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Wie es jetzt weiter geht

Zwei Gebäude „teuer entsorgt“: Bad Endorf ist dem Kreisel einen Schritt näher

So sah es während den Abrissarbeiten in Bad Endorf aus. Nun ist der ganze Schutz entsorgt.
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So sah es während den Abrissarbeiten in Bad Endorf aus. Nun ist der ganze Schutz entsorgt.

Bad Endorf ist nicht nur als Kurort bekannt, sondern auch für sein Verkehrschaos. Ein Kreisel soll die Blechlawine zähmen. Dafür ließ die Gemeinde zwei Gebäude abreißen. Wie es nun weiter geht.

Bad Endorf - „Alles brummt und hupt“ - so beschreibt Martin Mühlnickl den Verkehr in Bad Endorf. Er ist Geschäftsleiter der Marktverwaltung und weiß um die angespannte Verkehrslage des Ortes. Er wünscht sich weniger Dreck, Lärm und Feinstaubemissionen: „Wir wollen die Blechlawine zum Erliegen bringen.“ Seit über 20 Jahren diskutiert die Gemeinde darüber. Ein Kreisverkehr soll das Chaos richten und die Situation neu ordnen.

Ersatzleitungen für Wasser, Storm und Gas

In den vergangenen sieben Jahren ist der Plan laut Mühlnickl konkret geworden. Nun hat die Gemeinde zwei Gebäude abreißen lassen. „Wir mussten Platz schaffen für den Umleitungsverkehr“, erklärt der Geschäftsleiter. Zudem müssten die Ersatzleitungen für Wasser, Strom und Gas umgelegt werden bis die neue Trasse fertig ist.

Eine „teure Entsorgung“

Um sicherzustellen, dass die Arbeiter genügend Zeit haben, mussten die beiden Gebäude bereits jetzt weichen. Es handelt sich dabei um die ehemalige Volksbank sowie die Tankstelle und Autowerkstatt Schnitzlbaumer. Die Bauten standen bereits Jahre leer, die Gemeinde hatte sie gekauft. Mühlnickl spricht von einer „teuren Entsorgung“. Wie viel der Abriss gekostet hat, wisse er jedoch nicht, da die Schlussrechnung noch nicht eingegangen sei. Was nach der Fertigstellung des Kreisverkehrs auf diese Flächen kommt, sei noch nicht klar.

Ein Verkehrsknotenpunkt in Bad Endorf: die Kreuzung Kirchplatz, Rosenheimer Straße und Wasserburger Straße soll ein Kreisverkehr werden.

Nun werde die Entwurfsplanung vom staatlichen Bauamt „feingeschliffen“ und zu einer Ausführungsplanung umgearbeitet - „mit der Lage des Kreisverkehrs um Zentimeter genau.“ Doch damit das staatliche Bauamt den exakten Plan erstellen kann, müsse sich Bürgermeister Alois Loferer mit den Eigentümern vor Ort einigen. Der Vollzug des Grunderwerbs muss also im nächsten Schritt abgeschlossen werden. „Da ist unser Bürgermeister dran“, sagt Mühlnickl.

Start der Bauarbeiten ungewiss

Alexander Eisner vom staatlichen Bauamt weiß, dass der Grunderwerb Zeit braucht: „Wir wollen der Gemeinde keinen Druck machen.“ Wann der Bau startet, könne er deshalb noch nicht sagen. Auch wie lange die Bauarbeiten dauern werden, kann Eisner nicht abschätzen. „Das kommt darauf an, wie es läuft. Wir können die Straße aber nicht komplett sperren“, sagt er. Es werde verschiedene Bauabschnitte geben. Dafür müsse sich das staatliche Bauamt mit den Gewerbetreibenden und dem Rosenheimer Landratsamt abstimmen. Im Gegensatz zu Eisner äußert Mühlnickl eine optimistische Hoffnung: „Wenn alles glatt läuft, fangen wir 2023 an.“ Spätestens erwarte er den Baubeginn jedoch im Jahr 2024.

Bis dahin stehen andere Dinge an. Vor Kurzem habe sich die Gemeinde zu einem „Verkehrssicherheitsaudit“ mit dem staatlichen Bauamt getroffen. Dabei hätten sich die Verantwortlichen über geplante Randsteine, Gehwegbreiten und die Lage von Zebrastreifen unterhalten und mit dem Bestand abgeglichen. „Der Kreisverkehr soll den Verkehrsknotenpunkt sicherer und flüssiger machen“, sagt Mühlnickl. Der Mehrwert bestehe in einer wesentlichen Entzerrung des Verkehrs. Zudem gebe es keine Staus mehr durch eine Ampelschaltung.

Gute fachliche Beratung vom Bauamt

Das staatliche Bauamt sieht Mühlnickl als „konstruktiven Part“. Die Behörde habe sehr viel möglich gemacht und die Zusammenarbeit sowie die fachliche Beratung sei sehr gut. „Ihnen ist bewusst, was Orte an Staatsstraßen aushalten müssen“, sagt Mühlnickl.

Das bestätigt Alexander Eisner: „Es gibt sehr viel Verkehr in Bad Endorf. Der Verkehrsfluss wird auf alle Fälle geschmeidiger.“ Der Kreisel und die dazugehörige Infrastruktur werde die Gemeinde entlasten - nicht nur die Autofahrer, sondern auch Radfahrer, Fußgänger und Schulkinder. Denn auch die Gehwege werden sich laut Eisner verbessern.

Mühlnickl zufolge ist der Kreisverkehr ein wichtiger Baustein für weitere Schritte. Auch die Bahnhofsstraße soll umgestaltet und beruhigt werden. Die Gemeinde wolle eine Tempo-30-Zone einführen. Und irgendwann brummt und hupt es dann womöglich nicht mehr in Bad Endorf - oder zumindest weniger.

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