Rosenheimer Landrat zu Gründen der geplatzten Fusion

Berthaler: Plaudere keine Interna aus - anders als Walch

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Die Landräte Wolfgang Berthaler (links) und sein Traunsteiner Kollege Siegfried Walch.
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Rosenheim/Traunstein - Mit dem Aufkündigen der Zusammenarbeit in Sachen Tourismus hat die Rosenheimer Seite in Traunstein viel Unverständnis ausgelöst: Doch Landrat Berthaler sieht deswegen nicht schwarz.

Am Freitag klingelte er kurz bei seinem Traunsteiner Kollegen Siegfried Walch durch: "Die Fusion der Tourismusverbände ist geplatzt." Im Chiemgau löste die Entscheidung der Rosenheimer Politik viel Kopfschütteln aus. Über zwei Jahre hat man sich, trotz Schwierigkeiten, immer mehr angenähert. Erst im Januar wurden wieder einstimmige Beschlüsse gefasst - nun das plötzliche Aus.

"Wir hätten uns personell unterordnen müssen"

Warum also ließen die Rosenheimer die Fusion der Tourismusverbände scheitern?"Da spielen viele Interna eine Rolle, die ich, anders als Siegi Walch, nicht ausplaudern will", meint Landrat Wolfgang Berthaler im Gespräch mit rosenheim24.de. Schon Walch deutete in einer Pressekonferenz am Montag an, dass es wohl Streitereien um Posten und Persönlichkeiten waren, die die Vereinigung zum Scheitern brachten.

Trotz Meinungsverschiedenheiten einigten sich Rosenheim und Traunstein eigentlich einstimmig darauf, dass der Geschäftsführer vom "Tourismusverband Chiemgau", Stephan Semmelmayr, künftiger Geschäftsführer des gemeinsamen Verbandes werden sollte. Auch im Marketing hätte er das Sagen gehabt. Seine Rosenheimer Kollegin Christina Pfaffinger wäre dagegen nur zweite Geschäftsführerin geworden. "Letztendlich haben wir uns da nicht auf Augenhöhe mit Traunstein gesehen. Wir hätten uns personell unterordnen müssen", so Berthaler.

Persönliche Probleme als Hauptgrund für das Scheitern

Auch Berthaler gesteht ein, dass es wohl persönliche Gründe waren, die die Fusion letztendlich zum Scheitern brachten: "Semmelmayr und Pfaffinger können nicht miteinander. Aber alle Details kann man nicht an die Presse weitergeben." Außerdem hätten sich die Traunsteiner Seite nicht auf einen gänzlich neuen Geschäftsführer des künftigen Tourismusverbandes, einen "Brückenbauer", wie Berthaler es nennt, einlassen wollen. Auch eine gleichberechtigte Doppelspitze von Semmelmayr und Pfaffinger sei laut Berthaler in Traunstein unerwünscht gewesen.

Genau wie Walch berichtet auch Berthaler von Verhandlungen, die alles andere als reibungslos abliefen: "Bei einem Treffen im Oktober 2015 machte jeder dem anderen Schuldzuweisungen." Die Traunsteiner Seite sei "forsch" aufgetreten, so Rosenheims Landrat. In den Wochen und Monaten danach seien aber "Sachen passiert", zu denen sich Berthaler nun nicht äußern will. Den einstimmigen Beschluss im Januar 2016 zu den Rahmenbedingungen des gemeinsamen Tourismusverbandes habe man nur "schweren Herzens" gefasst.

Kooperation mit einzelnen Gemeinden ausbauen

"Ich kann aber gut damit leben wie es jetzt ist", meint Landrat Berthaler. Während auf Seiten der Chiemgauer Touristiker Unverständnis und Enttäuschung herrscht, kann man es sich in Rosenheim gut vorstellen, weiterzumachen wie bisher: "Wir haben einen Zuwachs von über fünf Prozent bei den Übernachtungen, im Landkreis Traunstein hat man dagegen nur einen Einser vor dem Komma", so Berthaler.

Auch personell sei der Rosenheimer Tourismusverband gut aufgestellt: Christina Pfaffinger habe für jährliche Steigerungsraten gesorgt, die Bürgermeister im Landkreis seien sehr zufrieden mit "ihrer" Geschäftsführerin. "Das wollten wir nicht aufs Spiel setzen", so Wolfgang Berthaler. Statt einem gemeinsamen Tourismusverband beider Landkreise will Berthaler jetzt die Kooperation mit den Traunsteiner Gemeinden am Chiemsee und im Achental weiter ausbauen.

Die Geschäftsführerin des Rosenheimer Tourismusverbandes will sich dagegen nicht äußern: "Ich gebe dazu keinen Kommentar ab. Das war eine politische Entscheidung", so Christina Pfaffinger auf Nachfrage von rosenheim24.de.

xe

Quelle: rosenheim24.de

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