Forschung soll erleichtert werden

Neue App: Hagelflieger suchen Wettermelder

Rosenheim - Ab Anfang Mai beginnt die Arbeit des RO-BERTA Teams. Durch die Hagelapp soll das Team zusätzlich unterstützt werden: 

Anfang Mai beginnt die Hagelsaison. Das bedeutet Hochbetrieb für das Team von RO-BERTA. Seit 2010 widmet sich das gemeinsame Forschungsprojekt von Hochschule Rosenheim und Hagelforschungsverein der effektiven Gestaltung des Hagelabwehrfluges. Damit die Piloten des Hagelflugzeugs rechtzeitig informiert sind, wurde eine Hagel-App entwickelt. Jeder kann dort eine Wettermeldung absetzen und das Hagelrisiko der Region verringern. 

Je mehr Meldungen über die App erfolgen, desto umfangreicher sind die verfügbaren Daten. Durch deren optimale Aufbereitung in Echtzeit kann die Hagelabwehr effektiver erfolgen. Für den Deutschen Wetterdienst (DWD) sind die Wettermeldungen genauso von Vorteil wie für RO-BERTA: Denn durch Meldungen über die tatsächlichen Witterungsverhältnisse hat der DWD ganz unabhängig von der Hagelabwehr mehr Möglichkeiten, seine neu entwickelten Wettermodelle zu überprüfen. Für die Hagelabwehr selbst ist es natürlich sehr wichtig zu wissen, ob, wo und wieviel es bei einem Einsatz gehagelt oder geregnet hat. Das Absetzen von Wettermeldungen über die RO-BERTA-App zahlt sich also gleich doppelt aus: durch Messung der Wirksamkeit der Hagelabwehr in der Region – und langfristig durch ein besseres Verständnis des Wettergeschehens im Allgemeinen. 

App hilft nicht nur dem Landkreis

Daher ist die Hagel-App nicht nur für das Schutzgebiet des Rosenheimer Hagelforschungsvereins relevant sondern für das gesamte Bundesgebiet. Das betont auch Prof. Dr. Peter Zentgraf, Projektleiter und Professor für Regelungstechnik an der Hochschule Rosenheim: „Derzeit nutzen rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger überwiegend aus Stadt und Landkreis Rosenheim die App. Aber egal ob München, Rosenheim oder Regensburg –jeder kann zum Wettermelder werden, ganz unabhängig von seinem Standort. Und wer die meisten Meldungen absetzt, auf den wartet als Dankeschön ein Mitflug im Hagelflugzeug.“ Zu finden ist die App im Google Play Store unter dem Stichwort „Hagelabwehr“. Eine iPhone-Version ist geplant.

Liveaufnahmen aus dem Cockpit 

Die zweite Projektlaufphase von RO-BERTA (2013-2017) steht unter anderem unter dem Motto des Live-Erlebnisses: Mit Hochdruck arbeitet das Team derzeit amEinbau einer Webcam in das Cockpit des Hagelfliegers. Deren Bilder sollen vom Cockpit aus übertragen werden und über eine Schnittstelle in die Website von RO-BERTA integriert werden. So können der Flug und der Abwehreinsatz live mitverfolgt werden.

RO-BERTA - Rosenheims meteorologische Besonderheiten: Eine Regelungstechnische Aufgabe - startete im Jahr 2010. Projektziel ist die Unterstützung des Hagelflugzeugpiloten bei der Wahl des Impfgebietes sowie der Aufbau einer Datenbank zur Grundlagenforschung an Großwetterlagen bei Hagelunwettern. 2014 gewann die Hochschule Rosenheim mit RO-BERTA die „European Satellite Navigation Competition (ESNC)“, den größten internationalen Ideenwettbewerb im Bereich Satellitennavigation, und setzte sich weltweit gegen über 50 Universitäten und Institutionen durch. Jährlich werden dort Produkte und Dienstleistungen auszeichnet, die diese Technik im täglichen Leben nutzbar machen. Weitere Infos zum Forschungsprojekt unter

Pressemitteilung Hochschule Rosenheim 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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