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Private Initiative von Franz Miesgang

Mit einer Kapelle an der Tregler Alm bei Bad Feilnbach geht ein Herzenswunsch in Erfüllung

Mit Blick auf das Bergpanorama ist der Standort der neuen Privatkapelle neben der Tregler Alm. Mit dem Bau erfüllt sich Franz Miesgang einen Herzenswunsch.
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Mit Blick auf das Bergpanorama ist der Standort der neuen Privatkapelle neben der Tregler Alm. Mit dem Bau erfüllt sich Franz Miesgang einen Herzenswunsch.

Die Hauskapelle an der Tregler Alm nimmt Gestalt an. Stück für Stück wächst das Gebäude samt kleinem Kirchturm dem Himmel entgegen. Mit dem Bauwerk erfüllt sich Franz Miesgang einen lang gehegten Herzenswunsch.

Bad Feilnbach – Miesgang wird vom Stammtisch der Tregler Alm und einigen befreundeten Firmen mit Tat und Material unterstützt. So laufen auf der Almwiese unterhalb der Terrasse die Arbeiten auf Hochtouren. Die Kapelle ist vier Meter lang und drei Meter breit. „Der Innenbereich soll schlicht mit einem Gewölbe, Bänken, einem Altar sowie einem Kreuz mit einem geschnitzten Herrgott ausgestattet sein“, beschreibt Tochter Tanja Millauer.

Vorbild ist Andachtsstätte in Brannenburg

Die Kapelle soll eine Josefskapelle werden – gewidmet dem im Jahr 2019 verstorbenen Onkel – Josef Eder, auch Ederkramer genannt. „Ihm hat die Tregler Alm sehr viel zu verdanken, und er hat die Tregler Alm auch immer geliebt“, so Millauer. Vorbild für die Kapelle ist eine in Brannenburg stehende Kapelle, die mit Einwilligung des Besitzers nachgebaut werden darf. Die Materialien sind Beton und Holz sowie ein Kupferdach mit einem Zwiebelturm.

Als Erstes wurde das Fundament gegossen.

„Die Kapelle soll 2022 nach Fertigstellung feierlich eingeweiht werden. Den Gästen der Tregler Alm gefällt die Lage und sie sind vom Vorhaben begeistert, wie sie immer wieder bei Ausflugstouren aktuell schon bekunden“, freut sich die Familie. Diese besondere Aktion hat eine lange Tradition und ist in Bayern aktuell „im Trend“.

705 Privatbauten gibt es in der Erzdiözese

Auch in Zeiten von Mitgliederschwund und Kirchenkrise werden in Bayern jedes Jahr neue, katholische Privatkapellen gebaut. Die Gründe, warum ein Privatmensch Geld in die Hand nimmt, um ein eigenes Gotteshaus zu bauen, seien vielfältig, heißt es aus der Erzbischöflichen Ordinariat. Privatpersonen können nach Angaben von Hendrik Steffens von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München und Freising Privatkapellen errichten, jedoch gelten nach katholischem Kirchenrecht einige Vorgaben. „So ist für die Errichtung und Segnung einer Privatkapelle die Erlaubnis des zuständigen Ordinarius, hier des Erzbischofs, erforderlich“, so Steffens.

Das „Schiff“ der Kapelle wächst empor.

Kapelle muss liturgischen Vorschriften entsprechen

Vor der Segnung der Privatkapelle habe sich der von ihm beauftragte Priester (meist der Pfarrer der Pfarrei, auf deren Gebiet die Kapelle errichtet wurde,) davon zu überzeugen, dass die Kapelle den liturgischen Vorschriften entsprechend ausgestattet wurde. Auf dem Gebiet des Erzbistums München und Freising sind nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats (Stand 7. Oktober 2021) 705 Privatkapellen registriert, wobei möglich ist, dass es darüber hinaus weitere Privatkapellen gibt, die (noch) nicht zentral erfasst sind.

Sieben Kapellen 2020 errichtet

Zu den vergangenen Jahren: 2020 sind sieben Kapellen registriert worden, 2019 waren es zwei, 2018 waren es acht, 2017 war es eine, 2016 waren es sechs. Die Privatkapelle kann, muss aber keinen Altar beinhalten. Der Ort muss passend für Andacht und Gebet eingerichtet sein.

Eine Privatkapelle ist in erster Linie für die private Andacht bestimmt. Messfeiern und andere Gottesdienste seien nur mit der Erlaubnis des Erzbischofs gestattet. Konkrete bauliche oder architektonische Vorschriften gebe es nicht. So seien Privatkapellen auch oftmals nur wenige Quadratmeter groß, teils werden sie neu errichtet, teils sind es alte Kapellen aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, die mehr oder weniger aufwendig restauriert wurden. Obwohl nicht vorgeschrieben ist, dass sich ein Altar in der Kapelle befindet, ist dies oft der Fall (meist kein Volksaltar, den man umrunden kann, sondern ein Wandaltar).

Stück für Stück schwebt das Dach ein.

Segnung wird beurkundet

Die Urkunde für die Kapelle stellt der mit der Segnung beauftragte Pfarrer aus. Ein Exemplar bleibt im Pfarramt. Ein Exemplar erhält das Erzbischöfliche Ordinariat, um die gesegnete Kapelle in die Bistumskarte einzutragen, und ein Exemplar erhält der Erbauer oder Eigentümer der Kapelle.

Frömmigkeit und Dankbarkeit als Motivation

So sind den Anschreiben, mit denen Einzelpersonen und Familien die Errichtung und Segnung einer Kapelle bei dem zuständigen Ordinarius beantragen, zu entnehmen, dass die wesentlichen Motive tiefe Frömmigkeit, Dankbarkeit für privaten oder beruflichen Erfolg, Genesung von Krankheit, einschneidende persönliche Erlebnisse positiver wie negativer Art am Ort der Errichtung oder der Wunsch nach Erhalt oder Wiedererrichtung eines vorhandenen Bauwerks sind.

Das Kuppeldach wird auf den Kapellenkorpus gesetzt.

Das Ordinariat gibt aber zu bedenken: Hochzeitsfeiern sind Gottesdienste und dürfen nur in Kirchen oder öffentlichen Kapellen gefeiert werden, nicht in Privatkapellen. Kirchliche Feiern, die aus kommerziellem Interesse veranstaltet werden, sind grundsätzlich nicht erlaubt. Grundsätzlich ist die Weihe einer Kirche vorbehalten, und Kapellen werden in der Regel gesegnet.

Widmung an einen Heiligen ist möglich

Die Widmung einer Kapelle an einen Heiligen obliegt der persönlichen Frömmigkeit. Geweihte Privatkapellen werden nach „dem in liturgischen Büchern vorgeschriebenen Ritus gesegnet“ und dürfen dann auch nur zum Beten benutzt werden und müssen „von allem häuslichen Gebrauch frei bleiben“.

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