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„Man kann nicht alles zusperren“

Nach der „Energiefresser“-Kritik: Wie gut wird die Eishalle in Bad Aibling angenommen?

Wie gut wird die Aiblinger Eishalle von den Bürgern angenommen, nachdem Kritik am „Energiefresser“ aufkam?
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Wie gut wird die Aiblinger Eishalle von den Bürgern angenommen, nachdem Kritik am „Energiefresser“ aufkam?

Angesichts der Energiekrise musste die Stadt massive Kritik für die Öffnung der Eishalle einstecken. Doch wenige Wochen später zeigt sich ein klares Bild. Wie groß ist der Andrang in Aiblings Freizeiteinrichtung und wie stehen die Besucher zur Kritik?

Von Nicolas Bettinger und Stefan Hadersbeck

Bad Aibling Ende September stieß Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr eine Diskussion in Bad Aibling an, indem sie die Öffnung der Eislaufhalle in Frage stellte. „Wie sollen wir das frierenden Menschen erklären?“, fragte sie in die Runde des Stadtratgremiums und verwies darauf, dass nicht nur die Menschen im privaten Bereich, sondern auch die Stadt sparen müsse.

Die Stadtwerke teilten daraufhin auf OVB-Nachfrage mit, dass der Betrieb der Eislaufhalle natürlich mit einem hohen Energieeinsatz verbunden sei. Ins Gewicht fielen sowohl die kältetechnischen Anlagen zur Kühlung der Eisfläche, die gleichzeitige Beheizung der Halle, aber natürlich auch der Lüftungs-, Warmwasser- und Wärmebedarf der Nebenräume sowie der Aufwand für die Beleuchtung der gesamten Anlage. Vertretbar in der aktuellen Situation? Alles in allem, so die Aussage der Stadtwerke, hätte die Schließung eine große Energie- und somit auch Kosteneinsparung zur Folge. Dennoch sei es eine politische Entscheidung.

Wie läuft der Eishallenbetrieb bislang?

Anfang November öffnete die Eishalle dann trotz der Diskussion ihre Tore für die Öffentlichkeit, nachdem der Sportbetrieb längst im Gange war. Doch wie gut wird das Freizeitangebot von Besuchern nun angenommen? Oder anders gefragt: Hat die Diskussion um Energieeinsparungen einen Einfluss auf den Andrang in der Eishalle?

„Wir sind nach mittlerweile drei offenen Wochenenden bei 2000 Gästen, das ist sehr gut für diese Jahreszeit“, sagt Birgit Haagen von den Stadtwerken Bad Aibling. Gerade dafür, dass die Eislaufhalle nur jeweils donnerstags, samstags und sonntags (mit unterschiedlichen Öffnungszeiten) geöffnet habe, erkenne man ein großes Interesse. Alleine am vergangenen Sonntag, so Haagen, habe man etwas mehr als 300 Besucher gezählt. „Bezogen auf die Eisfläche und die Begrenzung auf zwei Stunden ist da nicht wirklich noch Luft nach oben“, so Haagen zufrieden mit der bisherigen Auslastung.

Temperatur in der Halle wird noch sinken

Negative Rückmeldungen, etwa was die Energiediskussion oder die Einsparungsversuche im laufenden Betrieb angeht, habe man bisher nicht erhalten. Dazu erklärt Stadtwerkeleiter Stefan Barber, dass beispielsweise die Anpassung der Raumtemperatur auch erst dann zum Tragen komme, wenn die Außentemperaturen deutlich gesunken sind. Denn erst dann müsse geheizt werden „und wir versuchen dann eben weniger zu heizen.“

Und Barber weiter: „Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Menschen auf etwas verzichten müssen“, sagt er und bezieht dabei nicht nur die Eishalle, sondern etwa auch das Interesse an Sauna und Therme mit ein. Gerade nach der Corona-Zeit nutzten die Menschen wieder Gelegenheiten, sich zu bewegen oder freizeitlich zu betätigen. Wenngleich jeder im privaten Bereich spare und das berechtigterweise auch vom Betreiber der Eishalle erwarten dürfe.

Kritik an der Kritik im Vorfeld

Bereits vor dem Start des öffentlichen Eislaufs hatten sich Vereinsvertreter angesprochen auf die „Energiefresser“-Kritik zu Wort gemeldet und betont, dass die Eishalle für ihren Sportbetrieb immens wichtig sei. Neben vielen Stadtratsfraktionen argumentierte auch Bürgermeister Stephan Schlier damit. Er betonte die große Nachfrage der Vereine und eine große Bedeutung für den Schul- und Breitensport.

Doch wie ist die Stimmung in der Eishalle und spielt die diskutierte Energiekrise dort überhaupt eine Rolle? Besuche an einem Donnerstagabend sowie an einem Sonntag beim öffentlichen Eislauf zeigten, dass dieser vom einheimischen Publikum gut angenommen wird. Dabei bevölkerten viele Jugendliche und Familien mit Kindern die Eisfläche. Auch am Samstagabend herrschte ein sehr großer Andrang, wie die Aussagen eines Mitarbeiters an der Stadionkasse belegten.

Außerhalb der Eisfläche nahmen die Besucher auf den Bänken zwischendurch etwa einen Becher mit mitgebrachtem warmen Tee zu sich oder stärken sich mit einem kleinen Snack. Doch wie stehen die Besucher selbst zu der geäußerten Kritik am Eishallen-Betrieb beziehungsweise zu dem Vorschlag, auf die Öffnung aus Gründen der Energieeinsparung zu verzichten?

Warum kommen die Besucher vorbei und wie stehen sie zur Energie-Diskussion?

Henry Lindequist, 37, aus Bad Aibling.

Henry Lindequist, 37, aus Bad Aibling: „Wir machen einen Familienausflug, damit meine drei Kinder mal rauskommen, sie sitzen sonst alle mit dem Handy auf der Couch. Die Bewegung und das Schlittschuhlaufen tut ihnen und auch mir gut und macht Spaß. Das Eisstadion muss offenbleiben, für alles andere ist auch Geld da.“

Emely Lindequist, 14, aus Bad Aibling.

Emely Lindequist, 14, aus Bad Aibling: „Ich will mich mit Freunden treffen, Spaß haben, mich sportlich betätigen, ich laufe sehr gerne Schlittschuh. Das Eisstadion soll weiterhin für den öffentlichen Eislauf und den Sport geöffnet bleiben, man kann nicht alles zusperren.“

Christoph Leidlein, 20, aus Bad Aibling.

Christoph Leidlein, 20, aus Bad Aibling: „Mir gefällt die sportliche Betätigung auf dem Eis und das Zusammensein hier mit Freunden in der dunkleren Jahreszeit, das bereitet mir viel Vergnügen. In der momentanen Situation ist die Öffnung des Eisstadion voll gerechtfertigt. Falls eine große Mangellage auf dem Energiesektor eintreten würde, kann man auch die Öffnung des Eisstadions überdenken.“

Mika Wittmann, 17, aus Bad Aibling.

Mika Wittmann, 17, aus Bad Aibling: „Das Schönste ist, Leute im Eisstadion zu treffen, nicht zu Hause am PC zu sitzen und zu zocken. Es ist toll, nach Corona endlich wieder rauszukommen, dass man endlich wieder Schlittschuhlaufen kann. Das Eisstadion sollte man offen lassen, die Leute werden unzufrieden, wenn einem die schönen Sachen weggenommen werden. Der Jugend wird immer vorgeworfen, sie unternimmt nichts, jetzt ist das wieder möglich.“
 

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