Bahn setzt weiter auf Dialog bei den Planungen

Brenner-Nordzulauf: Im Sommer kommen grobe Trassenentwürfe

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Landkreis Rosenheim - Die Planungen der Deutschen Bahn für eine nördliche Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel schreiten voran. Im Sommer sollen bereits erste sogenannte Grobrassenentwürfe veröffentlicht werden.

Halbzeit bei den Erkundungsbohrungen zum Brenner-Nordzulauf. Insgesamt 23 Bohrungen auf deutscher Seite verteilt über das gesamte Projektgebiet hat die DB Netz AG vorgesehen. "Die Hälfte der Anzahl der Bohrungen laufen bereits", so DB-Projektleiter Torsten Gruber. Sechs von sieben Kommunen haben ihre Zustimmung für die Bohrungen schon erteilt. Nur die Gemeinde Neubeuern nicht. Die Bahn habe aber Hoffnung, dass man auch hier eine einvernehmliche Lösung finden werde. Sollte das nicht klappen, bietet der Gesetzgeber die rechtliche Möglichkeit einer Duldung, die vom Eisenbahnbundesamt ausgesprochen werde. Bis Mitte des Jahres sollen die Bohrungen abgeschlossen sein, Mitte April eine Zwischenbilanz veröffentlicht werden. 

Bahn setzt weiter auf Planungsdialog bei den anstehenden Planungsschritten

Gruber verkündete nun, dass im Sommer die Grobtrassenentwürfe präsentiert werden. "Diese Entwürfe werden dann in den Foren diskutiert und mit Hilfe des Kriterienkataloges bewertet werden", sagte Gruber. "Wenn wir erste Ideen für mögliche Trassenverläufe vorstellen, wird noch vieles sehr vage sein. Aber wir können erkennen, welche Räume auf keinen Fall in Frage kommen. Und damit sind wir schon einen großen Schritt weiter. Alles was wir in den Gemeindeforen erarbeiten, findet Einzug in die Trassenauswahl."

Bei mehr als 75 Gemeinde- und Regionalforen, Projektbeiräten und Informationsveranstaltungen hat die Bahn in den vergangenen zwei Jahren informiert. Mit Bürgern, Verbandsvertretern und Kommunalpolitikern wurde laut Bahn ein Katalog von Kriterien zusammengetragen, der künftig als Maßstab für alle Planungen dient und entscheidend mithilft, Klarheit über mögliche Trassen zu erzielen. 

DB-Projektleiter Torsten Gruber

"Wir stehen mitten im Bürgerdialog. Unser Dialog verläuft intensiv und transparent wie nie zuvor bei einem Bahnprojekt in Bayern", so Gruber. "Natürlich kann man verstehen, dass unser Projekt auch kritisch begleitet wird. Wir sitzen alle an einem Tisch. Mehr als zusammen an einem Tisch zu sitzen kann man nicht machen. Jeder kann in den Foren seine Punkte anbringen." Gruber, der selbst bei jeder Dialogsitzung dabei war, habe den Eindruck, dass die Diskussionen und die Foren funktionieren. Man bekomme gute Rückmeldungen und es seien viele Gemeinden dabei, die konstruktiv mitarbeiten. 

Das "Ob" ist nicht Aufgabe der Dialoge

Gruber wies darauf hin, dass die Frage des "Ob" natürlich diskutiert werden könne, aber Auftraggeber sei der Bund, der bei dieser Frage der richtige Ansprechpartner sei. "Das sind Fragen, die wir nicht in den Foren diskutieren können, dort geht es um das wie."

Straffer Terminplan bei der Bahn

Aufgrund komplexer Planungs- und Genehmigungsverfahren ist bei Bahnprojekten ein straffer Terminplan vorgegeben. Aber auch für die Menschen vor Ort sei Planungssicherheit wichtig. Gruber: "Ich glaube wir sind es der Region schuldig, schnell Ergebnisse präsentieren zu können. In unseren Gesprächen mit den Bürgern wird deutlich: Die Region hat ein Interesse daran, dass zügig Klarheit herrscht über einen späteren Trassenverlauf."

In der ersten Jahreshälfte 2018 steht die Aktualisierung der Planungsgrundlagen an. Eine sorgfältige Analyse des Planungsraumes erlaube es laut Bahn, technisch anspruchsvolle und besonders schützenswerte Bereiche (unter anderem Siedlungsgebiete und Naturräume) zu identifizieren. 

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Die gesammelten Grundlagen werden durch Stellungnahmen von Gemeinden und Foren ergänzt. Anschließend fließen alle Grundlagendaten in eine Raumwiderstandsanalyse ein. Es entsteht eine Landkarte, die zeigt, mit welchen planerischen Herausforderungen zu rechnen ist. Danach begeben sich die Planer über die ersten Entwürfe von Trassen. Sämtliche Planungsschritte sollen transparent erfolgen und seien Themen in den Gemeindeforen.

Das Ziel der Bahn sei es Anfang 2020 einen ersten Trassenvorschlag präsentieren zu können. Dann sollen auch schon die ungefähren Kosten feststehen. Verläuft der Zeitplan ideal, könnten die Gleise 2038 fertig sein. 20 Jahre für Planung und Bau.

Quelle: rosenheim24.de

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