Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Eine Investition in der Region für die Region“

Kampenwandwandbahn: Geschäftsführer Zbil spricht über seinen Sanierungsplan

Ein Foto der Kampenwandseilbahn aus den 60er Jahren. Es wurde damals von Foto Müller in Prien aufgenommen.
+
Ein Foto der Kampenwandseilbahn aus den 60er Jahren. Es wurde damals von Foto Müller in Prien aufgenommen.

Massentourismus, zu viel Verkehr und die Rodung des Schutzwaldes – eine Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Kampenwand“ hat in den vergangenen Monaten gegen die geplante Sanierung der Kampenwandbahn mobil gemacht. Jetzt äußert sich der Bahn-Geschäftsführer Eric Zbil zu seinen Plänen.

Aschau – „Ein dornenvoller Weg, mit viel Schweiß und Arbeit“, schrieb Georg Antretter in seinem Quellenband „Tourismus“ von 2004 über den Bau der Kampenwandseilbahn in den 50er Jahren. Die Geschichte scheint sich mehr als ein halbes Jahrhundert später zu wiederholen. Denn was damals die strittige Frage war: Von wo startet die Bahn, ist heuer die Frage: Muss die Bahn in einem solchen Umfang saniert werden?

Mehr Menschen können auf den Berg

Die Seilbahn soll barrierefrei werden und ihre Kapazität vergrößert werden. Anstelle der bunten Vierergondeln sollen Achtergondeln die Gäste und Einheimischen zukünftig auf den Berg bringen. Damit steigt die mögliche Beförderungskapazität, auf rund 1200 Menschen pro Stunde – die jetzige Bahn bräuchte für die gleiche Anzahl an Menschen drei Stunden. Diese Zahl sorgt bei der Bürgerinitiative zu der Befürchtung, dass es zu einer „deutlich erhöhten Belastung des Naturraums Kampenwand durch Massen- und Eventtourismus“ kommt, heißt es in der Petition gegen die Sanierung.

Lesen Sie auch: Verschiedene Protestaktionen: Die Bürgerinitiative „Rettet die Kampenwand!“ organisiert sich

Nicht mehr Besucher

„Der Umfang unseres Bahnbetriebes bleibt im wesentlichen gleich. Bisher wird Aschau mit unseren Fahrgästen gut fertig, das wird nach der Erneuerung auch so sein“, sagt Zbil. Er rechnet nicht mit einem Massenansturm oder Eventtourismus. Der Betreiber wolle den Charakter der Bahn erhalten, „sie bleibt also kleinräumig und regional“. In ein paar Jahren möchte Zbil die Bahn seinen Kindern übergeben, auch sie würden seine Version „eine Bahn in der Region für die Region teilen.“

Mit dem Bau soll es losgehen, sobald das Landratsamt, als entscheidende Behörde, sein okay gegeben hat. Dann würden die Ausschreibungen verschickt werden.

Lesen Sie auch: Hubschrauber bringt Behälter für Wasserversorgung auf die Kampenwandseilbahn

Der Bau soll wie folgt ablaufen: Die neue Seilbahntrasse entspreche der alten. „Der Materialtransport in der Bauphase erfolgt über ein mobiles Transportsystem, wie es auch in der Forstwirtschaft üblich ist. Dafür wird die bestehende Trasse vorübergehend etwas verbreitert.“ Die BI spricht hier von einer Zerstörung des Schutzwaldes, was Wiederrum Überschwemmungen, Erdrutsche und Lawinen begünstigen würde. „Der freigeschnittene Bereich wird aber hinterher renaturiert“, beschwichtigt Zbil.

Erci Zbil will die Kampenwandseilbahn in den kommenden Jahren an seine Kinder übergeben. (die Familie Zbil: von links: Thomas, seine Frau Kiki, Vivien, Carolin und Eric Zbil)

Baukosten belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag

Insgesamt werden die Berg- und Talstation erneuert sowie die Gondeln und Stützen. Für die Sanierung wird der Betrieb voraussichtlich elf Monate stillstehen. Der Geschäftsführer geht derzeit davon aus, dass die Baukosten sich im unteren zweistelligen Millionenbereich bewegen. Gefördert wird die Sanierung vom Freistaat Bayern.

Im Zuge der Sanierung hat die Kampenwandseilbahn 200 Sonderfahrten angemeldet. Das sind einzelne Fahrten, an denen die Bahn bis in die frühen Morgenstunden fahren kann. Auch hier war der Aufschrei seitens der Bürgerinitiative groß – dabei verändert sich eigentlich nicht viel. Denn bereits jetzt tätigt die Kampenwandseilbahn 185 Sonderfahrten pro Jahr. „Weder Zeiten noch Umfang ändern sich durch die Erneuerung der Seilbahn.

Lesen Sie auch : Aschaus Bürgermeister Simon Frank distanziert sich von der Initiative „Rettet die Kampenwand!“

Sie dienen seit Jahren der Beförderung von Personal, Material, für die Almbewirtschaftung und von Gästen bei geschlossenen, privaten Veranstaltungen wie Abendessen und Familienfeiern auf den Almen auf der Kampenwand“, erklärt Zbil. Die meisten Fahrten würden um halb eins enden, nur an Silvester und an der Sonnwendfeier würden die Fahrten länger dauern.

Freude bei Touristiker Herbert Reiter

Herbert Reiter von der Aschauer Tourist-Info freut sich auf die neue Kampenwandseilbahn. „Es ist sehr begrüßenswert, dass Familie Zbil als einheimisches Privatunternehmen in die Seilbahn investiert. Sie ist nicht nur ein attraktives Angebot für Aschau, sondern auch über die Region hinaus.“

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

Zbil freut sich über neue Bahn

Die Familie Zbil ist eng mit der Geschichte der Kampenwandseilbahn verbunden. Eric Zbils Vater, Franz Zbil hatte geholfen die Bahn damals zu bauen. „Das Haus meiner Großeltern liegt direkt neben der Seilbahn, es ist das Haus, das ich jetzt mit meiner Familie bewohne. Insofern ist die Bahn seit jeher Teil meines Lebens.“ Dass aufgrund der Sanierung die historischen Gondeln bald der Geschichte angehören werden, stimme Zbil traurig. „Mehr aber noch freue ich mich auf die neuen, barrierefreien Kabinen und darauf, dass es mit ihnen viel weniger Wartezeit geben wird.“

Kommentare