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Maximal 20 Schließtage im Jahr

Schreckgespenst Ganztagsbetreuung: Wer soll die Kinder in Hochstätt beaufsichtigen?

Die Schülerzahlen steigen stetig an der Hochstätter Grundschule. Aktuell besuchen 181 Kinder den Unterricht, ab September werden es 221 sein.
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Die Schülerzahlen steigen stetig an der Hochstätter Grundschule. Aktuell besuchen 181 Kinder den Unterricht, ab September werden es 221 sein.

Es ist ein Schreckgespenst, das über der Gemeinde Schechen schwebt: der neue Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates informierte Verwaltungsleiter Karl-Heinz Salzborn über die Auswirkungen an der Grundschule Hochstätt.

Schechen/Hochstätt – Im Oktober 2021 hat der Bundestag das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter beschlossen. Jedes Kind, das im Schuljahr 2026/2027 die erste Klasse besucht, hat damit vom Schuleintritt bis zum Beginn der fünften Jahrgangsstufe Rechtsanspruch auf die Förderung in einer Tageseinrichtung. Die Einführung der Ganztagsbetreuung erfolgt stufenweise ab Herbst 2026.

Eltern übernehmen die Mittagsbetreuung

Bisher wird an der Schechener Schule die Mittagsbetreuung „MiNa“ angeboten. Dabei können die Kinder Mittagessen, spielen, Hausaufgaben machen und sich ausruhen. Die Aufsicht übernehmen Salzborn zufolge oft Eltern. Die rechtlich einklagbare Nachmittagsbetreuung ab 2026 unterscheidet sich von diesem „lockeren“ Angebot wesentlich.

„Dann gibt es einen Stundenplan bis 16 Uhr“, sagt der Verwaltungsleiter. Ein festgelegtes Programm müsse dann an fünf Werktagen die Woche über jeweils acht Stunden angeboten werden. Es dürfe maximal 20 Schließtage im Jahr geben, was auf eine Ferienbetreuung hinauslaufe. Qualifiziertes Personal müsse die Aufsicht am Nachmittag übernehmen. Die Betreuungsquote schätzt der Bayerische Gemeindetag auf 80 Prozent aller Schüler. Es werden keine Elternbeiträge erhoben, allerdings sollen Bundesmittel bereitgestellt werden.

Ab September Schüler mehr

„Doch vieles ist noch nicht klar“, sagt Salzborn. Die größte Frage, die ihn beschäftigt, drehe sich um das Personal. Wo solle die Verwaltung diese Fachkräfte finden, wenn bereits jetzt ein Mangel besteht? In Hochstätt steigen die Schülerzahlen stetig. Derzeit gehen dort 181 Kinder zur Schule, ab September werden es 221 sein. Aktuell gibt es zehn Klassen, ab Herbst zwölf.

Umbau für einen größeren Essensraum

Zudem kämen zahlreiche notwendige Maßnahmen auf die Gemeinde zu. Neben der Personalgewinnung und -schulung rechnet der Rathausleiter mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand. Außerdem müsste die Grundschule umgebaut werden, um den nötigen Platz zu schaffen. Salzborn zeigte anhand von Fotos, dass die Kinder der „MiNa“-Betreuung bereits jetzt teilsweise auf dem Gang essen. Deswegen seien Umbaumaßnahmen geplant, um einen größeren Essensraum zu schaffen.

„Die kleinen Gemeinden sind besonders belastet“, sagt der Verwaltungsleiter. Die größeren Kommunen verfügen Salzborn zufolge oftmals schon über einen Hort, der lediglich vergrößert werden müsste. Schechen dagegen müsse vieles neu schaffen. Mit diesen Herausforderungen habe die Verwaltung nun zu kämpfen.

Die Weichen bereits jetzt stellen

Gemeinderatsmitglied Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie Bürger Schechen) bezweifelte, dass wirklich 80 Prozent aller Schüler die Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen werden. Salzborn entgegnete, dass der Betreuungsdruck in den Kindergärten derzeit schon stark zunehme. Das werde in der Schule nicht abbrechen. Denn aus den Kitas seien es die Familien gewöhnt, dass die Kinder ganztags versorgt sind. Attraktiv sei das Angebot insbesondere, weil es für die Eltern kostenlos ist. Für Bürgermeister Stefan Adam (CSU) ist klar: „Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen.“ Die Verwaltung müsse die Weichen für das Ganztagsangebot bereits jetzt stellen.

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