Erneut sechs Frauen Opfer von Telefonbetrügern

Das können Sie tun, wenn die falsche "Polizei" anruft

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Landkreis - Trickbetrüger am Telefon: Immer wieder versuchen vermeintliche Polizisten, ältere Frauen und Männer in der Region um ihr Erspartes zu bringen. Der neueste Fall ereignete sich erst am Mittwoch in Waldkraiburg. Wir fragten beim Polizeipräsidium nach, wie Sie Angehörige schützen.

Am Mittwoch riefen in der Zeit von 21.45 bis 22.50 Uhr bei mindestens sechs Waldkraiburgerinnen Betrüger an und gaben sich als Polizeibeamte aus. Es ging sogar soweit, dass die Nummer "08638/110" angezeigt wurde, um vermeintliche Glaubwürdigkeit bei den Opfern zu erlangen. 

Der männliche Anrufer gab vor, dass bald bei den Frauen eingebrochen werden würde und sie somit besonderen Polizeischutz benötigten. Jedoch ließen sich die Angerufenen nicht auf die Masche ein und erkannten den Betrug. 

Im nächsten Zug hätten die Damen ihr gesamtes Vermögen an die Täter zur "Eigentumssicherung" übergeben sollen. Die Polizei Waldkraiburg warnt eindringlich, nicht auf solche oder ähnliche Maschen von dreisten Betrügern hereinzufallen und immer unbekannten Anrufern mit einem gewissen Grad an Skepsis gegenüberzutreten. 

Pressemeldung Polizeiinspektion Waldkraiburg

Was tun, wenn die falsche "Polizei" anruft? Wir fragten bei der echten nach:

Genau das passierte in den letzten Monaten immer wieder älteren Menschen aus der Region. Und nicht nur hier,

in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern

werden immer wieder Senioren von Telefonbetrügern belästigt. Wer sind "die"? Wie können sich ältere Menschen vor den Betrügereien schützen? Was können Angehörige tun? Wir fragten beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd nach.

"Von Garmisch, über Rosenheim bis nach Traunstein - im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd agieren die Betrüger", erklärt Anton Huber, Pressesprecher des Präsidiums. Bei einer Rosenheimerin waren die Täter bereits erfolgreich. Auch in Altötting versuchte die "Fake-Polizei" ihr Glück. Zuletzt wurde ein Fall in Bad Reichenhall bekannt. Früher war es die Enkeltrickmasche, jetzt ist es die 110 auf dem Display.

Die neueste Masche der Täter:

  1. Die Notrufnummer 110 erscheint auf dem Display des klingelnden Telefons, teilweise mit Ortsvorwahl davor.
  2. Die Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus und erklären ihren Opfern, ihre Kontaktdaten seien auf einer Liste von Einbrechern aufgeführt, die in der Nachbarschaft bereits mehrmals eingebrochen hätten.
  3. Um zu verhindern, dass die vermeintlichen Einbrecher die Betroffenen bestehlen, sollen die Opfer zur Bank gehen und einen hohen Bargeldbetrag abheben, den sie anschließend den falschen Polizisten zur sicheren Verwahrung aushändigen mögen.

Wie finden die Täter ihre Opfer?

Eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Doch wer sind die Täter und von wo aus betreiben sie ihr böses Spiel? "Wir gehen davon aus, dass es es sich um eine Tätergruppierung handelt, die vom Ausland aus agiert", berichtet Huber. Möglicherweise hätten die Täter auch in Deutschland ihren Sitz. Seit letztem Jahr gibt es eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei, die sich mit dem einzelnen Fällen beschäftigt und nach den Tätern fahndet.

Doch wie finden die Täter ihre Opfer? "Wir gehen davon aus, dass die Täter Telefonbücher nach 'älteren' Vornamen durchforsten", so Huber weiter. Menschen mit Vornamen, die heute nicht oder kaum mehr getauft werden, fallen also in das Muster. 

So schützen Sie sich und Angehörige:

  • Sprechen Sie mit möglichen Opfern über die Vorfälle und klären Sie sie über die Gefahr auf.
  • Die Polizei wird niemals bei Ihnen zu Hause unter der Notrufnummer 110 anrufen, ob mit Vorwahl oder ohne. Wenn also die 110 auf Ihrem Display erscheint, legen Sie auf, wählen Sie Ihrerseits die 110 und informieren Sie die Polizei über den Vorfall.
  • "Auch nach persönlichen Wertverhältnissen werden Sie Polizeibeamte nicht fragen, geschweige denn einen Übergabetermin vereinbaren", versichert Anton Huber. Seien Sie also wachsam und lassen Sie sich nichts vormachen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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