Volles Auto: Schleuser auf Parkplatz erwischt

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Bad Aibling - Die Bundespolizei hat am Donnerstag auf der Autobahn einen Italiener festgenommen. Er schleuste mehrere Afrikaner von Italien nach Deutschland.

Auf einem Pendlerparkplatz in Autobahnnähe kontrollierten Rosenheimer Fahnder die Insassen eines übervoll besetzten Autos. Von den neun Personen im Wagen konnte sich lediglich der italienische Fahrzeugführer ausweisen. Seine acht Mitfahrer, zwischen neun und 46 Jahre alt, hatten keine Papiere dabei. Sie gaben an, ursprünglich aus Eritrea zu stammen.

Mit einem Boot seien sie übers Mittelmeer nach Italien geschleust worden. Mailand wäre dann der Ausganspunkt ihrer letzten Etappe Richtung München gewesen. Allein für die Tour von Italien nach Deutschland hätten sie beziehungsweise ihre Verwandten pro Person mehrere hundert Euro an eine Schleuserorganisation zahlen müssen.

Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei wurden dem Fahrer für seinen Tatbeitrag 700 Euro versprochen. Für die Schleusung bekam er eigens ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Seinen eigenen Pkw musste er im Gegenzug den Hintermännern zurücklassen. Da die Bundespolizisten das Schleuserfahrzeug als Tatmittel beschlagnahmt haben und der 49-Jährige mit diesem nicht zurückfahren kann, fürchtet er nun um die Rückgabe seines eigenen Wagens.

Seine Rückkehr nach Italien dürfte sich ohnehin verzögern. Auf richterliche Anordnung wurde der Mann in Untersuchungshaft genommen und in ein Münchner Gefängnis eingeliefert. Die geschleusten Eritreer konnten inzwischen die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München aufsuchen.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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