Beugen Sie Gesundheitsrisiken vor

Tipps zur Hitzewelle: So schützen Sie sich

Landkreis - Endlich ist der Sommer da! Temperaturen von bis zu 40 Grad können erreicht werden. Die Hitzewelle kann aber auch eine Belastung sein. Mit diesen Tipps schützen sie sich:

Die heiße Luft aus der Sahara erreicht uns diese Woche. In ganz Deutschland steigen die Temperaturen in den nächsten Tagen stetig an. Im Landkreis werden am Donnerstag sogar Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet. Am Samstag werden aller Voraussicht nach Höchstwerte von knapp 40 Grad erreicht.

Doch bei aller Freude auf den Sommer - eine Hitzewelle kann eine echte Belastung für Körper und Kreislauf sein. Wie sich Gesundheitsrisiken durch Hitze weitgehend vermeiden lassen, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er gibt außerdem hilfreiche Tipps für den Notfall.

Hält sich das Thermometer über einen längeren Zeitraum in schwindelnder Höhe, klagen viele Menschen über gesundheitliche Beschwerden. „Eine einheitliche Definition von Hitzewelle gibt es zwar nicht“, erläutert Reuter. „Experten verstehen darunter aber im Allgemeinen eine länger andauernde Phase mit extremer Hitzebelastung. Das kann eine echte Gefährdung für die menschliche Gesundheit sein.“ Es ist vor allem die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung, lange andauernder hoher Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit sowie geringer Windbewegung, die dem Körper zu schaffen macht. Bei Hitze produziert er mehr Schweiß. Dieser verdunstet auf der Hautoberfläche und hilft so, die Körpertemperatur stabil zu halten.

Bei zu großer Hitze kann es zu Störungen bei der Wärmeregulation kommen. Dann drohen körperliche Folgen: Sie reichen von bloßen Erschöpfungszuständen über einen Sonnenstich bis hin zu Hitzekollaps, Hitzekrämpfen oder einem Hitzschlag. „Gesunde Menschen müssen bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr in der Regel jedoch kein erhöhtes Risiko für ihre Gesundheit befürchten“, beruhigt Reuter.

Besonders Senioren und Babys sind gefährdet 

Dagegen kann extreme Hitze für Personen mit Durchblutungsstörungen, Säuglinge, Kleinkinder und Senioren wirklich gefährlich sein. Bei älteren Menschen ist die Regulierung der Körpertemperatur generell verlangsamt. Zusätzlich lässt ihr Durstgefühl nach. Ungeeignete Kleidung und Flüssigkeitsmangel, womöglich noch in Kombination mit körperlicher Anstrengung, verstärken die Hitzebelastung zusätzlich. Denn: Wird dem Körper bei Hitze nicht ausreichend Flüssigkeit zugeführt, verliert er wichtige Minerale und Salze. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Körper austrocknet.

Wichtig: Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel Schilddrüsenhormonpräparate, kann einen Einfluss auf die Thermoregulation des Körpers haben und so Hitzeschäden begünstigen. „Typische Anzeichen von Hitzebeschwerden können starkes Schwitzen, Rötung des Gesichts, Erschöpfung, Kreislaufschwäche, Übelkeit, Benommenheit, aber auch Kopfschmerzen und Schwindelgefühl sein“, zählt der ERGO Gesundheitsexperte auf.

Welche Hitzeschäden gibt es?

Sonnenstich, Hitzschlag oder Hitzeerschöpfung sind ernst zu nehmende Hitzebeschwerden mit unterschiedlicher Ursache. Ein langer Aufenthalt in der Sonne kann einen Sonnenstich zur Folge haben: Dabei entzündet sich die Hirnhaut und das Hirngewebe schwillt an. Betroffene klagen meist über starke Kopf- und Nackenschmerzen. Aber auch Übelkeit, Schwindel und Erbrechen können auftreten.

„Bei einem Hitzschlag schafft es der Körper nicht mehr, sich über die Verdunstung des Schweißes ausreichend abzukühlen. Die Folge: Steigende Körpertemperatur und sich rötende, heiße Haut“, erläutert der ERGO Gesundheitsexperte. Unter Umständen trübt sich bei Betroffenen das Bewusstsein - sie sind dann nicht mehr ansprechbar. Im äußersten Fall werden sie sogar bewusstlos. Bei einer Hitzeerschöpfung wiederum fühlt sich die Haut kalt an. Dazu kommen starkes Schwitzen und ein absackender Blutdruck.

Wichtig ist in jedem Fall, Personen mit Hitzeschäden rasch an einen kühlen, schattigen Ort zu bringen. Kühle und feuchte Umschläge lindern ihre Beschwerden. Bei heftigen oder anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Notarzt verständigt werden.

Hitzeschäden vermeiden

„Das A und O bei großer Hitze ist, bereits im Vorfeld darauf zu achten, eine Dehydrierung des Körpers zu vermeiden. An heißen Tagen dürfen es schon drei bis vier Liter Flüssigkeit am Tag sein“,  so ein wichtiger Hinweis des ERGO Gesundheitsexperten. Am besten sind Wasser, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte oder in Maßen erfrischende Tees. Und lieber Finger weg vom Alkohol! Denn:„Alkoholische Getränke erweitern die Gefäße und entwässern den Körper zusätzlich“, warnt Reuter.

Ebenso wichtig ist es, helle, leichte und locker sitzende Kleidung aus Naturfasern zu tragen. Sie vermeiden einen gefährlichen Hitzestau im Körper. Wer sich lange draußen aufhält, sollte außerdem eine Kopfbedeckung tragen und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Und: „Vermeiden Sie bei einer Hitzeperiode Überanstrengung durch schwere körperliche Arbeit oder Sport! Besser das Fitnessprogramm auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen.“

Es hilft auch, die Wohnung morgens und abends gründlich zu lüften und sonst die Rollläden geschlossen zu halten, um die Hitze auszusperren. Übrigens: Für eine schnelle Abkühlung zwischendurch empfiehlt es sich, kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen oder – wenn möglich – ein kaltes Unterarm- oder Fußbad zu nehmen. Das erfrischt und kurbelt den Kreislauf wieder an.

So verhalten Sie sich richtig bei Hitze:

So verhalten Sie sich richtig bei der Hitzewelle

Verhalten im Ernstfall

Bei einem Sonnenstich:

  • Betroffenen an einen schattigen, kühlen Ort bringen
  • Mit kalten, nassen Tüchern bedecken
  • Bei anhaltenden Beschwerden Notarzt alarmieren

Bei einem Hitzschlag:

  • Sofort Notarzt verständigen!
  • Betroffenen an einen schattigen, kühlen Ort bringen
  • Betroffenen mit Flüssigkeit versorgen
  • Enge Bekleidung lockern
  • Nach Möglichkeit kühle und feuchte Umschläge machen
  • Für Luftzug sorgen

Bei Hitzeerschöpfung: 

  • Betroffenen mit elektrolythaltiger Flüssigkeit versorgen
  • Ruhe
  • Kühle Dusche oder Abwaschen mit Schwamm und kühlem Wasser
  • Leichte und bequeme Kleidung
  • Klimatisierte Umgebung

"Wasser ist so wichtig wie Benzin"

Auch Autofahrer sollten die sich stauende Hitze im Fahrzeug nicht unterschätzen. Wer sich jetzt ans Steuer setzt, sollte immer etwas zu trinken dabei haben. „Eine Flasche Wasser im Auto ist so wichtig wie das Benzin im Tank“, sagt Stefan Markus, verantwortlich für die Erste-Hilfe-Ausbildung im Malteser Hilfsdienst. So schön der Sonnenschein ist, so schnell können seine Folgen im Auto unangenehm werden: Kopfschmerzen, Dehydrierung, Übelkeit bis hin zum Sonnenstich und plötzlicher Fahruntauglichkeit.

Die Malteser geben sechs wichtige Ratschläge:

  • Ausreichend Flüssigkeit  – am besten Wasser ohne Sprudel – im Auto mitnehmen. Besonders bei Fahrten über die Autobahn sollten Sie auf ausreichende Versorgung aller Fahrzeuginsassen achten. Schon ein Stau kann zu langen Wartezeiten führen.
  • Klimaanlage einschalten, aber nicht zu stark abkühlen. Die ideale Temperatur liegt bei rund 20 Grad. Zu große Temperaturunterschiede kann der Körper nicht ausgleichen, eine Erkältung kann die Folge sein.
  • Wer keine Klimaanlage hat und eine längere Fahrt über die Autobahn plant, sollte immer mal wieder ein feuchtes Tuch in den Nacken legen. Sorgen Sie für eine ausreichende Lüftung.
  • Fahren Sie angemessen. Die Hitze erhöht die Reaktionszeit – auch der anderen Autofahrer. Fahrfehler passieren jetzt häufiger. Machen Sie öfters Pausen.
  • Lassen Sie Kinder nicht in der direkten Sonne sitzen, auch nicht im Cabrio. Denn einen Sonnenstich kann es auch geben, obwohl der Fahrtwind ein kühles Gefühl vermittelt. Entscheidend ist wie beim Sonnenbrand die Intensität der Sonneneinstrahlung. Befestigen Sie für hinten sitzende Kinder Schutzmatten an den Fenstern.
  • Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten ihren Arzt nach Besonderheiten oder Wechselwirkungen befragen. Zum Beispiel müssen blutdrucksenkende Medikamente in den Sommermonaten oft etwas reduziert werden. Grund ist, dass die Wärme den Blutdruck zusätzlich senken kann.

af/DKV Deutsche Krankenversicherung/Malteser Hilfsdienst e.V.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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