Gesundheitsamt Rosenheim warnt vor Infektionen

Zecken-Zeit startet wieder: FSME auf dem Vormarsch

Rosenheim - Mit wärmeren Temperaturen geht es wieder raus in die Natur. Deshalb ruft der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes am Landratsamt Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, dazu auf, sich vor Zeckenstichen zu schützen.

Rosenheimer Gesundheitsamt rät zu Vorsorgemaßnahmen

Die zwei am häufigsten auf den Menschen übertragenen Infektionskrankheiten sind die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Lyme-Borreliose. Laut Bayerischem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sind in Bayern 2017 deutlich mehr Menschen als in den beiden Vorjahren an der durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME erkrankt. Mit 234 Fällen war dies der höchste Wert seit Einführung der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001. Mittlerweile gehören in Bayern bereits 83 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten zu den FSME-Risikogebieten. Dazu zählen auch Stadt und Landkreis Rosenheim.

Auch in der Region wurde 2017 mit insgesamt 13 Erkrankungen die bislang höchste Fallzahl an FSME-Erkrankungen gemeldet.

Impfungsquote noch gering

Nur die FSME-Impfung bietet einen ausreichenden Schutz gegen die Infektionskrankheit. Stadt und Landkreis Rosenheim liegen bei der Durchimpfungsrate von FSME bei den Schulanfängern und den Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe in Bayern im letzten Drittel. Das hat eine aktuelle Auswertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gezeigt. 

Für das Schuljahr 2015/16 lag die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung bei lediglich 14 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 33,3 Prozent. Auch bei den Schulkindern in der sechsten Jahrgangsstufe lag die Quote in der Region mit 40,8 Prozent weit hinter dem Durchschnitt für Bayern mit 61,8 Prozent.

Hierl appelliert an die Eltern, ihre Kinder und sich selbst impfen zu lassen: „FSME ist keine harmlose Krankheit. Wenn Sie oder Ihre Kinder sich in der Region oder im Urlaub in Risikogebieten viel im Freien aufhalten und Zecken ausgesetzt sind, dann ist die Impfung der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich.“ Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist für einen kompletten Impfschutz eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen erforderlich. Auffrischimpfungen sind je nach Impfstoff in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich.

Bereits fünf Infektionsfälle

Neben der FSME ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit die Lyme-Borreliose. Sie kann verschiedene Organe im Körper betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. In der Region Rosenheim wurden 2017 99 und 2016 114 Erkrankungsfälle gemeldet. In diesem Jahr wurden bereits fünf Infektionsfälle gemeldet. Gegen die Borreliose existiert keine Impfung. Sie kann aber bei frühzeitigem Beginn sehr wirkungsvoll mit Antibiotika behandelt werden. Ein typisches Zeichen, das bei der überwiegenden Zahl der Borreliosefälle auftritt, ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). 

Die Wanderröte entwickelt sich einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich vor allem an der Einstichstelle. Dabei handelt es sich um eine über fünf cm große ringförmige Hautrötung, die in der Mitte in der Regel blasser ist und sich über Tage langsam nach außen verbreitet.

Hierl erläutert weitere Vorbeugemaßnahmen: „Grundsätzlich gilt es, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden: Bei Wanderungen durch Strauchwerk oder hohes Gras tragen Sie möglichst langärmelige Hemden und Hosen mit langen Beinen. Nach dem Aufenthalt in der Natur suchen Sie den Körper immer nach Zecken ab“, so Hierl. Auch das Entfernen einer Zecke sollte laut Hierl umgehend und sachgerecht erfolgen: „Die Zecke muss mit einer Pinzette oder einem geeigneten Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche gefasst und langsam und gerade aus der Haut gezogen werden. Bei auffälliger Hautrötung oder anderen Krankheitssymptomen nach einem Zeckenstich sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden.“

Weitere Informationen

Informationen und Beratung zur FSME und Borreliose gibt es bei den Haus- und Kinderärzten in der Region oder direkt beim Gesundheitsamt in Rosenheim.

Mehr Informationen zum Thema gibt es auch im Internet unter: https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/zecken/ https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/fsme/index.htm

Pressemitteilung Pressestelle Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Pleul

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