Dreiste Schleuser halten Polizei in Atem

Landkreis - Dreiste Schleuser haben am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Einer sperrte eine 10-Jährige einfach in den Kofferraum, ein anderer lieferte sich mit der Polizei eine Verfolungsjagd.

Zwei mutmaßliche Schleuser nahmen am Wochenende (16./17. August) weder auf ihre Begleiter noch auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht. Durch gefährliche Fahrmanöver auf der Autobahn wollten sie der Bundespolizei entgehen. Ihre Fluchtversuche scheiterten nahe Holzkirchen beziehungsweise bei Raubling.

Ein anderer Schlepper hatte keinen Sitzplatz mehr im Auto frei. Deshalb steckte er ein Mädchen in Mailand in den Kofferraum. Dort musste sie ausharren, bis die Fahnder bei der Kontrolle auf Höhe Oberaudorf den Kofferraum öffneten.

10-Jährige in Kofferraum gesperrt

Am Montag brachten Rosenheimer Bundespolizisten einen Ägypter ins Gefängnis. Der Fahrer eines Pkw mit italienischer Zulassung wird beschuldigt, am Vortag vier Männer im Alter zwischen 27 und 60 Jahren und ein Mädchen illegal ins Land gebracht zu haben. Die 10-Jährige musste die Fahrt, die in Mailand begann, bis zum Stopp auf der Inntalautobahn bei Oberaudorf augenscheinlich zwischen Gepäckstücken im Kofferraum zubringen.

Das Mädchen und ihr 60-jähriger Vater stammen ursprünglich aus Syrien. Für die Etappe der beiden von Italien in die Niederlande soll ein Hintermann, der die Fahrt organisiert hat, 1.200 Euro verlangt haben. Die anderen Personen, ebenfalls Syrer ohne Papiere, mussten nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei pro Person sogar 700 Euro zahlen. Die Geschleusten wurden an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Für den Fahrzeugführer ordnete ein Richter die Untersuchungshaft an.

Flucht mit 200 Stundenkilometern

Auch ein 33-jähriger Syrer musste auf richterliche Anordnung hin die Untersuchungshaft antreten. Die Kontrolle auf der A 8 kam ihm am Sonntag ganz offensichtlich nicht gelegen. Anstatt den Fahndern der Bundespolizei nahe dem Inntaldreieck zu folgen, beschleunigte er trotz Geschwindigkeitsbegrenzung auf etwa 200 Stundenkilometer und versuchte sich abzusetzen. Mit Unterstützung der Holzkirchner Verkehrspolizeiinspektion gelang es, den Flüchtigen zu stoppen.

An der Rastanlage Holzkirchen stellte sich heraus, weshalb er davon gefahren war. Der Mann mit schwedischem Wohnsitz beförderte mit seinem Wagen fünf Personen. Keiner der Erwachsenen hatte die erforderlichen Einreisepapiere dabei. Bei den fünf unerlaubt Eingereisten handelt es sich offenbar um Palästinenser. Diese konnten sich nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen zur Flüchtlingsstelle nach München begeben. Ihr Fahrer musste in die Haftanstalt. Die Bundespolizei ermittelt gegen ihn wegen Einschleusens von Ausländern. Er gestand inzwischen ein, für die Fahrt von Italien Richtung Skandinavien pro Geschleustem mehrere hundert Euro kassiert zu haben.

Gewagte Manöver auf der Autobahn

Bereits am Samstag versuchte ein ägyptischer Staatsangehöriger, sich dem polizeilichen Zugriff am Inntaldreieck zu entziehen. In verkehrsgefährdender Weise wechselte der 31-jährige Fahrzeugführer die Spuren und fuhr an der Überleitung von der A93 auf die A 8 sogar zwischen den aufgestellten Warnbarken hindurch, um unkontrolliert davonzukommen. Als der Fahrer offenbar bemerkte, dass ihm der Wagen der Bundespolizei trotz gewagter Manöver weiterhin folgte, stoppte er rund 400 Meter vor der Abfahrt Rosenheim unvermittelt auf der rechten Fahrspur der Autobahn. Die Bundespolizisten sicherten die Gefahrenstelle mit ihrem Fahrzeug ab und warnten die Verkehrsteilnehmer mittels eingeschalteten Blaulichts.

Rasch wurde klar, warum der Ägypter kein Interesse an einer Unterredung mit den Fahndern hatte. In seinem Auto saßen drei Erwachsene und vier Kinder. Im Gegensatz zu ihrem „Chauffeur“, der sich mit einer italienischen Aufenthaltsgenehmigung ausweisen konnte, führten die sieben Palästinenser keine Papiere mit. Die Bundespolizei nahm den Fahrer fest und führte ihn beim Amtsgericht in Rosenheim vor. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft wurde entsprochen. Der mutmaßliche Schleuser befindet sich inzwischen im Gefängnis. Ersten Ermittlungen zufolge verfügt er wegen eines Fahrverbots in Italien noch nicht einmal über eine gültige Fahrerlaubnis.

Pressemeldung Bundespolizei 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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