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Notunterkünfte geregelt

Tuntenhausen bereitet sich auf Blackout vor: So sieht der Notfallplan aus

Die Schönauer Mehrzweckhalle und die Turnhalle in Ostermünchen werden bei einem großflächigen Stromausfall in eine Notunterkunft umgewandelt. Die Gemeinde bereitet auch eine Lebensmittelbevorratung vor.
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Die Schönauer Mehrzweckhalle und die Turnhalle in Ostermünchen werden bei einem großflächigen Stromausfall in eine Notunterkunft umgewandelt. Die Gemeinde bereitet auch eine Lebensmittelbevorratung vor.

Die Gemeinde Tuntenhausen ist für den Ernstfall gewappnet. Zwar kommen mit der Arbeit am Notfallkonzept immer wieder neue Fragen auf, die geklärt werden müssen. Doch das wesentliche Gerüst steht und soll bis Ende Oktober seinen letzten Schliff bekommen. Bürgermeister Georg Weigl stellte es in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor.

Tuntenhausen – Ein Maßnahmenpaket für Unwetterereignisse gibt es in der Gemeinde Tuntenhausen schon lange. Anfang des Jahres sollte es überarbeitet werden. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise bereiten sich die Tuntenhausener nun auch auf einen neuen Ernstfall vor: den Blackout – einen lang anhaltenden, großflächigen Stromausfall.

Zwei Notunterkünfte werden geschaffen

Der Bürgermeister und Christine Kiener, in der Verwaltung für Feuerwehrangelegenheiten verantwortlich, stehen seit Monaten mit den Feuerwehren der Gemeinde in intensivem Austausch, denn sie werden die ersten Anlaufpunkte für die Menschen aus der Gemeinde sein. „Im Notfall heißt es, sinnvoll zu handeln“, betont Weigl. „Dann werden alle Feuerwehrhäuser besetzt. Ostermünchen wird unsere Leitzentrale, da dieses Gerätehaus mit einem Notstromaggregat zu 100 Prozent mit Strom und Heizung versorgt werden kann“, informiert der Bürgermeister.

Auch für das Rathaus gilt ein Drei-Stufen-Plan: „Je nach Dauer des Stromausfalls wissen die Kollegen, wie die Meldekette funktioniert und wer das Rathaus zu besetzen hat“, so Weigl. Nach zwölf Stunden Stromausfall werden in der Mehrzweckhalle in Schönau und der Turnhalle Ostermünchen beheizbare Notunterkünfte eingerichtet.

„Wir vernetzen uns auch mit Lebensmittelherstellern aus der Gemeinde und Lebensmittelmärkten, um die Versorgung mit Lebensmitteln, Getränken und Hygieneartikeln sicherzustellen“, erklärt er. Auch ein Vorratskauf sei angedacht. Ob das nicht übertrieben sei, so die Frage aus dem Gemeinderat. Doch der Bürgermeister macht unmissverständlich klar: „Nein. Trotzdem hoffe ich, dass unser Notfallplan nie greifen muss.“

Trinkwasserversorgung mit Notstromaggregaten

Ein weiterer Aspekt ist die Aufrechterhaltung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Sie soll mit Notstromaggregaten gesichert werden. Aufgrund der Weite und Topographie gibt es im Abwassernetz der Gemeinde Tuntenhausen aber ganze 25 Pumpstationen. „Wir haben jetzt geprüft, welche Menge Abwasser dort ankommt“, informiert Weigl. Für ihren Betrieb wären mobile Notstromaggregate nötig. Eine weitere Überlegung ist aber auch, die Abwässer an den Pumpen „manuell“ zu entsorgen, im Ernstfall also jede Station anzufahren und leer zu pumpen. Dafür könnte auch die Unterstützung der Landwirte mit ihren Güllefahrzeugen gebraucht werden.

Aber nicht nur auf diesem Sektor wird es eng: Ohne Strom funktionieren weder Telefone, noch Internet, noch Fernsehen. Wie kann dann also kommuniziert werden? Und wie funktionieren die Rettungsketten? „Wir erkunden gerade, wie lange die Funkmasten funktionieren, rüsten Feuerwehren und Verwaltung aber auch wieder mit Analogfunk aus, damit wir uns über Funk verständigen können“, erklärt der Bürgermeister. Es sei zudem wichtig, dass Gewerbetreibende im Gemeindegebiet wie Zimmerer, Schreiner, Elektriker, Fuhrunternehmer oder Landwirte erreichbar seien. Erste Anlaufstelle für die Bürger sei immer die Feuerwehr vor Ort.

Auch Tankstellen sind auf Strom angewiesen. Woher also kommt bei Blackout der Treibstoff? Zwar kann die private Tankstelle in Tuntenhausen mit einem Notstromaggregat betrieben werden, damit die Fahrzeuge der Rettungskräfte und Notstromaggregate für wichtige öffentliche Einrichtungen weiter betankt werden können.

Doch was ist, wenn der Treibstoff ausgeht? Ist die Arbeit der Raffinerien bei einem Blackout gesichert? „Das ist eine der nächsten Fragen, die wir klären müssen“, macht der Bürgermeister auf die Bandbreite der Probleme aufmerksam und darauf, „dass sich mit der intensiven Arbeit am Konzept immer wieder neue Fragen stellen, die wir in der Gemeinde nicht beantworten können, denen wir aber nachgehen“.

Bürger sollten Vorräte anlegen

Bis Ende Oktober soll das Notfallkonzept fertig sein. Während sich die Gemeinde auf einen Ernstfall vorbereitet, der hoffentlich nie eintritt, sollten auch die Bürger vorsorgen, empfiehlt der Bürgermeister mit Blick auf die Vorratslisten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Da nach drei Tagen ohne Strom auch die Lebensmittel in Kühlschränken und Gefriertruhen verdorben sind, sollten die Bürger auch an eine Bevorratung von haltbaren Lebensmitteln und Getränken denken. „Jeder sollte sich jetzt Gedanken machen, wie er Strom sparen kann und wie es ohne Strom weitergehen könnte“, mahnte er.

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