Dritter Blitzmarathon von 16. bis 23. April

Achtung! Ab heute blitzt's an 1000 Stellen in Bayern

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Landkreis - Liebe Autofahrer, heute solltet ihr lieber piano durch die Stadt und über die Landstraße fahren - denn heute geht der Blitzmarathon in die dritte Runde. Hier sehen Sie, wo geknipst wird:

Im Prinzip wird es 2015 genau so ablaufen wie 2014: 1500 Polizisten werden mit 2000 Laserpistolen und mobilen Radaranlagen Tempoverstößen nachgehen und zwar ab 6 Uhr morgens. Auch diesmal machte das Innenministerium vorab die Blitzerstellen öffentlich. Es sei zu erwarten, dass zumindest während der Blitzwoche die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer deutlich sinken werde. Ganz besonders intensiv wird während der ersten 24 Stunden geblitzt, an 1000 Messstellen.

Die oberbayerischen Messstellen im Überblick

Das richtige Verhalten im „Fall der Fälle“

Tipp 1: Passen Sie an Unfallschwerpunkten besonders auf 

Umsichtiges Fahren ist eine Selbstverständlichkeit. Während des Blitzmarathons sollten Sie gerade an bekannten Unfallschwerpunkten, Schulen, Kindergärten und Altenheimen besonders aufmerksam sein. Hier wird bevorzugt geblitzt.

Tipp 2: Sie können die Aussage verweigern 

„Egal, ob Sie von der Polizei direkt nach dem Verkehrsverstoß angehalten wurden oder der Anhörungsbogen zu Ihnen nach Hause geschickt wurde, Sie sind nicht verpflichtet, Angaben zur Geschwindigkeitsübertretung sowie zu den Gründen dafür zu machen“, sagt Anja-Mareen Decker von der ADVOCARD-Rechtabteilung. Nur Angaben zu Ihrer Person können Sie nicht verweigern.

Tipp 3: Wann Sie bei einem Bußgeldbescheid nicht zahlen müssen

Es gibt insbesondere drei Gründe für die Unwirksamkeit des Bußgeldbescheids. So sieht der Gesetzgeber eine Verjährung von drei Monaten vor, bis dahin muss die ermittelnde Behörde die Geschwindigkeitsübertretung dem Fahrzeughalter gemeldet haben.

Ein unscharfes „Blitzer-Foto“, auf dem der Fahrer nicht eindeutig zu identifizieren ist, kann auch dazu führen, dass Sie den Bußgeldbescheid nicht bezahlen müssen. Sie sind nämlich nicht verpflichtet, Angaben zur Identifikation der Person auf dem Foto zu machen. „In einem solchen Fall können Sie Einspruch bei der zuständigen Behörde einlegen“, rät Anja-Mareen Decker.

Auch können technische Fehler an der Messanlage, ein fehlender Eichschein, die falsche Bedienung, oder die Bedienung durch Personen ohne Eignung/Schulung zu einer Ungültigkeit führen. Betroffene müssen aber schnell sein: Innerhalb von zwei Wochen muss Einspruch gegen einen Bescheid eingelegt werden.

Tipp 4: Einsatz von Radarwarnern ist verboten

Der Kauf von sogenannten Radarwarnern ist zwar gestattet, jedoch bleibt die Nutzung während der Fahrt verboten. Nutzen Sie das Gerät im Straßenverkehr, kann das mit 75 Euro und einem Punkt in Flensburg sowie dem Einzug des Geräts bestraft werden.

Apps, die vor Blitzern warnen, werden immer beliebter. Allerdings befinden sich Nutzer hier in einer rechtlichen Grauzone. So ist es erlaubt, die App herunterzuladen und vor Fahrtantritt oder in einer Fahrpause zu nutzen, während der Autofahrt ist es allerdings nicht gestattet, diese zu verwenden. Decker empfiehlt: „Damit Sie erst gar nicht in den Fokus des Blitzgerätes geraten, sollte die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung eingehalten werden und das nicht nur am Tag des Blitzmarathons.“

Und das droht Verkehrssündern in anderen europäischen Staaten:

Nicht nur in Deutschland, sondern in 22 europäischen Staaten findet am Donnerstag der Blitzmarathon statt. Ein Blick auf diese Übersichtstabelle (zum Vergrößern bitte drauf klicken) zeigt vor allem hinsichtlich der maximalen Bußgelder große Unterschiede innerhalb Europas.

MdL Otto Lederer wirbt um Verständnis

"Ziel ist, das allgemeine Geschwindigkeitsniveau zu senken. In Bayern starben im vergangenen Jahr 193 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen, über 9000 wurden verletzt", so Lederer. Dies dürfe nicht weiter toleriert werden. Die Schwerpunktwoche beginnt am Donnerstag mit dem bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathon und endet am 23. April. Sie wird im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms "Bayern mobil - sicher ans Ziel" durchgeführt. Das Bayerische Innenministerium hat bereits vor mehreren Tagen die Liste mit den bei der Aktion aufgesuchten Messstellen bekannt gegeben. "Denn Ziel sei es nicht, möglichst viele Verstöße zu ahnden, sondern das allgemeine Geschwindigkeitsniveau zu senken", so der Abgeordnete weiter.

Die Bilanz des vergangenen Jahres

„Wir hatten sehr gute Erfolge“, begründet der Sprecher im Innenministerium, Michael Siefener, den „Blitzmarathon 2015“. In der dritten Septemberwoche 2014 waren fast 900 000 Radarkontrollen durchgeführt worden. Die Polizei erwischte mehr als 26.000 Temposünder (deutschlandweit waren es sogar 93.000) – wobei der traurige Spitzenreiter, ein Motorradfahrer auf der B533 bei Hengersberg in Niederbayern, satte 97 km/h zu schnell war. Es erhielt eine Geldbuße und drei Monate Führerscheinentzug.

Die Bilanz des Blitzmarathons 2014 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Unterbrechung für Germanwings-Trauerfeier

Am Freitag, den 17. April, wird der Blitzmarathon aus Rücksicht auf die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes unterbrochen. Daher wird die 24-Stunden Kontrollaktion um sechs Stunden verkürzt und endet bereits um Mitternacht, um nicht von der Trauerfeier abzulenken. Gewöhnliche Geschwindigkeitskontrollen können jedoch weiterhin stattfinden.

mh/Pressemitteilung Abgeordnetenbüro MdL Otto Lederer/dpa/Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Google maps

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