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Jedes Bankerl erzählt eine Geschichte

Wie die Sitzgelegenheiten in Aschau im Chiemgau Leben retten können

Das Themenbankerl 164 von Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner: das „Lausdirndl-Bankerl“
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Das Themenbankerl 164 von Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner: das „Lausdirndl-Bankerl“

Das „Oma und Opa Verschnauf-Bankerl“, das „Mittendrin-Bankerl“oder doch das „Lausdirndl-Bankerl“ – das sind nur drei von 200 Themenbankerl, die über das Gemeindegebiet von Aschau verteilt sind. Jedes Bankerl erzählt eine eigene Geschichte. Und nicht nur das, die Bankerl können auch Leben retten.

Aschau – „Alle 200 Themenbänke sind mit einer Nummer versehen. In lebensbedrohlichen Situation, können die Menschen den Notruf 112 rufen und die Nummer der Sitzbank angeben. „Das Hauptproblem ist, wenn Bürger in der freien Natur unterwegs sind, haben sie keine Straße, an der sie sich orientieren können“, erklärt Stefan Ertl Leiter der Integrierten Leitstelle Rosenheim. Mit den Nummern der Bankerl könne leicht der Einsatzort verifiziert werden. Die Leitstelle hat bereits über die Nummer Einsätze koordinieren können. Es sei sehr wichtig, dass die Verunglückten wissen, wo sie sind. „Ein Notruf dauert bei uns 90 bis 120 Sekunden“, sagt Ertl, „umso schneller wir den Einsatzort kennen, umso schneller können wir Hilfe schicken.“

Jede Themenbank ist mit einer Nummer versehen. Sollte Jemand einen Unfall haben, kann von der Zentralen Leitstelle so der Ort bestimmt werden.

Ein Markenzeichen für den Ort

Die Idee zu den „Themenbankerl “ begann mit einer Idee vom Leiter der Tourist-Info Aschau Herbert Reiter – acht Jahre später sind sie zum Markenzeichen des Ortes geworden.

Herbert Reiter hat ebenfalls ein Bankerl gestiftet. „Herbert`s Schlossblick“, steht vor seinem Elternhaus mit freien Blick auf Schloss Hohenaschau.

„Es sind unsere Bankerl“, sagt der Leiter der Tourist-Info.

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„Die Aktion lebt vom Gemeinschaftssinn im Ort, die Zusammenarbeit und Unterstützung vom Team der Tourist Info und vom Bauhof.“ Das beginnt bereits bei der Herstellung einer Bank. Zwar darf jeder, sei er aus Aschau oder nicht, eine Themenbank stiften, hergestellt werden sie aber überwiegend im Ort. „Das fördert die Wirtschaftskraft im Ort, vom Handwerker bis zum Künstler.“ Auch das Konzept wird gemeinsam mit der Tourist-Info Aschau entwickelt. „Ganz ausgeklügelte Themenbänke sind entstanden, um hier nur ein Beispiel zu nennen die Mittendrin-Bank, bei der in der Mitte der Bank ein Platz für den Rollstuhlfahrer ausgespart ist. Somit ist der Mensch mit Behinderung nicht wie üblicherweise daneben, sondern im wahrsten Sinne des Wortes der Mittelpunkt.“

Schenken Kraft und Tiefsinn

Oder aber das „Lausdirndl-Bankerl“ von Ilse Aigner. Sie kam nach Aschau zu Besuch und sah das „Lausbuambankerl“. „Da muss ein „Lausdirndl-Bankerl“ her“, rief die Landtagsabgeordnete und stand gleich selber Modell.

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„Unsere Bankerl“ meint aber auch, wie die Sitzgelegenheiten im Ort angenommen werden. Bei schönem Wetter sind sie belegt, die Menschen gönnen sich eine Auszeit und kommen aufgrund der Gestaltung der Bänke ins Gespräch. Reiter schwärmt: „Die Themenbankerl haben Tiefsinn, schenken Kraft und zugleich Zuversicht.“

„Bankerldorf“ als eingetragener Markenname

Das Markenzeichen „Bankerldorf“ ist über die Region hinweg bekannt. So sehr, dass Reiter sich die Bezeichnung 2013 offiziell als Markennamen hat eintragen lassen. Damals hatten nämlich andere Gemeinden versucht, seine Idee abzukupfern. Mit den Jahren folgte dann eine Auszeichnung nach der anderen. Zuletzt der verliehene „Weltrekord für die größte Sitzbankdichte“ an einem Ort pro Quadratmeter. Das sei „natürlich eine überwältigende Anerkennung für uns das Team der Tourist Info und zugleich auch Ansporn“, sagt Reiter. Das 10-jährige Jubiläum 2023 wird bereits geplant.

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