+++ Eilmeldung +++

Bei Einfahrt in Bahnhof

Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

Fälle in Schonstett, Mühldorf und Traunstein

"Fast-Vergewaltigung" nicht die erste "Fake News" in der Region!

  • schließen

Landkreis - Immer wieder kursieren Gerüchte mit schweren Vorwürfen im Internet. Das Schema der gezielten Falschmeldungen, sogenannter "Fake News", ist meist ähnlich - und trifft zumeist Asylbewerber in der Region!

Fake News: Das sagt der Experte! 

Am 11. April erreichte die Redaktion von wasserburg24.de ein anonymer Brief, in dem eine "besorgte Bevölkerungsschicht in Schonstett" üble Gerüchte in die Welt setzte: Beinahe sei Ende März eine behinderte Frau im Rollstuhl vergewaltigt worden. Der Täter: angeblich ein Asylbewerber! Nach einem Gespräch mit der Polizei stellte sich heraus, dass die Anschuldigungen gegen den Mann haltlos und übertrieben waren und sich der Vorgang vollkommen anders im Caritas Haus Schonstett abgespielt hat. Von "Fast-Vergewaltigung", wie es im Brief geschildert war, könne man in keinster Weise reden, stellte Polizeihauptkommissar Richard Gottwald von der Polizeiinspektion Wasserburg klar.

Brutale Vergewaltigung einer 17-Jährigen 

Der Fall in Schonstett war nicht der erste Fake-News-Fall in der Region: Gleich zweimal innerhalb einen Jahres flammte der Fall einer brutalen Vergewaltigung auf:  "Am 11. Januar 2016 ist in einer Traunsteiner Unterführung ein junges Mädchen vergewaltigt worden!" Dieses furchtbare Gerücht machte auf Facebook die Runde. Laut dem Eintrag soll der Täter ein Flüchtling gewesen sein. Dem vermeintlichen Opfer, einem 17-jährigen Mädchen, musste nach der angeblichen Attacke ein künstlicher Darmausgang eingesetzt werden. Die Polizei stellte damals trotz fehlender Anzeige umfangreiche Ermittlungen an und kam zu dem Ergebnis, dass der Fall schlichtweg frei erfunden war. 

Knapp ein Jahr später kursierte das angebliche Verbrechen wieder auf Facebook und heizte die Gerüchteküche ein weiters Mal kräftig an: Mehrere User schickten Anfang Januar 2017 der Redaktion von innsalzach24.de Nachrichten, wonach eine Frau angeblich von ihrer Tochter erfahren habe, dass die Nachbarin von deren bester Freundin gesagt habe, dass jetzt eine 17-Jährige ins Mühldorfer Krankenhaus eingeliefert worden sei. Grund dafür sei eine brutale Vergewaltigung durch einen Asylbewerber gewesen. Auch hier sein künstlicher Darmausgang gelegt und eine Notoperation durchgeführt worden. Die Wortwahl ähnelte dabei sehr der Nachricht, die der Redaktion bereits vor einem Jahr zugetragen worden war.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd klärte über das üble Gerücht auf. 

Die Polizei hat in dem Fall Ermittlungen aufgenommen. Eine 55-Jährige steht im Verdacht, die Geschichte erfunden und auf Facebook verbreitet zu haben. Gegen die Frau wird wegen des Vortäuschens einer Straftat und Volksverhetzung ermittelt.

Sogar Facebook warnt vor Fake-News

Mühldorfs Landrat Georg Huber war damals entsetzt über die erfundene Vergewaltigung und bat die Bevölkerung in diesem Zusammenhang sensibel auf die Verbreitung von Informationen zu reagieren: "Wenden Sie sich an uns. Transparenz ist uns sehr wichtig und wir möchten 'Fake News' entlarven, bevor sie Schaden anrichten können."

Fake News sind ein Problem und verbreiten sich über soziale Medien in Sekundenschnelle, weil sie vielfach geteilt werden. Selbst Facebook gibt in einer neuen Kampagne mittlerweile Tipps, wie man die Fake News frühzeitig erkennen und entlarven kann. "Während wir daran arbeiten, die Verbreitung einzugrenzen, findest du hier einige Tipps, worauf du achten solltest." Dieser Satz ploppt auf den Startseiten der Facebook-User auf. Facebook gibt im Hilfebereich des sozialen Netzwerks dann 10 Tipps, woran man Falschmeldungen erkennt. 

mb

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser