Neunmal klickten die Handschellen 

Bad Aibling/Irschenberg - Gleich neun Personen hat die Bundespolizei im Bereich der A8 verhaftet. Drei Schleuser sitzen mittlerweile schon im Gefängnis.

Am Donnerstagmorgen (27. September) hat die Bundespolizei auf der Autobahn von Salzburg Richtung München neun Personen festgenommen. Drei von ihnen werden beschuldigt, mehrere Ausländer nach Deutschland geschleust zu haben. Die mutmaßlichen Schleuser mussten inzwischen ins Gefängnis.

Auf Höhe Bad Aibling kontrollierten Rosenheimer Bundespolizisten die Insassen eines Fahrzeugs mit niederländischen Kennzeichen. Der Fahrer, ein 40-jähriger Iraker, wies sich mit einem Flüchtlingsausweis aus. Seine beiden Begleiter, 27 und 31 Jahre alt, führten keine Papiere mit. Sie gaben an, aus dem Irak zu stammen und sich in der Heimat Schleusern anvertraut zu haben. Der Fahrer wurde auf richterlichen Beschluss hin in Untersuchungshaft genommen. Er steht im Verdacht, gegen Bezahlung einen Teil des Transports übernommen zu haben. Auch den unerlaubt eingereisten Irakern wurde auf Anordnung des Gerichts die Freiheit entzogen. Um ihre Zurückschiebung sicherzustellen, wurden sie in Haft genommen.

Noch am selben Morgen überprüften die Fahnder an der Anschlussstelle Irschenberg die sechs Insassen eines in Italien zugelassenen Autos. Sowohl der marokkanische Fahrzeugführer als auch sein syrischer Beifahrer hatten Papiere, die lediglich zum Aufenthalt in Italien berechtigten. Auf der Rückbank saßen ein 38-jähriger Syrer und drei irakische Staatsangehörige im Alter von 16, 17 und 26 Jahren. Sie hatten überhaupt keine Reisedokumente dabei. Das Münchner Amtsgericht ordnete dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend für den 44-jährigen Fahrer und den 43-jährigen Beifahrer die Haft an. Ihre vier Begleiter aus Syrien und dem Irak wurden einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet.

Während sich die drei mutmaßlichen Schleuser aus dem Irak, Marokko und Syrien in Untersuchungshaft befinden, ermittelt die Rosenheimer Bundespolizei gegen die Drahtzieher, die hinter den illegalen Beförderungen stecken. Angaben der Geschleusten zufolge kostete der Transport pro Person zwischen fünf- und neuntausend Euro. Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den beiden Schleusungsfahrten schließen die Ermittler derzeit aus.

Pressestelle Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion

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