Skurrile Theorie

Geht am Donnerstag die Welt unter?

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Landkreis - Seit Wochen prophezeien Verschwörungstheoretiker, dass am Donnerstag ein gewaltiger Meteorit die Welt auslöschen soll. Wir haben bei der Sternwarte Rosenheim nachgefragt:

Wie FOCUS online berichtete, kursieren momentan im Internet verschiedenste Theorien, dass am Donnerstag, den 24. September ein Meteorit die ganze Erde auslöschen könnte.

Prof. Dr. Elmar Junker, Leiter der Sternwarte Rosenheim ist da ganz anderer Meinung:

Für Interessierte:

- Nächste Woche Montag in der Früh: Totale Mondfinsternis, Details siehe auch Newsletter 106 der Sternwarte.

- Öffentliche Führungen auf der Sternwarte beginnen wieder am Montag, 5. Oktober, um 20.30 Uhr

- Infos sowie Fotos zum Impakt

"Meteoriteneinschläge auf der Erde sind normal, auch heute noch wird die Erde täglich um viele Tonnen schwerer, aufgrund von Mikrometeoriten (inklusive Sternschnuppen), die auf die Erde rieseln. Die meisten großen Einschläge gab es vor etwa 4 Milliarden Jahren beim großen Bombardment im Sonnensystem, daher hat auch der Mond seine „Narben“. Auf der Erde verschwinden diese langsam durch Wind und Wetter, oder die Brocken fallen oder fielen nur ins Meer.

Auch heutzutage kann es größere Einschläge noch geben, aber viel seltener. Bekannt sind die Krater vom Nördlinger Ries (15 Millionen Jahre alt), oder z.B. der Siljan See in Schweden, oder der Arizona-Krater. Auf der Erde gibt es 184 nachgewiesene Impakt-Krater von 15 Meter bis 300 Kilometer Durchmesser, die ein Alter von 10 Jahren bis 2,4 Milliarden Jahren haben. Im Chiemgau gibt es übrigens keinen wissenschaftlich anerkannten und nachgewiesenen Impakt.

Das Objekt von Tscheljabinsk im Februar 2013 war ein etwa 20 Meter großer Meteorit, der in der Luft implodierte und in der Stadt Tscheljabinsk Fensterscheiben zum springen brachte. Das irdische Frühwarnsytem hat es nicht gesehen, da es aus der Richtung der Sonne kam. Aber 20 Meter ist harmlos, und nur ein lokales Problem. Für einen Weltuntergang sollte ein Objekt sehr deutlich über 10 Kilometer Durchmesser liegen.

Das Objekt, das wohl die Dinosaurier auslöschte hatte etwa 10-15 Kilometer Durchmesser und führte zu Klimaänderungen, Staub verdunkelte die Sonne, die Pflanzen gingen ein, und damit das Futter der Dinos. Solche Objekte würde man Jahre vorher sehen.

Den Schaden, den ein Objekt machen würde ist kompliziert zu berechnen, er hängt von Geschwindigkeit, Einschlagwinkel, Zusammensetzung (Stein, Staub, Metall), ob er ins Meer oder auf Land fällt.

Bei Apophis sah es erst so aus, als könne er am 13. April 2029 mit der Erde kollidieren, geht jetzt aber doch 30.000 Kilometer vorbei. Er hat nur 300 Meter Durchmesser, das wäre jedoch nicht nur lokal ungemütlich.

Die potentiell gefährlichen Asteroiden werden untersucht und kontrolliert:

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

Diese Woche sind also alle Objekte klein, und mehr als 14 LD (lunar Distance = 300.000 Kilometer) also mehr als 4 Millionen Kilometer von uns weg, das größte Objekt übernächste Woche sogar 66 LD.

Durch Bahnänderungen könnten solche Objekte auch theoretisch mal zur Erde umgelenkt werden, aber diese Woche können wir alle ruhig schlafen. Auf der NASA Seite finden Sie mehr dazu."

Sternwarte Rosenheim, Prof. Dr. Elmar Junker/jb

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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