Sicherheitsgespräch der Brannenburger Polizei

Kriminalitäts-Entwicklung unter dem bayerischen Durchschnitt

Brannenburg - Am Donnerstag, den 6. April, fand bei der Polizeiinspektion Brannenburg das traditionelle Sicherheitsgespräch zur Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung statt. 

Der Dienststellenleiter der Inspektion, Erster Polizeihauptkommissar Josef Mühlbacher, und dessen Vertreterin Polizeihauptkommissarin Karin Walter hatten hierzu die acht Bürgermeister der Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Brannenburger Inspektion eingeladen. Die PI Brannenburg ist für die Sicherheit von rund 45.000 Einwohnern, verteilt auf einer Fläche von rund 270 Quadratkilometern, verantwortlich. Der Dienstbereich umfasst die acht Gemeinden Bad Feilnbach, Brannenburg, Flintsbach a. Inn, Neubeuern, Nußdorf a. Inn, Raubling, Rohrdorf und Samerberg.

Kriminalitätsentwicklung

Im Jahr 2016 wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Brannenburg 1.996 Straftaten erfasst. Dies stellt einen Anstieg um 207 Fälle bzw. 11,6 % gegenüber dem Vorjahr dar. Die Gründe für die Steigerung sind vielfältig und liegen unter anderem an einem Anstieg der Aufgriffe im Bereich der sogenannten Kontrolldelikte. Grund dafür ist, dass im Jahr 2016 für die Brannenburger Beamten keine außergewöhnlichen Belastungen wie 2015 der „G7-Gipfel“ und die Migrationswelle zu bewältigen waren. 

Die Aufklärungsquote konnte leicht gesteigert werden und liegt bei sehr guten 72,3 %. Wesentlich hierzu trugen gemäß Mühlbacher wieder die hervorragenden Fahndungserfolge der „Schleierfahnder“ und der Bundespolizei bei. Bei der sogenannten Häufigkeitszahl (erfasste Straftaten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet zur objektiven Vergleichbarkeit) wurden 4.553 Straftaten je 100.000 Einwohner erfasst, was eine Steigerung um 398 Fälle gegenüber dem Vorjahr darstellt. Sowohl bei der Berechnung der erfassten Straftaten als auch bei der Häufigkeitszahl sind Aufgriffe im internationalen Reiseverkehr auf den Bundesautobahnen A 8 und A 93, welche durch den Dienstbereich der PI Brannenburg verlaufen und von der „Schleierfahndung“ und der Bundespolizei festgestellt wurden, ebenfalls eingerechnet. Würden die Aufgriffe der „Schleierfahndung“ und der Bundespolizei zur Berechnung der Häufigkeitszahl herausgerechnet, läge diese bei nur 3.555 Fällen je 100.000 Einwohner.

Unter dem gesamtbayerischen Durchschnitt 

Die Kriminalitätsbelastung liegt damit auch 2016 wieder unter dem gesamtbayerischen Durchschnittswert und auch dem des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Erfreulicherweise beträgt der Anteil der Gewaltkriminalität im Dienstbereich lediglich 1,6 %, was einen Rückgang um 0,5 % darstellt. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 90 %. Diebstahlsdelikte sind von 310 auf 342 bekanntgewordene Fälle (+10,3 %) gestiegen, liegen aber im Durchschnitt der letzten Jahre. 

Bei den „schweren Diebstählen“, die knapp ein Drittel aller erfassten Fälle darstellen, ist eine Steigerung von 126 auf 136 Fälle zu verzeichnen. Positiv ist der Rückgang bei den Wohnungseinbruchdiebstählen von 23 im Jahr 2015 auf 17 Fälle im Jahr 2016. Bei den bekanntgewordenen Sachbeschädigungen ist leider ebenfalls eine Steigerung zu verzeichnen. Hier wurden im vergangenen Jahr 160 Straftaten angezeigt. Im Jahr 2015 waren es noch 142 Fälle. Dies stellt eine Steigerung um 12,7 % dar. 

50% weniger Rauschgiftdelikte

Im Jahr 2016 wurden von den Beamten der PI Brannenburg insgesamt 31 Rauschgiftverfahren bearbeitet. Dies bedeutet einen Rückgang von rund 50 % gegenüber dem Vorjahr. Bei 90 Straftaten, dies entspricht 6,2 % der festgestellten Straftaten, stand der Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss. 2014 waren es noch 3,1 % und 2015 5,9 % aller Tatverdächtigen. Wie stellvertretende Inspektionsleiterin Walter ausführte, waren 14,9 % aller Tatverdächtigen 2016 Jugendliche und Heranwachsende. Diese seien bei lediglich 7,6 % Anteil an der Gesamtbevölkerung im Dienstbereich damit deutlich überrepräsentiert.

Verkehrsunfallentwicklung

Bei den Verkehrsunfällen setzt sich der Anstieg der letzten Jahre fort. Hier ist eine Steigerung von 780 auf 815 Unfälle (+4,5 %) zu verzeichnen. Auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden stieg von 148 auf 163 Fälle (+10,1 %). Im Dienstbereich der PI Brannenburg kamen 2016 drei Verkehrsteilnehmer bei Verkehrsunfällen ums Leben (2015: 2 Tote). Positiv ist in diesem Zusammenhang, dass die Anzahl der Schwerverletzten um 34,6 % von 52 auf 34 Personen sank. 

Bei den schwerwiegenden Unfällen mit Sachschaden ist ein Rückgang von 238 Fällen im Vorjahr auf 217 Unfälle im Jahr 2016 zu verzeichnen. Die Hauptunfallursachen waren Fehler beim Abbiegen/Wenden und Ein- und Ausfahren (25 %), Vorfahrtsmissachtungen (8 %), unzureichender Sicherheitsabstand (8 %), sowie überhöhte Geschwindigkeit (8 %). Bei den Alkoholunfällen ist verglichen mit 2015 eine Steigerung von 13 auf 19 zu registrieren. Damit wurde der Durchschnittswert der letzten 10 Jahre (15,9) deutlich überschritten. Unfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort stiegen um 9,8 % von 153 auf 168. 35 Unfallfluchten konnten hierbei geklärt werden. Auch die Zahl von Unfällen mit Radfahrern stieg von 55 auf 73 Fälle, wohingegen die Anzahl der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern von 37 auf 32 sank.

Polizeiliches Fazit und Ausblick

Zusammenfassend bezeichnete Inspektionsleiter Mühlbacher die Sicherheitslage im Dienstbereich der Inspektion als überdurchschnittlich gut. Erfreulich in der Jahresbilanz 2016 ist insbesondere der Rückgang im besonders sensiblen Bereich der Wohnungseinbrüche und die insgesamt hohe Aufklärungsquote. Einen Schwerpunkt im Jahr 2017 stelle die Bekämpfung der Hauptunfallursachen durch ganzheitliche Verkehrskontrollen sowie eine verstärkte Präsenz der Brannenburger Polizei zur Verhinderung von Straftaten dar. Auch der Bereich des Jungendschutzes soll 2017 merklich intensiviert werden. Dies insbesondere durch präventive Maßnahmen, so z. B. durch Vorträge an Schulen, aber auch durch gezielte Kontrollen jugendspezifischer Veranstaltungen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Brannenburg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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