Sicherheitsgespräch zur Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung

Zahl der Einbruchsdelikte verdoppelt!

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Von rechts nach links: Josef Mühlbacher, Leiter PI Brannenburg Josef Oberauer, 1. Bürgermeister Gemeinde Nußdorf a. Inn Georg Huber, 1. Bürgermeister Gemeinde Samerberg Josef Trost, 1. Bürgermeister Gemeinde Neubeuern Hans Hofer, 1. Bürgermeister Gemeinde Bad Feilnbach Olaf Kalsperger, 1. Bürgermeister Gemeinde Raubling Mathias Lederer, 1. Bürgermeister Gemeinde Brannenburg Christian Praxl, 1. Bürgermeister Gemeinde Rohrdorf Georg Winkler, stellvertretender Leiter PI Brannenburg Nicht auf dem Bild Wolfgang Berthaler, 1. Bürgermeister Gemeinde Flintsbach a. Inn

Brannenburg - Im alljährlichen Sicherheitsgespräch der Brannenburger Polizei wurde deutlich, dass die Sicherheitslage insgesamt recht gut ist. Aber: Die Zahl der Einbruchsdelikte hat sich mehr als verdoppelt!

Für den gestrigen Dienstag hatten der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Brannenburg, Erster Polizeihauptkommissar Josef Mühlbacher und sein Vertreter, Polizeihauptkommissar Georg Winkler, die acht Bürgermeister des Zuständigkeitsbereichs zum traditionellen Sicherheitsgespräch eingeladen.

Die PI Brannenburg ist für die Sicherheit von rund 43.000 Einwohnern auf einer Fläche von 270 qkm verantwortlich. Der Dienstbereich umfasst die Gemeinden Bad Feilnbach, Brannenburg, Flintsbach a. Inn, Neubeuern, Nußdorf a. Inn, Raubling, Rohrdorf und Samerberg.

1. Kriminalitätslage

1.1 Gesamtentwicklung

Im Jahr 2013 wurden im Dienstbereich der PI Brannenburg 1.767 Straftaten statistisch zur Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr (1.893 Fälle) stellt dies einen Rückgang um 6,7 % dar.

1.2 Aufklärungsquote

Von den 1.767 Straftaten konnten 1.261 geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 71,4 %. Die Aufklärungsquote ist damit im Vergleich mit dem Jahr 2012 um 2,3 % gesunken, liegt aber erneut deutlich über dem bayernweiten Schnitt von 64,1 %. Mühlbacher lobte in diesem Zusammenhang die effektive Arbeit der „Schleierfahnder“ und der Bundespolizei, die mit ihrer Fahndungstätigkeit auf den internationalen Verkehrswegen einen wesentlichen Beitrag zur hervorragenden Aufklärungsquote leisten.

1.3 Kriminalitätsbelastung

Die Häufigkeitszahl ist die Anzahl der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Die Häufigkeitszahl für das Jahr 2013 liegt für den Bereich der PI Brannenburg bei 4.124. Damit liegt die Kriminalitätsbelastung deutlich unter dem gesamtbayerischen Durchschnittswert (5.073) und auch dem des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (4.708).

1.4 Tatverdächtige 

Im Jahr 2013 wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Brannenburg insgesamt 1.111 Tatverdächtige ermittelt. Lässt man bei der Betrachtung die ausländerspezifischen Delikte (Verstöße gegen das Ausländerrecht) außer Acht, betrug der Anteil der „Nichtdeutschen“ (Personen, die zum Tatzeitpunkt nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit waren) 46,9 %. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auf Grund der Grenznähe der Anteil durchreisender Straftäter ungleich höher ist als im Binnenland.

Im Hinblick auf die Geschlechterverteilung zeigt sich, dass Straftaten auch im Bereich der PI Brannenburg überwiegend von Männern begangen werden. So beträgt deren Anteil bei den Tatverdächtigen 83,1 %. Der Ausländeranteil an den Tatverdächtigen und die Verteilung nach Geschlechtern ist damit im Wesentlichen gleich wie im Vorjahr geblieben.

18,5 % (2012: 15,5 %) der Tatverdächtigen waren im Jahr 2013 Jugendliche und Heranwachsende (14 bis 21 Jahre). Da der Gesamtbevölkerungsanteil dieser Altersgruppe im Dienstbereich lediglich bei 8,1 % liegt, ergibt sich hier eine deutliche Überrepräsentation. Gründe dafür sieht Inspektionsleiter Mühlbacher insbesondere im Prozess einer noch nicht abgeschlossenen Persönlichkeitsentwicklung und dem Ausgeh- bzw. Freizeitverhalten.

Erfreulich ist, dass die Zahl der unter Alkoholeinfluss stehenden Tatverdächtigen im Jahr 2013 zurückging. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Jugendlichen und Heranwachsenden aus. Im Jahr 2012 standen noch 15,6 % der ermittelten jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen bei der Tatbegehung unter Alkoholeinfluss. Im Jahr 2013 verringerte sich der Anteil auf 8,7 %. Abzuwarten bleibt, ob es sich bei diesem Trend um eine Momentaufnahme handelt oder ob die verstärkte polizeiliche Überwachung jugendspezifischer Veranstaltungen erste Erfolge zeigt.

1.5 Ausgewählte Deliktsbereiche

1.5.1 Vermögens- und Fälschungsdelikte

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten wurden Im Jahr 2013 497 Fälle registriert, 134 Fälle weniger als im Vorjahr. Den Großteil innerhalb der Deliktsgruppe machen mit 250 Fällen Urkundenfälschungen aus, die insbesondere von Beamten der „Schleierfahndung“ und der Bundespolizei im internationalen Reiseverkehr festgestellt wurden. Zahlenmäßig an zweiter Stelle stehen mit 197 Fällen die Betrugsdelikte. Bei diesen war oftmals ein Bezug zum Internet gegeben. 84,7 % der Taten konnten geklärt werden.

1.5.2 Diebstahlsdelikte

Die Zahl der Diebstahlsdelikte verringerte sich von 399 auf 360 im Jahr 2013. Dies stellt einen prozentualen Rückgang von 9,8 Prozent dar. Mit 73 Fahrraddiebstählen (2012: 94) macht dieser Bereich den quantitativ größten Anteil bei den Diebstahlsdelikten aus. Zahlenmäßig an zweiter Stelle lagen mit 58 Fällen (2012: 64) die Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen. Die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten betrug im Jahr 2013 30,8 %.

Sorgen bereiten Mühlbacher die auch im Dienstbereich der PI Brannenburg steigenden Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen, die von 11 im Jahr 2012 auf 24 im Jahr 2013 gestiegen sind. Jede zweite Tat blieb 2013 im Versuchsstadium stecken, weil die Täter gestört oder von wirkungsvoller Sicherheitstechnik abgehalten wurden. Eindeutige örtliche Schwerpunkte waren die Gemeinden Rohrdorf und Raubling mit 11 bzw. 8 Fällen. Da nur jeder achte Fall geklärt werden konnte, ist derzeit insbesondere keine belastbare Aussage dahingehend möglich, ob für den Anstieg im Dienstbereich regionale oder überregional „reisende“ Täter verantwortlich sind.

1.5.3 Gewaltkriminalität 

In diesem Bereich ergab sich im Jahr 2013 eine sehr erfreuliche Entwicklung. So ist die Zahl der registrierten Fälle von 32 auf 17 zurückgegangen. Damit wurde in Vergleich der letzen 10 Jahre der niedrigste Stand erreicht. Mit einer Aufklärungsquote von 88,2 % konnte zudem die überwiegende Zahl der Delikte aufgeklärt werden.

1.5.4 Sachbeschädigungen

Die Zahl der registrierten Sachbeschädigungen ist im Jahr 2013 um eine auf 136 gestiegen. Bei 47 Fällen (2012: 39) handelte es sich um Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. 44 Sachverhalte (2012: 57) wurden als sonstige Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen statistisch erfasst. 22,1 % (2012: 19,3 %) der Taten konnten geklärt werden.

2. Verkehrsentwicklung

2.1 Gesamtunfälle

Wie stellvertretender Inspektionsleiter Winkler darlegte, ergab die Auswertung der Unfallzahlen für das Kalenderjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 732 auf 718 Verkehrsunfälle. Dies bedeutet ein Minus von 1,9 %. Grund für den Rückgang ist insbesondere die verringerte Zahl von Unfällen mit Personenschaden.

2.2 Verletzte und Getötete

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ergab sich im Jahr 2013 ein Rückgang um 17,9 % von 173 auf 142 Unfälle. Dabei sank die Zahl der Schwerverletzten um 16,7 % von 48 auf 40 Personen. Bei den Leichtverletzten konnte ein Minus um 19,9 % von 161 auf 129 registriert werden. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Verkehrstoten von drei im Jahr 2012 auf einen im Jahr 2013 zurückging.

2.3 Hauptunfallursachen / Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle / Unfallfluchten / Schulwegunfälle

Die drei Hauptunfallursachen waren im Jahr 2013 wie im Vorjahr Fehler beim Abbiegen/Wenden und Ein- und Anfahren (26 %), überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit (17 %) und Vorfahrtsverletzungen (17 %).

Im Bereich der Alkoholunfälle war im Jahr 2013 verglichen mit 2012 ein abermaliger Rückgang von 13 auf 12 Unfälle festzustellen. Dies stellt den niedrigsten Wert seit über zehn Jahren dar. In Zusammenhang mit den Alkoholunfällen wurden 7 Personen verletzt.

Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle blieb mit 75 gleich wie im Vorjahr. Die Zahl der hierbei verletzten Verkehrsteilnehmer sank dabei erfreulich deutlich von 51 auf 38.

Die Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort stiegen um 41 % von 100 auf 141. Damit wurde bei den Unfallfluchten im Vergleich der letzten 10 Jahre ein Höchststand erreicht. In 43 % der Fälle konnte der zunächst flüchtige Unfallfahrer ermittelt werden.

Die Zahl der Schulwegunfälle erhöhte sich im Vergleich mit dem Jahr 2012 um einen auf drei. Alle drei unfallbeteiligten Schüler wurden dabei zum Glück nur leicht verletzt.

3. Polizeiliches Fazit und Ausblick

Gemäß Inspektionsleiter Mühlbacher ist die Sicherheitslage im Dienstbereich insgesamt gut. So ist insbesondere die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung unterdurchschnittlich niedrig und die Aufklärungsquote hoch. Getrübt wird die an sich gute Bilanz unstrittig durch die steigende Zahl der Einbruchsdelikte. Dieser Bereich stellt die größte Herausforderung im Jahr 2014 dar. Es gilt alles daran zu setzen, Einbrüche zu verhindern und Täter „dingfest“ zu machen.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Brannenburg

Quelle: rosenheim24.de

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