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Von Überschwemmungen bis Verbissschäden

Wenn der Biber zum Problem wird: Eggstätt sucht nach einer Lösung für den Buchensee

Der Wasserstand im Oberlauf ist genau so hoch wie der Damm, das Wasser läuft über den Damm auf die Wiesen und nicht durchs Rohr ab.
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Der Wasserstand im Oberlauf ist genau so hoch wie der Damm, das Wasser läuft über den Damm auf die Wiesen und nicht durchs Rohr ab.

Der Biber ist mit seinen 30 Zentimeter ein kleines Tier, doch mit seinen Dämmen schafft er zum Teil große Probleme. Sogenannte Dammdrainagen sollten eventuelle Überschwemmungen und Schäden verringern. Doch ohne Erfolg. Dennoch gibt es Hoffnung.

Eggstätt – „Wir haben nichts gegen den Biber,“ betont Hans-Joachim Siegel, einer der Grundstückseigentümer rund um den Buchsee im nördlichen Teil von Eggstätt. Aber die Liste an Problemen, die das Tier laut Anwohner bereite, ist lang: Die Population sei zu dicht und die verbauten Dammdrainagen würden nicht gepflegt werden. Bei steigendem Wasserstand würden die Bäume teilweise gänzlich absterben, oder würden zumindest derart geschwächt, das sie leichtes Opfer von Wind und Borkenkäfer seien.

Anwohner klagen über Teufelskreis

Ein weiteres Ärgernis: Für umstürzende Bäume hafte der Waldbesitzer. Es sei ein Teufelskreis, klagen die Anwohner. Der soll nun durchbrochen werden. Die Gemeinde Eggstätt hat die Freigabe erhalten, die Dammeinbauten in gewissen Bereichen in Teilen zu entfernen.

Florian Erb und sein Vater Hans, Dr. Ute Reichert und Hans-Joachim Siegel vertreten die Eggstätter Seite, also den Rosenheimer Landkreis. Anton Schmid und Martin Niedermaier, seines Zeichens Bauerverband-Obmann von Pittenhart, sind zu einen Ortstermin mit den OVB-Heimatzeitungen aus dem Nachbarlandkreis Traunstein dazugekommen.

Wasser läuft über Damm ab

Siegel verweist auf eine verstopfte Röhre am Buchsee-Auslauf. Das Oberwasser laufe dort über den Damm ab und nicht, wie angedacht, durch die Röhre. Die Anwohner klagen, dass sich niemand, also weder die Gemeinde noch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Rosenheim, zuständig fühle, diese Drainagen zu pflegen.

Als Anlieger dürfe man das nicht machen, da es sich um Biberbauwerke handelt und man damit möglicherweise einen Straftat begehe..

Die Drainage am Oberlauf ist gänzlich unter Wasser und damit kann sie den Wasserstand nicht mehr richtig regulieren.

Siegel findet, dass die Drainagen zwar sauber eingebaut seien – „dafür sind wir der Gemeinde und dem Biberbeauftragten des Landkreises, Hans-Jürgen Pohl, dankbar“. Aber um deren Wirkung dauerhaft sicherzustellen, bedürfe es eben auch umfangreicher Pflegemaßnahmen und einer Kontrolle alle paar Tage.

Abgestorbene Bäume können zum Problem werden

Siegel wiederholt, dass man nichts gegen den Biber an sich habe. Aber es gehe um die Folgeschäden. Die von Bibern verbissenen Bäume wüchsen oftmals weiter, die Qualität leide allerdings sehr unter diesen Beschädigungen. Ein Verkauf an die Industrie im entsprechend angewachsenen Zustand lasse sich nahezu ausschließen. Die an den Folgen von Biberfraß abgestorbenen Bäume würden kein CO2 mehr binden, so Siegel.

Durch den Biber entstehe auch ein erhöhter Aufwand für Instandsetzung. Hinzukämen mögliche Probleme durch Einträge ins Gewässer durch abgestorbene Bäume. Die betroffenen Anwohner fürchten ebenfalls Ernteausfälle, wenn die landwirtschaftlichen Flächen für die Bewirtschaftung nicht befahren werden können oder möglicherweise auch die Futterqualität reduziert ist.

„Endgültige Klärung“ dauert noch

Bürgermeister Christian Glas konnte im jüngsten Gemeinderat den Anwohnern eine gute Nachricht überbringen. „Wir haben die Bestätigung vonseiten des Landratsamtes bekommen, dass wir in Teilbereiche die Dammeinbauten entfernen dürfen.“ Das bedeutet, dass die Biberdämme südlich des Buchsees bis zum Bachhamer Weiher entnommen werden dürfen. Auch werden, so Bauamtsleiter Bernd Ruth, die Drainagen, die teils in unwegsamem Gelände liegen, regelmäßig kontrolliert und entleert. Alles in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, sagt Ruth: „Bis zu einer endgültigen Klärung“, wie es in dem Schreiben heißt. Der Biber wird also noch weiter Anwohner, Gemeinde und Untere Naturschutzbehörde beschäftigen.

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