Den Behörden zum Trotz

Mit großem Polizeiaufgebot: Kampfsport Kornhass in Kolbermoor und Bruckmühl wiedereröffnet

Am Montag hat in der Kolbermoorer Kampfsportschule Kornhass das Training unter strengem Hygienekonzept wieder begonnen.
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Am Montag hat in der Kolbermoorer Kampfsportschule Kornhass das Training unter strengem Hygienekonzept wieder begonnen.

Ungeachtet des Öffnungsverbotes aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen, hat die Kampfsportschule Kornhass ihre zwei Studios in Kolbermoor und Bruckmühl am Montagabend, 11. Januar, wieder eröffnet.

Kolbermoor/Bruckmühl - „Es reicht! Genug ist genug! Wir werden wieder öffnen!“ Mit diesen Worten kündigten die Betreiber der Kampfsportschule Kornhass in Kolbermoor und Bruckmühl ihre Wiedereröffnung trotz geltender Corona-Beschränkungen an. Gesagt, getan. Am Montagabend um 19.30 Uhr öffnete das Kampfsportstudio in Kolbermoor, eine halbe Stunde zuvor in Bruckmühl seine Pforten. Und das nicht ohne großes Polizeiaufgebot. Bereits kurz vor 19.30 Uhr hatten sich mehrere Polizeiautos rund um das Kolbermoorer Studio positioniert. Auch viele Mitglieder waren gekommen, um wieder zu trainieren.


„Wir wollten eigentlich zwei Tage in der Woche für alle öffnen“

„Neun Beamte und ein Herr vom Landratsamt sind dann gekommen und haben uns gesagt, wenn wir nicht sofort den Betrieb einstellen, entziehen sie uns die Gewerbelizenz“, erzählt Geschäftsführer Ben März vor Ort gegenüber rosenheim24.de. Während unsere Reporterin mit dem Trainer spricht, trainiert Inhaber Mario Kornhass drinnen seine Mitglieder. „Hier findet jetzt gerade Kadertraining statt, weil wir Nationalteam sind“, erklärt März. Das sei erlaubt. „Die Beamten haben dann überprüft, wer alles Mitglied im Kader ist. Einige standen noch nicht auf den Listen, die konnten jetzt nicht mit trainieren. Wir wollten eigentlich zumindest erstmal zwei Tage die Woche für alle öffnen, jetzt müssen wir natürlich schauen, welche rechtlichen Möglichkeiten wir dafür haben.“


Laut März habe die Kampfsportschule bereits zwei Mal rechtliche Schritte eingeleitet. „Das Ganze wurde im Eilverfahren ohne Begründung abgeschmettert.“ Man werde sich jetzt nochmal besprechen, ob man am Donnerstag trotzdem für alle aufmache. „Wenn wir Strafen bekommen, werden wir schauen, wie wir da vorgehen. Wir können ja auch da Widerspruch einlegen, dann wird das eine Ewigkeitsgeschichte. Wenn sie aber sagen, sie entziehen uns sofort die Lizenz, sind das Schritte wo man sagen muss ‚ist es das wert‘?“ Ben ist der Meinung, das sei es. „Wenn jetzt nicht langsam die Leute aufwachen und aufstehen und sagen ‚hey, das was hier gerade passiert ist nicht verhältnismäßig‘, dann weiß ich auch nicht. Wir trainieren mit Hygienekonzept, haben Listen, können alles nachvollziehen. Es muss den Menschen der Sport einfach wieder möglich gemacht werden und ich finde es schade, dass einem da Steine in den Weg gelegt werden.“

Landratsamt äußert sich zu dem Einsatz

In einer Pressemitteilung, die das Landratsamt Rosenheim herausgab, heißt es, dass die Betreiber den Beamten entgegneten, dort laufe ein „Training mit Kadersportlern“, was sie mit einem Dokument des zugehörigen Kampfsportverbands belegen wollten. Die Beamten vor Ort zumindest stuften das vorgelegte Papier vorläufig als authentisch ein, weshalb das Kadertraining weiterlaufen durfte. Jedoch will das Landratsamt die Echtheit der Urkunde nochmals prüfen. „Neben zwei Trainern und den elf Sportlern der Kaderliste wurden noch drei weitere Personen angetroffen. Sie wurden des Studios verwiesen, gegen sie wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, wie die Behörde in ihrer Pressemitteilung schreibt.

Der Einsatz von Polizeibeamten zumindest sei bei solchen Lagen üblich, wie das Landratsamt auf Anfrage schildert, vor allem, um gegebenenfalls die Identität einzelner feststellen zu können. Weigerten sich diese, den Beamten des Kreises Auskunft über sich zu geben, müsse ohnehin die Polizei gerufen werden.

Sollten sich die Betreiber neuerlich auf einen Konflikt mit den Ordnungsbehörden einlassen, wird die Sache für sie noch mal teurerer. Schon jetzt droht ihnen ein Bußgeld in Höhe von 5000 Euro, je nach Ausgang des Ordnungswidrigkeitsverfahrens. „Sollten die beiden Kampfsportschulen weiterhin geöffnet bleiben, kann sich das Bußgeld auf bis zu 25 000 Euro erhöhen“, schildert der Landkreis.

Stellungnahme am Sonntag via YouTube

jb/jek

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