Bürger rüsten in zahlreichen Landkreisen auf

Pfefferspray, Gaspistolen und Elektroschocker gefragt wie nie

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Derzeit bei Waffen Daurer besonders gefragt: Pfefferspray und Gaspistolen

Landkreis - Egal ob Pfefferspray, Elektro-Schocker oder Gaspistolen - der Landkreis rüstet auf. Wir haben mit Fachhändlern gesprochen, mancher Orts sind die Regale regelrecht leer gefegt.

Die Verunsicherung ist groß und das macht sich besonders bei der Nachfrage nach Verteidigungsmitteln bemerkbar. Nach den Ereignissen an Silvester in Köln und anderen deutschen Großstädten

steigt bundesweit die Nachfrage nach Pfefferspray.

 Wir haben mit Waffengeschäften und Behörden in der Region gesprochen und nachgefragt wie sich die Lage im Landkreis darstellt. Egal

ob im Mangfalltal,

 in Rosenheim, im Innsalzach-Gebiet oder auch im Chiemgau - man rüstet auf.

Die Menschen haben Angst

Immer Griffbereit: Pfefferspray findet zur Zeit reißenden Absatz.

Bei Waffen Daurer in Rosenheim spürt man schon länger eine gestiegene Nachfrage nach Pfefferspray und Co. Und die Gründe für einen Einkauf sind oft ähnlich. Egal ob wegen Terrorismus, osteuropäischen Einbrecherbanden, Handtaschenräubern, Sextätern oder Flüchtlingen - die Menschen sind verunsichert und haben Angst.

Auf Anfrage von rosenheim24 teilte das Unternehmen mit, dass in ihrem Geschäft schon etwa seit Oktober die Verkaufszahlen von frei verkäuflichen Verteidigungsmitteln konstant hoch seien. Doch trotz des bereits hohen Niveaus war nach den Übergriffen in Köln noch einmal ein deutlicher Anstieg bei der Nachfrage spürbar. Unter den Kunden die Verteidigungsmittel nachfragen sind zwar beide Geschlechter vertreten, den Hauptteil machen aber Frauen aus. Auch die jüngsten werden ausgerüstet. Besorgte Eltern statten ihren Nachwuchs beispielsweise mit einem Personenarlarm aus.

Nachfrage nach Silvester explodiert

Nicht nur Pfefferspray wird gekauft. Verteidigunsmittel aller Art gehen bei Waffen Daurer über den Tresen. Elektro-Schocker oder auch Munition für Gaspistolen sind zur Zeit komplett vergriffen. Bei der Munition kommen zur starken Nachfrage Lieferschwierigkeiten. Wie der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler (VDB) mitteilt, haben zahlreiche Paketzusteller, wegen der hohen Kosten, den Transport von CN/CS-Gaspatronen sowie Pfefferpatronen eingestellt. Derzeit gebe es laut VDB keine bekannte, bezahlbare und legale Versandmöglichkeit von Kleinmengen dieser Munition.

Pfefferspray ausverkauft

Nicht viel anders stellte sich die Situation in Mühldorf dar. Im Gespräch mit rosenheim24 zeichnet man bei Jagd und Schießport Hallhuber ein ähnliches Bild wie in Rosenheim. Die Menschen sind verunsichert und decken sich mit Verteidigunsmitteln ein. Pfefferspray ist derzeit ausverkauft und auch Personenarlarm, Elektro-Schocker und Schreckschusspistolen werden reihenweise nachgefragt.

Gaspistolen stehen hoch im Kurs

In der gesamten Region bewaffnen sich immer mehr Menschen mit Schreckschusswaffen. Diese sind zwar frei verkäuflich, wer die Waffen aber außerhalb seiner eigenen Wohnung bei sich tragen möchte braucht einen sogenannten kleinen Waffenschein.

Die Pressesprecherin des Landratsamts Mühldorf hat rosenheim24 auf Nachfrage die Anzahl der Anträge auf einen derartigen Waffenschein mitgeteilt. In den ersten beiden Wochen des Jahres 2016 wurden im Landkreis Mühldorf mit 34 Anträgen bereits einer mehr gestellt, als im gesamten letzten Quartal des vergangenen Jahres.

Auch im Landkreis Altötting kaufen immer mehr Menschen eine Schreckschusswaffe. Das Landratsamt hat rosenheim24 die Anzahl der erteilten kleinen Waffenscheine mitgeteilt. Und die zeigen bereits 2015 einen sprunghaften Anstieg. Waren es 2013 noch neun und 2014 acht Waffenscheine, wurden im vergangen Jahr stolze 50 ausgestellt. Das gerade einmal zwei Wochen alte Jahr 2016 kommt bereits auf sieben ausgestellte Waffenscheine und damit nur einen weniger als in ganz 2014.

Diesen Trend setzt sich auch im Landkreis Traunstein fort. Wie der Pressesprecher des Landratsamt Traunstein rosenheim24 mitteilte wurden dort von 112 kleinen Waffenscheinen im letzten Jahr 77 im letzten Quartal ausgestellt. 2016 waren es in gerade mal zwei Wochen schon 16, was auf eine weiter hohe Nachfrage schließen lässt.

Doch besonders Schreckschuss- und Gaspistolen sind auch kritisch zu betrachtet. Zum einen muss man den Umgang mit Schusswaffen regelmäßig trainieren, um diese im Ernstfall auch effektiv einsetzen zu können. Zum anderen können Gaspistolen von Sicherheitspersonal oder auch Polizei leicht als scharfe Waffe missinterpretiert werden, was schnell zu einer gefährlichen Situation führen kann.

ln

Quelle: rosenheim24.de

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