Brand und Fischsterben: Zusammenhang wahrscheinlich

Burgkirchen/Gendorf - Der Brand einer Lagerhalle am Dienstag führte nicht nur zu erheblichem Sachschaden, sondern ist womöglich auch der Grund für ein Fischsterben in der Alz.

Beim Brand einer Lagerhalle am Abend des Dienstag, 06.03.2012, im Industriepark Werk Gendorf wurde eine Person leicht verletzt und es entstand erheblicher Sachschaden. Nachdem am Morgen des Folgetages in der angrenzenden Alz eine große Anzahl toter Fische festgestellt wurden, ist ein Zusammenhang wahrscheinlich. Die Kriminalpolizeistation Mühldorf hat in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen.

Gegen 19.45 Uhr wurde über die Integrierte Leistelle mitgeteilt, dass es auf dem Werksgelände des Industrieparks zu einem Brand gekommen sei. Daraufhin rückten neben der Werksfeuerwehr vorsorglich noch mehrere Freiwilligen Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden zur Brandbekämpfung aus. Innerhalb kürzester Zeit brachten die Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr das Feuer in der Halle, welches sich im Dachbereich der Halle ausgebreitet hatte, unter Kontrolle und hatten es bereits gegen 20.15 Uhr vollständig gelöscht.

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Ein 27-jähriger Werksangehöriger erlitt leichte Verletzungen, als er den Brand entdeckte und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus. Dieses konnte der Mann zwischenzeitlich bereits wieder verlassen. Der entstandene Sachschaden an der Halle, einem Produktionsgebäude zur Herstellung von Waschmittelrohstoffen, kann derzeit noch nicht genau beziffert werden, dürfte aber erheblich sein. Messtrupps des Industrieparks waren für Messungen auch außerhalb des Werksgeländes im Einsatz, dabei konnten keine Feststellungen in Bezug auf gefährliche Stoffe in der Luft festgestellt werden. Die Kriminalpolizei hat noch vor Ort die Ermittlungen übernommen. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes war im Laufe des heutigen Mittwoch, 07. März, vor Ort.

Zur Brandursache können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden. Die Untersuchungen dazu dauern an.

Am frühen Mittwochmormittag meldete ein Spaziergänger zahlreiche tote Fische in der Alz. Bei der folgenden Überprüfung, auch unter Mithilfe eines Polizeihubschraubers, wurde festgestellt, dass sich zwischen dem Werk Gendorf und Emmerting große Mengen an verendeten Fischen aller Arten und Größen im Wasser befanden. Es wurde daraufhin alle tangierten Behörden, wie das Landratsamt Altötting und das Wasserwirtschaftsamt Traunstein informiert. Ebenso wurden die österreichischen Behörden in Kenntnis gesetzt, weil das Wasser der Alz über den Inn weiter in das Nachbarland fließt. Auch in diesem Fall eines möglichen Umweltdeliktes führt nun die Mühldorfer Kripo die Ermittlungen. Zur Abklärung der Ursache wurde alle erforderlichen Maßnahmen, wie z.B. die Entnahme von Wasserproben und die Sicherstellung toter Fische zur anschließenden Untersuchung, getroffen. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass nach dem Brand am gestrigen Abend kontaminiertes Ab- oder Löschwasser trotz der technischen Sicherungseinrichtungen im Werk in die Alz gelangte und für das Fischsterben verantwortlich ist.

Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © Jakob Untersteger/TimeBreak21

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