Festnahme eines ungarischen Schleppers

Eine Märchenstunde bei der Bundespolizei?

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Bad Feilnbach - Das sah am Montag ganz nach Märchenstunde aus: Ein Ungar verstrickte sich so in Widersprüche, dass er doch irgendwann mit der Wahrheit heraus rückte.

Ein Ungar hielt bei der Rosenheimer Bundespolizei offenbar eine Märchenstunde ab. Unmittelbar nach seiner Festnahme auf der A8 am Montag, den 17. Februar, erzählte er, dass er die fünf afghanischen Staatsangehörigen, darunter ein Kleinkind und drei Minderjährige, zufällig während der Fahrt von Budapest nach München getroffen habe. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass er im Auftrag einer Schlepperorganisation gegen Bezahlung geschleust hat. Inzwischen befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

Auf Höhe Bad Feilnbach zogen Bundespolizisten einen in Ungarn zugelassenen Mietwagen aus dem Verkehr. Abgesehen von dem ungarischen Fahrzeugführer hatte keiner der Insassen Papiere dabei. Nach eigenen Angaben handelt es sich um eine 24-jährige Afghanin mit ihrem zweijährigen Kind sowie drei 15- beziehungsweise 16-jährige Jugendliche aus Afghanistan. Ersten Erkenntnissen zufolge mussten sie oder Verwandte pro Person zwischen 3550 und 4500 Euro für ihre Schleusung nach Deutschland zahlen.

Ihr Fahrer bestand zunächst darauf, dass er die fünf irgendwo zwischen Ungarn und der Bundesrepublik als Anhalter mitgenommen habe – kostenlos natürlich. Als er sich jedoch mit seiner Geschichte immer mehr in Widersprüche verwickelte, blieb ihm nichts anderes übrig, als eine andere Version einzugestehen.

Für einen Preis von 800 Euro wäre er einem unbekannten Hintermann gegenüber bereit gewesen, die Personen über Nacht von Budapest nach München zu fahren. So hätte er sich etwas dazu verdienen können. Während die unerlaubt Eingereisten einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet werden konnten, musste der 39-jährige Ungar mit der Traunsteiner Haftanstalt vorlieb nehmen. Die Bundespolizei ermittelt gegen ihn wegen Einschleusens von Ausländern.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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