"80-90 Prozent hätten wir lieber keins!"

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Landkreis – Wo könnten in der Region Windräder hingebaut werden. Um das zu klären, wurde eine Windenergie-Karte erstellt. Diese stößt nicht bei allen auf Freude:

Im Internet ist eine vorläufige Windenergie -Karte seit rund zwei Wochen online. Mit dieser ist ersichtlich, an welchen Stellen in der Region Windräder möglich wären. Dafür sind vom Regionalen Planungsverband Südostoberbayern gewisse Dinge berücksichtigt worden: zum Beispiel müssen Windräder einen Mindestabstand von 800 m zu Wohngebieten haben, 500 m zu Misch- und 300 m zu Industriegebieten.

Stellungnahme der Gemeinde Eiselfing:

In der Gemeinde Eiselfing kommen deshalb gleich zwei Gebiete in Frage: das eine befindet sich in der Nähe von Bergham und das andere auf einer größeren Grünfläche an der Grenze zu den Gemeinden Amerang und Schonstett. Bislang handelt es sich bei der Windenergie-Karte der Region 18 aber noch um eine sehr vage Karte.

Bürgermeister von Eiselfing, Rupert Oberhuber

Außerdem seien es nur Vorschläge, deshalb sei noch nicht ganz klar welche Flächen tatsächlich in Frage kämen, erklärt der Bürgermeister von Eiselfing, Rupert Oberhuber. „Das hängt zum Beispiel davon ab, ob der jeweilige Grundstückseigentümer sein Grundstück für Windräder her gibt oder ob ein Investor gefunden wird. Bei uns handelt es sich bei den ausgewiesenen Flächen ausschließlich um Privateigentum. Außerdem müssten Zufahrten zu den Windrädern geschaffen werden. Bei uns befindet sich das größte Stück nahe des Naturschutzgebietes und der Moorflächen. Hier wären Zufahrten wahrscheinlich gar nicht so einfach möglich“, so der Bürgermeister weiter.

Ein Mitspracherecht über die ausgewiesenen Flächen für Windräder haben die Gemeinden allerdings nicht. Trotzdem sagt Oberhuber: „80 bis 90 Prozent hätten wir lieber keins!“

Zur Windenergie-Karte

Stellungnahme der Gemeinde Bruckmühl

Ebenfalls eher entspannt sieht die aktuelle Windenergie-Karte der Bürgermeister von Bruckmühl, Franz Xaver Heinritzi. „Bis es soweit ist geht noch viel Zeit verloren und ich glaube, dass unser Gebiet im Mangfalltal nicht wirtschaftlich mit Windkraftanlagen betrieben werden kann. Nach dem Windatlas gibt es hier zu wenig Wind. Wenn es sich also rechnen würde, dann wären längst welche da gewesen und hätten welche gebaut“, so Bruckmühls Bürgermeister.

Bürgermeister von Bruckmühl, Franz Xaver Heinritzi

Statt Energie mit Windkraft zu erzeugen, seien auch andere Dinge wichtiger. „Wir haben uns in den letzten Jahren darauf konzentriert Energie einzusparen, zum Beispiel durch Gebäudedämmung. Jetzt sollen wir auf einmal innerhalb weniger Jahre alles anders machen, das funktioniert nicht“, erklärt Heinritzi weiter.

Betroffen, von den sogenannten Vorrangflächen für Windenergie, sind in der Gemeinde Bruckmühl trotzdem mehrere kleine Flächen: zum einen der große Forst bei Weihenlinden und oben ein Teilstück zur Gemeindegrenze nach Feldkirchen-Westerham.

Stellungnahme der Gemeinde Tuntenhausen:

Bürgermeister von Tuntenhausen, Otto Lederer

Während die Gemeinden Bruckmühl und Eiselfing noch abwarten, wird Tuntenhausens Bürgermeister Otto Lederer konkreter: „Wir haben dieses Thema noch nicht eingehend im Gemeinderat diskutiert. Tatsache ist aber, wenn man sehr viele Vorrangflächen für Windräder im ganzen Gemeindegebiet verstreut hat wie wir, dann kommt es eventuell zu Einschränkungen im Baurecht, was wiederum bedeutet, dass sich manche Firmen im Gewerbegebiet nicht vergrößern können. Deshalb wäre es besser, wenn mögliche Flächen für Windräder an einer Stelle konzentriert werden“, sagt Lederer. Ein Gespräch mit der Regierung von Oberbayern werde deshalb demnächst gesucht.

Auch wenn Lederer einen Kompromiss eingehen möchte, ist er mit den Windkraftanlagen nicht ganz einverstanden: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Windkraft im Voralpenland das große Ziel sein sollte , vor allem weil es bei uns zu wenig Wind gibt. Mit den Windrädern sollte man sich auf die Bundesländer im Norden Deutschlands konzentrieren. In unserer Region rentiert sich hingegen vor allem Photovoltaik und auch Biogas, wofür wiederum andere Regionen weniger geeignet sind. Deshalb sollte das Ziel sein, rauszupicken was für welche Regionen am geeignetsten ist und nicht einfach Windräder bauen, weil es dafür Zuschüsse gibt!“

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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