Liebes-Aus nicht akzeptiert

Rosenheim/Landkreis - Ein 42-Jähriger hatte sich vor Gericht zu verantworten, weil er einer verflossenen Liebe mit allen Mitteln nachstellte.

Weil der Produktmanager das Ende einer Beziehung nicht akzeptieren wollte, kam er zu-nächst in Haft und dann vor Gericht. Ein umfassendes Geständnis bewahrte ihn vor höherer Strafe.

Im Jahre 2010 lernte der heute 42-jährige Angeklagte die attraktive Lehrerin aus dem westlichen Landkreis kennen. Man fand sich sympathisch, entdeckte gleiche Interessen und schließlich zog er bei ihr ein. Allerdings hielt die Zweisamkeit nicht sehr lange. Nach einigen Monaten wies sie ihm die Tür.

Damit wollte sich der gebürtige Regensburger aber nicht abfinden. Immer wieder suchte er sie auf und bedrängte sie, die Partnerschaft wieder aufzunehmen. Weil sie das ablehnte und er aber nicht nachließ, erwirkte sie Ende 2011 ein gerichtliches Kontaktverbot gegen den nun ungeliebten Verehrer.

Das hielt jenen aber bis in den Januar 2012 nicht ab, die junge Frau weiterhin zu belästigen. Er drohte ihr mit der Veröffentlichung von pikanten Fotos aus ihrer gemeinsamen Zeit, drang in ihre Wohnung ein, wurde dort handgreiflich und bedrohte sie schwer. Er sperrte sie gar in ihrer eigenen Wohnung ein und verschaffte sich schließlich per Einbruch über die Verandatüre Zutritt zu ihrer Wohnung.

In ihrer Not verständigte sie schließlich die Polizei, welche den Unbelehrbaren ins Gefängnis steckte. Fünf Monate hatte er in der Untersuchungshaft Zeit, um über die gescheiterte Beziehung und seine Einstellung dazu nachzudenken.

Vor dem Amtsgericht Rosenheim hatte sich der abgewiesene Liebhaber nun zu verantworten. Weil bei den Aussagen der Beteiligten allzu intime Einzelheiten zur Sprache kommen konnten, schloss Richter Alexander Merkel vorübergehend die Öffentlichkeit aus. Dies erwies sich dann aber als unnötig, weil der Angeklagte die Vorwürfe aus der Anklage voll und ganz einräumte.

Dieses Geständnis rechnete ihm der Staatsanwalt hoch an. Hatte er doch damit dem Tatopfer eine möglicherweise peinliche Befragung erspart. Er beantragte, den Angeklagten wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung und Einbruchsdiebstahl zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten zu verurteilen. Die Strafe könne aus seiner Sicht auch zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Walter Holderle, stimmte dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft zu, hielt aber acht Monate für ausreichend. Er hatte seinem Mandanten geraten, mit einem Geständnis einen Schlussstrich unter die Angelegenheit zu ziehen.

Das Gericht befand zehn Monate Gefängnis für tat- und schuldangemessen und erlegte dem Angeklagten auf, sich weiterhin jeglichen Kontaktes mit der Frau zu enthalten. Andernfalls sei die Bewährung verwirkt und er wieder im Gefängnis.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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