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Polit-Meinungen gehen auseinander

„Aus energetischer Sicht ein Wahnsinn“ - Soll die Aiblinger Eishalle geöffnet werden?

Die U11 und U13 des EHC Bad Aibling „Aibdogs“ beim Training. Wird das auch weiterhin möglich sein?
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Die U11 und U13 des EHC Bad Aibling „Aibdogs“ beim Training. Wird das auch weiterhin möglich sein?

In Bad Aibling hat die Eislaufhalle – auch in Krisenzeiten – eine große Bedeutung. Das zeigt sich auch in den Äußerungen vieler Stadträte. Doch wie stehen die Parteien tatsächlich zur Frage, ob die Öffnung der Eislaufhalle derzeit überhaupt noch vertretbar ist?

Bad Aibling – Was kann sich eine Stadt in Zeiten der Energiekrise noch leisten? Jüngst regte Aiblings Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr eine Diskussion zur geplanten Öffnung der Eislaufhalle im November an – für den Sportbetrieb ist die Eishalle bereits geöffnet. „Wie sollen wir das frierenden Menschen erklären?“, fragte sie.

Das sagen die Stadtratsfraktionen

Stadtwerkeleiter Stefan Barber betonte zuletzt, dass es sich um eine politische Entscheidung handelt. Jedoch hätte der Stillstand der Eishalle „eine große Energie- und somit auch Kosteneinsparung zur Folge“. Doch wie stehen die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats zur sensiblen Thematik?

Die CSU-Fraktion ist davon überzeugt, dass nach der momentan absehbaren Versorgungslage, ein Betrieb der Eishalle gerechtfertigt ist. Laut Fraktionsvorsitzenden Markus Stigloher versuchen die Regierungen derzeit, mehr oder weniger erfolgreich, die aktuelle Schieflage zu korrigieren. Auch die Stadtwerke versuchten durch besonnenes Handeln, den Betrieb der Eislaufhalle zu ermöglichen.

Stigloher sieht das größte Problem derzeit in der technischen Umstellung von Erdgas auf einen „anderen passenden und versorgungssicheren Energieträger“, was Zeit brauche. Der gesundheitsfördernde Wert durch sportliche Aktivität in der Eishalle überwiege aber gegenüber den Vorteilen der Energieeinsparung.

SPD: „Das Thema Zusperren erledigt sich von selbst“

„Wir sehen die Öffnung der Eishalle in diesem Winter sehr kritisch“, macht dagegen Martina Thalmayr (Grüne) deutlich. Man gönne jedem den Spaß, weshalb man jährlich den „hoch defizitären Betrieb der Eishalle“ mittrage, obwohl er aus energetischer Sicht „ein Wahnsinn“ sei. Man steuere jedoch auf eine Gasmangellage zu, auch Strom könne im Winter knapp werden. „Ich halte es für unverantwortlich, von Bürgern zu verlangen, auf die Wohlfühltemperatur zu Hause zu verzichten, aber gleichzeitig eine Anlage mit sehr hohem Energieverbrauch zu betreiben, die nur von einer relativ kleinen Gruppe von Bürgern genutzt wird“, sagt Thalmayr, die das Geinwohl höher wertet.

Laut Richard Lechner (SPD) sei die energieintensive Eisbereitung zu Beginn der Saison bereits erledigt. „Unsere Eishalle wird von Eisläufern, Stockschützen und Eishockeyspielern der verschiedensten Altersgruppen genutzt.“ Das Zusperren der Halle würde den Vereinen den Spielbetrieb und die Trainingsmöglichkeiten nehmen, sagt Lechner, der auch auf geleistete Jugendarbeit hinweist. „Das Thema Zusperren erledigt sich von selbst, wenn tatsächlich der befürchtete Blackout kommt.“ Noch aber stünden die Stadtwerke überwiegend vor einem Preis-, nicht vor einem Mengenproblem, so Lechner. Die Frage sei, wie lange das bei steigenden Energiepreisen machbar ist, ohne den Betrieb Stadtwerke zu gefährden.

Für Florian Weber (BP) ist klar, dass man in einer Notsituation Prioritäten setzen muss. „Natürlich macht man so etwas sehr ungern, da die Eishalle für viele Menschen, gerade auch für den Sportbetrieb einen großen Stellenwert hat.“ Dennoch spricht er sich für eine Schließung aus, da „es jetzt natürlich deutlich Wichtigeres gibt“.

Abstrafen von Schul- und Breitensport?

Angesprochen auf die Eishalle und den Eissport spricht Rudi Gebhart (ÜWG) indes von „Herzblut“. Eine Schließung zum jetzigen Zeitpunkt könne er nicht befürworten. „Jeder einzelne spart, jeder wird in den Medien hysterisch gemacht – da kann ich jetzt nicht auch noch den Schul- und Breitensport abstrafen.“ Über eine Schließung könne man dann sprechen, wenn sich die Lage weiter zuspitzt. Laut Andreas Winhart (AfD) ist der Betrieb der Eishalle technisch eng mit der Therme gekoppelt.

„Der minimale energetische Aufwand ist daher vertretbar.“ Winhart plädiert dafür, die Eishalle vollumfänglich zu öffnen und den Vereinssport sowie den öffentlichen Eislauf regulär zu ermöglichen. „Solange vom Bund keine Anweisungen kommen oder Gas und Strom völlig ausbleiben, sollte eine öffentliche Einrichtung auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Was sagt Bad Aiblings Bürgermeister zur Eishallen-Diskussion?“

Abgesehen von Thalmayrs Anmerkung, die Öffnung der Eislaufhalle zu überdenken, habe es bislang keine Anfragen an Stadt oder Stadtwerke gegeben, sagt Bürgermeister Stephan Schlier (CSU). Theoretisch könnte der Betrieb beendet oder früher eingestellt werden. „Ich persönlich stehe aber zur Öffnung der Eislaufhalle – auch in diesem anstehenden Winter, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht deutlich verschlechtern.“ Es seien verschiedene Sparmaßnahmen ergriffen worden, etwa der Versuch zur neuen Saison, die Beheizung der Halle auf das Notwendigste zu reduzieren (wenn möglich von 8 bis 10 Grad auf maximal 3 bis 5 Grad).

„Die Stadtwerke gehen davon aus, dass damit der Gasverbrauch um etwa 15 Prozent reduziert werden kann.“ Neben den „Synergieeffekten“ beim Betrieb mit Therme und Sauna sei weiter zu beachten, dass der Großteil der Energie aufgewendet werden muss, um die Eisfläche erstmalig zu kühlen und in der wärmeren Jahreszeit zu betreiben. „Es macht wenig Sinn, den Betrieb im neuen Jahr einzustellen, wenn vergleichsmäßig wenig weitere Energie aufgewandt werden muss, um den Weiterbetrieb bis zum Saisonende sicherzustellen“, so Schlier. Er betont die große Nachfrage der Vereine und eine große Bedeutung für Schul- und Breitensport.

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