Im Dezember wird abgestimmt

Dem Döner droht das Aus per EU-Beschluss!

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Brüssel/Landkreis - Im Dezember stimmt der Umweltausschuss des EU-Parlaments über eine neue Verordnung ab, die den Dönerliebhabern schwer im Magen liegen könnte.

Der bisher übliche Zusatz von Phosphat in tiefgefrorenen Fleischspießen wird vielleicht bald nicht mehr erlaubt sein. Bisher werde Phosphat in tiefgefrorenen Döner-Spießen eingesetzt, obwohl das in der EU-Verordnung nicht ausdrücklich geregelt sei, wie bild.de berichtet. Es ist weder eindeutig erlaubt noch eindeutig verboten.

Die EU-Kommission wollte dies ändern und Phosphat in tiefgefrorenen Spießen ausdrücklich erlauben - doch der Umweltausschuss stemmt sich dagegen. Grüne und SPD argumentieren mit möglichen Herz- und Kreislauferkrankungen. Der Stoff sorgt dafür, dass der Döner am Spieß gleichmäßig gart, nicht vertrocknet oder gar zerfällt. Die Kontroverse: Erst 2014 stimmte das Parlament dem Zusatz von Phosphat in anderen Fleischzubereitungen zu!

"Alle sind betroffen!"

Für den Geschäftsführer von "Paschas Grillpalast" in Rosenheim, kommt diese Nachricht völlig überraschend. "Ich bin geschockt!", versichert er der rosenheim24.de-Redaktion auf Nachfrage. "Wir bekommen unsere Dönerspieße jede Woche aus Stuttgart geliefert, seit zehn Jahren."

Es sei von dem drohenden Verbot nicht nur sein Betrieb, sondern mindestens 30 weitere Dönerbuden alleine im Rosenheimer Umkreis betroffen. "Alle, die ich kenne, verwenden gefrorene Dönerspieße, keiner bereitet die Spieße frisch zu." Eine EU-weite Einführung des Phosphat-Verbotes wäre demnach eine Katastrophe für die Döner-Industrie - auch in der Region. 

Deutschland ist Spitzenreiter in der Dönerproduktion

Dr. Renate Sommer, MdEP, befürchtet "das Ende der Dönerproduktion und damit das Ende zigtausender Arbeitsplätze", da es bisher keine Alternativen gebe. 80% der in der EU verkauften Dönerspieße würden in Deutschland produziert, es drohe der Wegfall von 110.000 Arbeitsplätzen.

Die Behauptungen der Grünen und Sozialdemokraten, das zugesetzte Phosphat stelle ein Gesundheitsrisiko dar, winkt sie mit "Panikmache" ab. "Durch den Verzehr von Döner nimmt ein Unionsbürger im Jahr maximal so viel Phosphat zu sich, wie mit 1,5 Liter Cola.", schreibt Sommer in ihrem Facebook-Post.

Die Zukunft der Döner-Industrie liegt nun in den Händen des EU-Parlaments. Wir können nur hoffen und beten, dass die Abgeordneten der Döner-Industrie nicht den Gar- bzw. den Grillaus machen und sie uns unseren heißgeliebten Döner auch weiterhin unbeschwert genießen lassen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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