Viel Arbeit für Polizei am langen Osterwochenende

Kaum „Wildparker“, eine eskalierte Grillparty und ein irrer Porsche-Raser am Sudelfeld

Polizeieinsätze in Oberbayern am Osterwochende (Symbolbild).
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Polizeieinsätze am Osterwochenende (Symbolbild).

Brannenburg/Kiefersfelden - Auch an Ostern herrschte in der Region wieder einmal reger Ausflugsverkehr. Während sich das Phänomen des „Wildparkens“ diesmal weitestgehend in Grenzen hielt, sorgte vor allem ein Raser am Sudelfeld für mächtig Aufsehen.

Dabei stellte ein Porsche-Fahrer nach Angaben der Polizei Kiefersfelden einen „zweifelhaften Rekord“ auf, als er die Deutsche Alpenstraße (B307) im Bereich des Sudelfelds kurzerhand mit einer Rennstrecke verwechselte. Der Mann aus dem Landkreis München überholte zunächst aus Richtung Bayrischzell kommend in der Nähe der Passhöhe mit seinem Porsche 911 mit quietschenden Reifen eine Polizeistreife, gab dann Gas und entfernte sich daraufhin in „Rennfahrermanier“.

Um die kurvenreiche und überwiegend auf 60 km/h beschränkte Strecke mehr oder weniger in Ideallinie fahren zu können, schnitt der Fahrer immer wieder die Kurven, um unter Verwendung der Gegenfahrbahn die hohe Geschwindigkeit halten zu können. Dass zu dieser Zeit - am Nachmittag des Ostersonntag (4. April) - das Sudelfeld stark von Ausflugsverkehr frequentiert war und auch zahlreiche Radler und Spaziergänger unterwegs waren, interessierte ihn offensichtlich wenig.

Die Beamten, die inzwischen die Verfolgung des 500-PS-Porsche aufgenommen hatten, konnten jedoch nicht lange mithalten und verloren das Fahrzeug zunächst aus den Augen. Nach etwa vier Kilometern gelang es jedoch einer Streife, welche am Sudelfeld eine Lasermessung durchführte, den Sportwagen in einem auf 80 km/h beschränkten Abschnitt mit sage und schreibe 193 Sachen zu blitzen. Wegen der massiven Übertretung erwartet den Münchner nun neben einer hohen Geldbuße und Führerscheinentzug auch eine Anzeige wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens.

Kaum „Wildparker“ an Ausflugshotspots

Darüber hinaus verstanden viele Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung am Sudelfeld offenbar nur als „Empfehlung“. Laut Polizei hagelte es dort - abgesehen von dem irren Porsche-Raser - im Kontrollzeitraum eine Vielzahl von Anzeigen wegen überhöhter Geschwindigkeit, vor allem für Sportwagen- und Motorradfahrer.

Auch die Brannenburger Polizei überwachte am Osterwochenende wieder die „Ausflugshotspots“ in den Gemeinden Samerberg, Nußdorf, Flintsbach und Bad Feilnbach. Dort war es in der Vergangenheit wiederholt zu Verstößen, vor allem durch Wildparken, gekommen. Vor allem Rettungswege waren dabei immer wieder blockiert. Zuletzt hatte rosenheim24.de Anfang März darüber berichtet. Obwohl auch an Ostern ein hohes Verkehrsaufkommen festzustellen war, fiel die Bilanz der Polizei diesmal überraschend erfreulich aus: Es kam nach Polizeiangaben zu keinen nennenswerten Parkverstößen oder anderen „Unzulänglichkeiten“. „Den Fahrzeuglenkern kann also ein überaus positives Zeugnis erteilt werden und es bleibt zu hoffen, dass dieses Verhalten auch über Ostern hinaus so bleibt“, so die Polizei Brannenburg in einer Pressemitteilung.

Raser auch bei Neubeuern gestoppt

Im Gemeindebereich von Neubeuern wurden am Nachmittag des Ostermontag (5. April) schließlich noch fünf „sehr flotte“ Autofahrer beanstandet. Auf einem Straßenabschnitt der Dorfstraße in Richtung Rohrdorf wurden zwischen 17 Uhr und 18 Uhr insgesamt neun Fahrzeugführer mit überhöhter Geschwindigkeit festgestellt. Besonders hervor stachen ein 35-jähriger Stephanskirchener mit seinem Sportwagen und ein 54-jähriger Rosenheimer mit seinem Motorrad. Innerhalb geschlossener Ortschaften wurden der 35-jährige mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 81 km/h und der 54-jährige mit satten 83 km/h angehalten. Beide erhalten ein Bußgeld von 100 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Polizei beendet Grillparty mit Pfefferspray und Schlagstock

Zudem gab es über Ostern leider auch wieder einige nicht-corona-konforme Zusammenkünfte. Über die verbotenen Partys hatte rosenheim24.de bereits am Ostermontag berichtet. Unter anderem gab es ein Trinkgelage in einem Parkhaus in Bad Tölz (Landkreis Bad Tölz-Wofratshausen). Dabei landete ein 18-Jähriger am Morgen des Karfreitag (2. April) vermutlich wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Die Polizei schrieb mehrere Anzeigen, unter anderem wurden auch Autos in dem besagten Parkhaus beschädigt.

Zudem verstießen einige „Wohnmobil-Freunde“ bei Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) und im Isartal (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gegen die nächtliche Ausgangssperre, in dem sie die Nacht auf Ostersamstag, 3. April, in ihren Gefährten verbringen wollten. Es gab in diesem Zusammenhang insgesamt 16 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Außerdem eskalierte bei Waldram am Ostersonntag (4. April) eine „Grillparty“ in einem Naturschutzgebiet. Als die hinzugerufene Polizei das verbotene Treiben beenden wollte, wollte sich ein 43-Jähriger nicht kontrollieren lassen und einen faustgroßen Stein auf die eingesetzten Beamten werfen. Anschließend flüchtete er mit einem weiteren Partygast. Die beiden wurden wenig später von mehreren Polizeistreifen geschnappt. Allerdings mussten die Beamten Pfefferspray und Schlagstock einsetzen.

mw/Polizei Kiefersfelden/Polizei Brannenburg

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