im Wasser pudelwohl.

Für und Wider zum Biber

Laut Sichler sei seine Anpassungsfähigkeit faszinierend und problematisch gleichermaßen: "Der Biber gestaltet sich seinen Lebensraum selbst und als Vegetarier findet er überall das ganze Jahr über Nahrung." 

Naturschützer und Ökologen sehen die Wiederansiedlung des Bibers positiv, in der Nähe der Säugetiere leben schließlich auch viele andere Arten. Umweltschützer preisen das Tier zudem als kostenlosen Landschaftsgestalter. Doch der pelzige Nager löst nicht überall Freude aus: Bei den Landwirten sorgt das Säugetier eher für Ärger, erklärt Sichler: "Im Sommer findet der Biber zwar genug Nahrung in Form von Mais und Wasserpflanzen - im Winter jedoch knabbert er mit Vorliebe an Weichhölzern wie Weiden und Pappeln. Auch Nadelbäume und Eichen sind vor ihm mittlerweile nicht mehr sicher." 

Die unschöne Seite des Bibers: Ein gefällter Baum am Samerberg. 

Genau an der Stelle kommen die Biberbeauftragten der jeweiligen Landkreise ins Spiel: "Wenn Waldbesitzer Schäden feststellen, wird ein Gutachter der Naturschutzbehörde bestellt und der wir machen uns ein Bild von der Lage vor Ort", spricht Sichler im Namen aller Biberbeauftragten der Landratsämter. "Erst dann wird entschieden, ob der Biber gefangen und ausgelagert oder zum Abschuss freigegeben werden soll. Der Abschuss durch den Jäger ist jedoch die allerletzte Maßnahme und erfolgt nur in einem Drittel der Fälle." Heimische Politiker jedoch sind bereits auf die zunehmenden Biberschäden aufmerksam geworden - sie fordern, die Biberpopulation zumindest im Landkreis Traunstein wirksamer zu regulieren und den Schutzstatus aufzuheben. 

"Sind die Geschädigten gewerblich als Land- oder Fortswirte tätig und ist der Schaden durch den Biber für sie existenzbedrohend, bekommen sie eine Entschädigung. Privatpersonen haben hingegen schlechte Chancen, wenn der Biber im Garten den Baum annagt oder der Zierpflanze den Rest gibt", stellt Sichler klar. 

Damit es gar nicht soweit kommt, treffen die Biberbeauftragten vorbeugende Maßnahmen durch das Aufstellen von Zäunen und Drahtgeflecht oder besondere Anstrichmittel für die Bäume. So kann auch privat vorgesorgt werden und der pelzige Nager kann sein Biber-Reich weitab vom Schuss ungestört aufbauen

Ihre Meinung ist gefragt!

mb  

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser