Waffenfund: Gegen 21 Personen Anzeige erstattet

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Mühldorf - Nachdem im vergangenen Dezember bei mehreren Hausdurchsuchungen Waffen aufgefunden wurden, konnte die Kripo nun die Ermittlungen in diesem Fall abschließen. Gegen insgeamt 21 Personen wurde Anzeige erstattet.

Nachdem die Ermittlungen der Kriminalpolizeistation Mühldorf gegen Mitglieder einer fünfköpfigen Autobumserbande seit Sommer 2009 mit einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft endeten, wurden nun auch die Ermittlungen bezüglich der bei der Durchsuchungsaktion von 28 Wohnungen am 08.12.2009 aufgefundenen Waffen abgeschlossen.

Bei den Durchsuchungen wurden zum Teil griffbereite, geladene Schusswaffen, bis hin zu Maschinenpistolen, aufgefunden.

Zur Bearbeitung dieser Waffenstraftaten war seit 10 Monaten permanent eine Arbeitsgruppe der KPS Mühldorf eingesetzt, die durch Waffen- und Sprengstoffexperten des LKA München intensiv unterstützt wurde und eng mit der Staatsanwaltschaft Traunstein zusammenarbeitete.

Es wurde gegen 21 Personen Anzeige erstattet, wobei der Verdacht von insgesamt 211 Einzelstraftaten nach dem Waffengesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz und Sprengstoffgesetz besteht. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, erlaubnispflichtige Waffen ohne Genehmigung erworben, besessen und teils weitergegeben zu haben, zum Teil in einem Umfang, der gewerbliche Waffenhändler neidisch machen könnte. Die Ermittlungen wurden dadurch erschwert, dass ein Teil der Beschuldigten eine Vielzahl legaler Waffen mit den entsprechenden Erlaubnissen besaß.

Insgesamt wurden 236 Waffen, überwiegend Gewehre, Pistolen und Revolver, aber auch 3 funktionsfähige Maschinenpistolen, sichergestellt. Zusätzlich eine Vielzahl von erlaubnispflichtigen Waffenteilen, wie z.B. Läufe, Verschlüsse und Griffstücke, sowie etwa 500 kg Patronen und ca. 5 kg Schwarz- oder Nitrocellulosepulver. Ein Zählen der Kleinteile, wie einzelne Patronen, war nicht mehr möglich, diese Gegenstände wurden gewogen. Die zur Lagerung der Waffen benötigten Räumlichkeiten überschritten teils die Kapazitäten der Asservatenräume der KPS Mühldorf.

Die akribischen Ermittlungen bezüglich der Klassifizierung und der Herkunft der Waffen ergaben schließlich, dass 43 Schusswaffen und etwa 50 wesentliche Waffenteile und verschiedene Gegenstände nach dem Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollgesetz illegal in Besitz waren. Von den legalen Schusswaffen wurden 98 zur Vermögensabschöpfung eingezogen.

Die jeweils zuständigen Waffenbehörden sind mit eingebunden und prüfen den Entzug der waffen-/jagd- und sprengstoffrechtlichen Erlaubnisse der Beschuldigten. Die restlichen legalen Waffen, Waffenteile und Munition wurden deshalb diesen Ämtern übergeben.

Beeindruckend waren die handwerklichen Fähigkeiten eines Beschuldigten. Dieser war in der Lage, zunächst erlaubnisfreie Deko-Waffen zu funktionsfähigen Maschinenpistolen umzubauen und aus Einzelteilen ein kaum zum unterscheidendes Duplikat eines halbautomatischen Gewehrs herzustellen, wozu er die Teile illegal erwarb und, soweit dies nicht gelang, sogar selbst herstellte.

Gegen eine weitere Person besteht der Verdacht, eine scharfe Handgranate besessen zu haben. Unbelehrbar zeigte sich eine Person, bei der eine illegale Waffe gefunden worden war. Anlässlich einer zweiten Durchsuchung Anfang Oktober 2010 wurde bei dieser Person wiederum eine illegale Pistole mit Munition aufgefunden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

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