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Projekt Connect2move

Packt das mein Herz? Wanderwege in Aschau im Chiemgau für Herzpatienten neu kartografiert

Abschlussbesprechung Interreg-Projekt „Connect2Move“ auf Schloss Hohenaschau: (von links) Dr. Veronika Hornung-Prähauser (Salzburg Research), Katja Hofbauer (Alpine Pearls), Dr. Barbara Mayr (Ludwig-Boltzmann Institut), Herbert Reiter (Tourist Info Aschau), Dr. Birgit Böhm (Technische Universität München), Laura Eisenberger (Technische Universität München), Dr. Andrea Menzl (St. Irmingard Klinik Prien am Chiemsee, Kardiologie).
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Abschlussbesprechung Interreg-Projekt „Connect2Move“ auf Schloss Hohenaschau: (von links) Dr. Veronika Hornung-Prähauser (Salzburg Research), Katja Hofbauer (Alpine Pearls), Dr. Barbara Mayr (Ludwig-Boltzmann Institut), Herbert Reiter (Tourist Info Aschau), Dr. Birgit Böhm (Technische Universität München), Laura Eisenberger (Technische Universität München), Dr. Andrea Menzl (St. Irmingard Klinik Prien am Chiemsee, Kardiologie).

In den vergangenen zwei Jahren haben verschiedene Institute Wanderwege in Aschau im Chiemgau neu kartografiert. Dabei ging es nicht darum, die Wege neu zu vermessen, sondern um die gesundheitlichen Anforderungen, die der Wanderer braucht, um sie zu begehen. Das soll vor allem Herzpatienten zugutekommen.

Aschau im Chiemgau – „Wandern ist gesund fürs Herz“ – Forscherinnen und Forscher aus Salzburg und Bayern haben in Aschau und in Werfenweng im Salzburger Land bereits vorhandene Wanderwege mit dem Blick auf die Herzgesundheit neu kartografiert und eine Methode entwickelt, wie Frauen und Männer beim Wandern selbstständig ihre individuelle Herzfitness mit handelsüblichen Fitness-Trackern ermitteln und – darauf abgestimmt – Wanderwege sicher und bewusst gehen können. Die Ergebnisse und Angebote dieser Forschungen können auf andere Regionen übertragen werden: ein neu erstelltes Handbuch gibt allen Interessenten Empfehlungen und Anleitung zur Übertragung auf die eigenen örtlichen Verhältnisse.

Verschiedene Bereiche arbeiten zusammen

Unter der Leitung von Dr. Birgit Böhm von der Technischen Universität München trafen sich alle Beteiligten, die in den vergangenen zwei Jahren an dem Konzept in beiden Orten mitgearbeitet haben, auf Schloss Hohenaschau zur Abschlussbesprechung. Dr. Böhm bedankte sich bei Medizinern, Sportwissenschaftlern, Touristikern, Hoteliers und Rehakliniken aus Bayern und Österreich für ihr Engagement und ihre Mitarbeit bei diesem bisher einzigartigen Vorhaben.

Drastisch stellte Dr. Ulrich Hildebrandt, ehemals Chefarzt der Kardiologie der Irmingard-Klinik in Prien beim ersten Treffen vor zwei Jahren im Aschauer Rathaus die beiden Möglichkeiten eines Herzpatienten vor, die ihm ohne ausreichende Bewegung und ein Mindestmaß an Sport bevorstehen. „Statt Pillen zu schlucken, sollen die Patienten lieber zum Wandern in die Berge gehen“. Dabei sei jedoch das Wissen um die eigene körperliche Ausdauer für die Sicherheit am Berg von größter Bedeutung, eine Überanstrengung könne rasch zur Gefahr für Leib und Leben werden.

Bewusste und sichere Bewegung in den Alpen

Im Interreg-Projekt „Connect2Move“ haben Forscherinnen und Forscher der TU München, der Salzburg Research Forschungsgesellschaft und vom Salzburger Ludwig Bolzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention sowie der St. Irmingard Klinik in Prien in den vergangenen beiden Jahren mehrere Konzepte zur bewussten und sicheren Bewegung in den Alpen entwickelt. Mehrere Wanderwege in Aschau und in Werfenweng im Salzburger Land wurden digital mit neuen Gesundheitsinformationen kartografiert, „um sie gesünder fürs Herz zu machen“.

Die Wanderer durchmessen dabei zuerst einen „Cardio-Trekking-Testtrail“ mit einem Kilometer Länge, der in Aschau und in Werfenweng festgelegt und mit insgesamt über 200 Testpersonen erprobt wurde. In Aschau bot sich dafür der Weg vom Freibad zur Abendmahlkapelle mit einem Höhenunterschied von 90 Metern an. Auf dieser begrenzten Strecke können Wandernde künftig selbstständig ihre individuelle körperliche Ausdauerleistungsfähigkeit ermitteln. Dafür notwendig sind handelsübliche Fitness-Tracker, wie Brustgurt, Oberarmgurt oder Smartwatch.

Der neu entwickelte „BergFit-Test“ ermittelt aus den Werten der Fitness-Tracker die individuelle Berg-Fitness und empfiehlt dann passende Wanderungen und Wanderstrecken in der Umgebung.

„Auf Grundlage des BergFit-Tests wird die individuelle Belastung je Streckenabschnitt auf den ausgewählten Herzwegen vorhergesagt und übersichtlich auf einer digitalen Wanderkarte farblich gekennzeichnet. Die Wandernden bekommen außerdem Empfehlungen an die Hand, wie sie das Tempo der Tour angehen sollten“, so die TU Forscherin Birgit Böhm.

Ampelsystem zeigt Schwierigkeit an

Auf die Tourist Info Aschau kommen damit einige neue Aufgaben zu: das vorhandene Wanderwegenetz wird in den einzelnen Wegabschnitten neu kartografiert. Die erwartbare Belastungsintensität für die Wanderer wird individuell in Form eines farblichen Ampelsystems – von rot „sehr intensiv“ nach grün „leichte Intensität“ in den bestehenden Wanderkarten und Tourismus-Apps visuell dargestellt. Dieses System dient Herzpatienten zur besseren Planung von Wanderungen, um bestmögliche Wanderrouten passend für den persönlichen Fitnesszustand auszuwählen und Überanstrengungen am Berg zu vermeiden.

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