Artikelserie Wildunfälle - Teil 2

Wieso man bei jedem Wildunfall die Polizei anrufen sollte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Im ersten Teil der Artikelserie wurde deutlich, wie groß die Gefahr eines Wildunfalls in unserer Region wirklich ist. Doch wie verhalte ich mich im Ernstfall richtig und welche Schritte sind einzuleiten?

Oft springt ein Tier unvermittelt auf die Straße und man hat keine Chance mehr einen Unfall zu verhindern. Auch dann ist es wichtig, sich an bestimmte Verhaltensregeln zu halten, so eine Information des Bußgeldkatalogs

Wenngleich ein Aufprall nicht mehr zu verhindern ist, sollte eine kontrollierte Vollbremsung durchgeführt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Aufprallwucht des Tieres zu verringern. 

Während des Bremsvorganges ist es außerdem wichtig, das Lenkrad gerade zu halten und dem Tier nicht auszuweichen. Ein kontrollierter Aufprall birgt immer noch ein geringeres Risiko, als ein Ausweichmanöver.

In erster Linie hat man sich nach einem Wildunfall zu verhalten, wie nach einem normalen Verkehrsunfall. Das Auto sollte kontrolliert zum Stehen gebracht und die Unfallstelle gesichert werden. 

Die Polizei informiert den Jäger

In Bayern ist besonders zu beachten, dass eine Meldepflicht für Wildunfälle besteht. Es muss also unverzüglich über die Telefonnummer 110 die Polizei verständigt werden, die wiederum den zuständigen Revierjäger informiert. Um den Schaden von der Versicherung ersetzt zu bekommen, ist es entscheidend, sich eine Wildunfall-Bescheinigung (hier ein Vordruck) vom Jäger ausstellen zu lassen und die Schäden am Fahrzeug dokumentieren zu lassen.

Welche Versicherung zahlt was?

Wenn der Unfall überstanden ist, stellt sich als nächstes die Frage, wer für die Sachschäden aufkommt. Der Jäger kann nicht zur Verantwortung gezogen werden, stattdessen ist die Versicherung der richtige Ansprechpartner. Doch es gibt Unterschiede:

  • Während die Haftpflicht lediglich die Schäden übernimmt, die durch den Unfall etwa an einer Leitplanke entstanden sind, zahlen Teil- und Vollkasko den Sachschaden am eigenen Auto. 
  • Die Teilkasko deckt nur Wildunfälle mit Haarwild, also Säugetiere, jedoch keinen mit Federwild ab. Der Fahrer muss bei der Teilkasko auch eine Selbstbeteiligung entrichten und trägt zudem die vollständige Beweislast. 
  • Wenn der Unfall durch ein Ausweichmanöver entstanden oder nicht nachweisbar ist, zahlt nur eine Vollkasko-Versicherung.

Was genau passiert bei einem Unfall mit den betroffenen Tieren und welche Straßenstellen sind in unserer Region besonders kritisch? Diese und weitere Fragen beantwortet uns im nächsten Teil der Artikelserie Werner Zwingmann, Vorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, am Donnerstag.

da

Quellen:

ADAC - Besser langsam als Wild

ADAC - Wildunfallprävention

Bußgeldkatalog

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser